Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Der Norden Verliert die SPD auch das Rathaus in Emden?
Nachrichten Der Norden Verliert die SPD auch das Rathaus in Emden?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:52 08.08.2019
Am 8. September wird in Emden ein neuer Oberbürgermeister gewählt. Seit 1956 ist das Rathaus (Foto) fest in der Hand der Sozialdemokraten, doch das könnte sich ändern. Quelle: Hauke-Christian Dittrich/dpa
Emden

Die Krise der deutschen Sozialdemokratie reicht bis in die Provinz - genauer gesagt nach Ostfriesland. Mit der Hafenstadt Emden könnte bald eine der letzten traditionellen SPD-Hochburgen fallen, zumindest bei der Besetzung des Oberbürgermeister-Postens. Dieser liegt seit 1956 fest in SPD-Hand. Allein von 1986 bis 2011 gab Alwin Brinkmann den Ton an und war damit der dienstälteste Oberbürgermeister der kreisfreien Städte Niedersachsens. Doch sein Nachfolger und Parteifreund Bernd Bornemann tritt zur Wahl am 8. September nicht mehr an. Und der neu aufgestellte SPD-Kandidat Manfred Eertmoed (45) hat einen schweren Stand.

Emden steht nach diversen Werftenpleiten vor großen Aufgaben, wenn sich etwa Volkswagen als wichtigster Arbeitgeber neu orientiert und bei der Umstellung auf E-Autos eines Tages Arbeitsplätze abbauen sollte. Auch die Finanzlage der 50 000-Einwohner-Stadt an der Emsmündung in Randlage zu den benachbarten Niederlanden ist nicht rosig.

 

Tritt für die SPD in Emden an: Manfred Eertmoed. Quelle: dpa

Arbeit ist denn auch ein großes Thema für den neuen SPD-Kandidaten, der unter dem Motto „Eertmoed arbeitet“ Wahlkampf macht. Eertmoed bringt sieben Jahre Verwaltungserfahrung als Bürgermeister in Emdens kleiner Nachbargemeinde Hinte mit und hofft mit Themen wie grüner Umwelttechnik, Soziales und Bildung auf die Stimmen zahlreicher Genossen.

Doch auch sein Gegenspieler Tim Kruithoff (42) rechnet mit einer breiten Basis. Der Diplom-Kaufmann tritt als unabhängiger und parteiloser Kandidat an, wird aber von CDU, FDP, Grünen und der Wählergemeinschaft Gemeinsam für Emden unterstützt. Eertmoed und Kruithoff lieferten sich bereits einen Schlagabtausch per Facebook, wo auch schon mal schärfere Töne angeschlagen wurden.

Tim Kruithoff tritt als Unabhängiger an. Der Kaufmann wird von CDU, FDP, Grünen und der Wählergemeinschaft Gemeinsam für Emden unterstützt. Quelle: dpa

 

Sechs weitere Namen stehen auf dem Wahlzettel für die OB-Wahl, darunter zwei Frauen. Eine hat schon allein durch ihren Beruf für Schlagzeilen in den Medien gesorgt: Tanja Meyer (46) arbeitet als Thekenkraft in einem Emder Bordell. Die gelernte Justiz- und Verwaltungsangestellte traut sich den Spitzenjob zu. „Niemand wird als Politiker oder Oberbürgermeister geboren, aber alles lässt sich lernen“, sagt sie und hofft auf viele Stimmen von Frauen und älteren Menschen.

Meyer und auch die anderen parteilosen Bewerber sind jedoch politisch bislang kaum in Erscheinung getreten. Darunter sind die 57 Jahre alte Verkäuferin Karin Theeßen-Leckebusch, der Heizungsbauer und Ex-Boxer Reza Darbani, der Gastronom Sari Sansar und der IT-Systemkaufmann Ingo Weber.

 

Ihre Kandidatur sorgt für Aufsehen: Tanja Meyer, Mitarbeiterin in einem Nachtclub. Quelle: dpa

Ein bekanntes Gesicht in der Stadt ist dagegen Abdou Ouedraogo (61), der in Ghana aufgewachsen ist und seit 1985 in Emden lebt. Der Energieberater engagiert sich schon länger in der Integrationsarbeit und will sich als Oberbürgermeister um Themen wie Umwelt und Klima, aber vor allem um den Zusammenhalt der Gesellschaft kümmern.

Von RND/lni

Dieser Fall hatte Schlagzeilen gemacht: In Passau waren drei Tote entdeckt worden – jeweils mit einer Armbrust erschossen. Später kamen zwei tote Frauen in Wittingen (Kreis Gifhorn) hinzu. Auch nach drei Monaten gibt es noch keinen Abschlussbericht.

08.08.2019

Ein Bestatter aus Achim steht unter dem Verdacht, Urnen vertauscht und diese in den falschen Gräbern beigesetzt zu haben. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen des Verdachts der Störung der Totenruhe.

07.08.2019

Der Fleischkonsum ist hoch, die Haltungsbedingungen der Tiere sind verbesserungswürdig: Kann eine höhere Steuer auf Schnitzel und Wurst im Supermarkt helfen? Im Fleischland Niedersachsen ist die Ablehnung gegen den Vorschlag groß.

07.08.2019