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Der Norden Wird die Regelstudienzeit wegen Corona verlängert?
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Universität und Corona: Thümler für Verlängerung von Regelstudienzeit

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16:45 05.09.2020
Wegen des „Corona-Sommersemesters“ an den niedersächsischen Universitäten erwägt Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) eine einmalige Verlängerung der Regelstudienzeit. Quelle: Silas Stein/dpa
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Hannover

Wegen des „Corona-Sommersemesters“ an den niedersächsischen Universitäten erwägt Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) eine einmalige Verlängerung der Regelstudienzeit. „Dabei muss klar sein, dass es insgesamt bis zur Rückkehr in einen Regelbetrieb nur eine einmalige Verlängerung um ein Semester geben wird“, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ, Samstag). Im Falle einer Verlängerung werde die Förderhöchstdauer des Bafög entsprechend um ein Semester erhöht. Die Gebühren des Sommersemesters würden dagegen nicht erstattet. „Es wird keine Geldrückflüsse geben“, sagte Thümler.

Freitag vergangener Woche hatten Studentinnen und Studenten in Hannover dafür protestiert, dass das diesjährige Sommersemester nicht auf die Regelstudienzeit angerechnet wird und es mehr finanzielle Unterstützung geben soll. Sie warfen Thümler vor, nicht auf die Nöte von Studenten reagiert zu haben.

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Vorstoß kommt von den Grünen

Die Grünen-Fraktion hatte im April einen Antrag zur Verlängerung der Regelstudienzeit in den Landtag eingebracht. „Bisher gibt es dazu keine Entscheidung“, sagte die Fraktionssprecherin der Grünen für Wissenschaft und Hochschulen, Eva Viehoff. „Das ist völlig unverständlich, denn die einfache Änderung des Hochschulgesetzes ist nicht aufwendig, andere Bundesländer haben längst Klarheit geschaffen.“ Nach Angaben der Grünen haben mehrere Bundesländer bereits die Regelstudienzeit an den Hochschulen um ein Semester verlängert, weil die Studienbedingungen im Sommersemester 2020 durch die Corona-Pandemie eingeschränkt waren.

Die Grünen warfen Minister Thümler und den Koalitionsfraktionen von SPD und CDU vor, sich in der Entscheidung gegenseitig zu blockieren. Dies gehe zu Lasten der Studierenden. „Es wird jetzt kurz vor Beginn des Wintersemesters höchste Zeit, die Betroffenen nicht länger im Unklaren zu lassen“, sagte Viehoff. Die Situation sei für Niedersachsens Studierende ein Wettbewerbsnachteil. „Sie haben aktuell ein Semester weniger Zeit als andere Studierende, um trotz ausgefallener Kurse und Prüfungen ihr Studium in Regelstudienzeit zu beenden.“

Von RND/lni