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Der Norden Opferanwältin will Högel-Vorgesetzte vor Gericht sehen
Nachrichten Der Norden Opferanwältin will Högel-Vorgesetzte vor Gericht sehen
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14:16 18.01.2020
Die Opferanwältin im Högel-Prozess, Gaby Lübben (42), will die Vorgesetzten des 85-fachen Patientenmörders Niels Högel vor Gericht sehen. Quelle: dpa
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Bremen/Oldenburg

Die Opferanwältin im Högel-Prozess, Gaby Lübben (42), will die Vorgesetzten des 85-fachen Patientenmörders Niels Högel vor Gericht sehen. Sollte das Landgericht Oldenburg, wie angekündigt, die Anklage wegen Totschlags durch Unterlassen tatsächlich nicht zulassen, werde sie das vermutlich nicht einfach hinnehmen, sagte Lübben dem Bremer „Weser-Kurier“ (Sonnabend): „Natürlich kann es sein, dass wir gegen die Entscheidung vorgehen.“

Sie wolle aber zunächst die endgültige Entscheidung des Gerichts abwarten. Ein Sprecher hatte Mitte Dezember mitgeteilt, nach einer ersten rechtlichen Bewertung werde die Anklage gegen fünf Vorgesetzte Högels allenfalls teilweise zugelassen.

Vorwürfe richten sich gegen früheren Geschäftsführer

Die Staatsanwaltschaft wirft den Verantwortlichen vor, Högel trotz eines Verdachts nicht gestoppt zu haben, weil sie um den Ruf ihrer Abteilung und ihres Klinikums besorgt waren. Die Vorwürfe richten sich gegen den früheren Geschäftsführer des Klinikums Oldenburg, die damaligen Chefärzte der kardiologischen Intensivstation und der Anästhesiestation sowie den Pflegedienstleiter der Intensivstation und die Pflegedirektorin.

Lübben sagte, die Nachricht von der möglichen Nichtzulassung der Anklage habe sie geschockt. „Das war ein Schlag, der völlig überraschend kam.“ Sie habe dann dem Landgericht aber schriftlich mitgeteilt, wo die Einschätzung der Richter ihrer Ansicht nach Lücken aufweise.

„Von Reue habe ich nichts gespürt“

Auch die Tatsache, dass Högel in Revision gegangen sei, habe sie geärgert und wütend gemacht, sagte die Delmenhorster Anwältin. „Ich habe mich gefragt, warum er die Angehörigen nicht einfach zur Ruhe kommen lassen kann, auch wenn ihm das Revisionsrecht zusteht.“

Andererseits habe sie geahnt, dass er diesen Schritt gehen würde, betonte Lübben. Sie habe Högel während des gesamten Prozesses als einen Menschen wahrgenommen, der sich inszeniert und keine wirkliche Reue gezeigt habe. „Von Reue habe ich nichts gespürt. Seine Entschuldigungsversuche habe ich ihm nicht abgekauft.“

Aus Geltungssucht 85 Menschen vergiftet

Ganz zu Beginn des Prozesses habe er ihr in die Augen gesehen und sie immer weiter angestarrt, berichtete die Juristin. Erst als der Richter ihn angesprochen habe, habe er sich abgewendet. „Das war ein Machtspiel, eine Kampfansage.“

Högel wurde am 6. Juni 2019 zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt. Nach Überzeugung des Oldenburger Landgerichts hat er aus Geltungssucht 85 Menschen in den Kliniken Oldenburg und Delmenhorst mit Medikamenten vergiftet und anschließend vergeblich versucht, sie zu reanimieren.

Von RND/epd

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