Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Der Norden Weil gegen Handyverbot an niedersächsischen Schulen
Nachrichten Der Norden Weil gegen Handyverbot an niedersächsischen Schulen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:55 25.10.2018
Vielleicht nicht gerade im Unterricht, aber zumindest in der Schule sollen Smartphones nach den Vorstellungen von Ministerpräsident Stephan Weil erlaubt bleiben. Quelle: Jens Kalaene/dpa
Anzeige
Hannover

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hält ein Handyverbot an Schulen in Niedersachsen nach französischem Vorbild nicht für sinnvoll. Der Einsatz von Handys oder Tablets als Lernwerkzeug müsse im Unterricht verankert werden, ein generelles Verbot sei nicht zielführend, sagte Weil der Deutschen Presse-Agentur vor Beginn der Beratungen der Ministerpräsidenten der Länder in Hamburg, wo bis Freitag unter anderem über die Umsetzung des Digitalpakts Schule beraten werden soll.

Für die Digitalisierung von Deutschlands Schulen will der Bund ab Anfang 2019 in fünf Jahren fünf Milliarden Euro zahlen, alle Schulen sollen internetfähig werden. Allerdings braucht es dazu noch eine Grundgesetzänderung und eine Bund-Länder-Vereinbarung. Weil forderte, dafür müssten nun zügig die Weichen gestellt werden, damit es zu keinen weiteren zeitlichen Verzögerungen komme.

Anzeige

Schulen haben großen IT-Nachholbedarf

In den Schulen hierzulande seien erhebliche Investitionen in die Netzanbindung und IT-Netzinfrastruktur erforderlich. „Deutschland ist hier im europäischen Vergleich leider auf einem der letzten Plätze“, sagte Weil.

Niedersachsen soll aus dem Digitalpakt in den nächsten Jahren rund 400 Millionen Euro erhalten. Für eine leistungsstarke Netzanbindung und die nötige Infrastruktur an allen Schulen seien zehn Millionen Euro eingeplant. Bis 2021 sollen alle Schulen mit schnellem Gigabit-Internetanschluss für den Internet-Zugriff ganzer Klassen ausgestattet werden.

Fake-News und Cybermobbing als Themen für Schüler

Die Schüler müssten zu fantasievollen, aber auch kritischen Nutzern digitaler Medien werden, forderte Weil. Dabei müsste sie sich auch mit Themen wie Fake-News, Cybermobbing und Datenschutz auseinandersetzen.

Ausgeweitet werden soll auch die Fortbildung der Lehrer. „Jährlich nehmen rund 19.000 Lehrkräfte an Fort- und Weiterbildungen rund um Medienbildung, Medienpädagogik und Digitalisierung teil“, sagte Weil. „Das ist eine hohe Zahl und zeigt erstens große Bereitschaft und zweitens großen Bedarf.“

 

Von lni/RND

24.10.2018
Der Norden Projekt „Königsberger Straße“ - Komplette Tankstelle kommt ins Museum
24.10.2018