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Der Norden Niedersachsen entscheidet: Mathe-Noten werden nicht verändert
Nachrichten Der Norden Niedersachsen entscheidet: Mathe-Noten werden nicht verändert
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00:16 08.06.2019
Das Mathe-Abitur in diesem Jahr war bundesweit umstritten – Niedersachsen bleibt jedoch bei seinen Benotungen. Quelle: dpa
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Hannover

Niedersachsen wird die Bewertung der Abiturklausuren für das Fach Mathematik nicht verändern. Das hat Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne nach einer umfangreichen Auswertung bekanntgegeben. „Die Klausuren waren anspruchsvoll, aber sie waren lösbar“, sagte Tonne.

Tausende Schüler hatten protestiert

„Die Klausuren waren lösbar“: Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD). Quelle: dpa

Tausende Schüler in Niedersachsen hatten nach den Abiturprüfungen Anfang Mai eine Online-Petition unterzeichnet. Die Aufgaben seien zu schwierig gewesen. Zudem sei die Anzahl der Aufgaben zu hoch für die vorgesehene Zeit gewesen.

Mehr lesen: Tausende Schüler unterzeichnen Petition gegen Mathe-Abi in Niedersachsen

Schülerproteste gegen die Aufgaben hatte es auch in Bremen, Bayern, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Thüringen, Sachsen-Anhalt und im Saarland gegeben. In Niedersachsen hatten rund 19.000 Schülerinnen und Schüler die Mathe-Klausuren geschrieben.

Landesschülerrat ist enttäuscht

Alexander Ortmann vom Landesschülerrat Niedersachsen zeigte sich enttäuscht von der Entscheidung des Kultusministers. „Wir hätten uns gewünscht, dass Niedersachsen dem Beispiel Hamburgs folgt“, sagte der Abiturient der HAZ. Auch der Landeselternrat findet, dass man die schlechter werdenden Mathe-Noten nicht einfach hinnehmen sollte. „Dieses Ergebnis sollte wachrütteln und zwingend als deutlicher Hinweis verstanden werden, dem Trend der schlechter werdenden Ergebnisse entgegenzuwirken.“, mahnt Mike Finke, Vorsitzender des niedersächsischen Landeselternrates. „Ein ‚weiter so‘ dürfte nicht mehr zu vertreten sein.

Im Gegensatz zu Niedersachsen hat Hamburg die Bewertung geändert: Die umstrittenen schriftlichen Prüfungen werden dort besser bewertet als ursprünglich geplant. Das hatte die Schulbehörde am Dienstag mitgeteilt. Aktuelle Zwischenergebnisse hätten die Einschätzung der Schulbehörde bestätigt, dass zwei der vier in Hamburg eingesetzten Mathematik-Abiturklausuren zu schwer gewesen seien, sagte ein Sprecher am Dienstag. Deshalb solle der Bewertungsmaßstab für diesen besonderen Fall angepasst werden. Genaueres solle in den nächsten Tagen bekanntgegeben werden, sagte der Sprecher.

Niedersachsen passt Klausuren an

Hamburg setzt seit drei Jahren in Mathematik ausschließlich Aufgaben ein, die von einer Kommission auf Bundesebene entwickelt wurden. Niedersachsen hingegen modifiziert noch einen wesentlichen Teil der Aufgaben. Die Hamburger Schulbehörde erklärte, in diesem Jahr hätten die Bundesaufgaben in bestimmten Zusammensetzungen bei den Klausuren auf grundlegendem Niveau zu einer Überforderung der Schülerinnen und Schüler geführt. Das habe das für die Bundesaufgaben zuständige Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) gegenüber der Hamburger Schulbehörde bestätigt.

Tonne will Aufgabenpool überprüfen

Vielen Schülern in Hamburg wird angeboten, in mündlichen Prüfungen die Leistung zu verbessern. Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne erklärte, dass die freiwillige mündliche Prüfung in Niedersachsen Standard sei. Deshalb brauche man hier nichts zu ändern. Es müsse aber darüber geredet werden, wie man eine noch bessere Vergleichbarkeit der Mathematikaufgaben und -arbeiten bekomme. „Wir müssen uns als Länder insgesamt mit der Frage befassen, ob der Aufgabenpool und die schulische Realität nah genug beieinander sind“, sagte Tonne. Den gemeinsamen Aufgabenpool gibt es erst seit 2017.

Niedersachsens Philologenverband erklärte, die Vergleichbarkeit des Abiturs sei mehr Schein als Sein. Nach Angaben von Experten seien die Aufgaben zwar lösbar gewesen, „aber mit konstruierten Textzusammenhängen überfrachtet, nicht eindeutig formuliert und vor allem in der vorgegebenen Zeit kaum lösbar gewesen“, auch für leistungsstarke Schüler nicht, meinte Vorsitzender Horst Audritz. Er stellte den länderübergreifenden Aufgabenpool in Zweifel.

Lesen Sie hier mehr zum Thema: 

Das sagen die Schüler zum Mathe-Abi

Wirklich zu schwer? Wissenschaftsjournalist Jan Fischer hat die Abituraufgaben durchgerechnet.

Von Michael B. Berger

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