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Der Norden 19-Jährige nackt an Betonplatte in der Weser gefunden – war es Mord?
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Verden: 19-Jährige in Weser ertränkt - zwei Tatverdächtige vor Gericht

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14:57 18.10.2021
Der Angeklagte im Mordprozess wird in die Verdener Stadthalle geführt.
Der Angeklagte im Mordprozess wird in die Verdener Stadthalle geführt. Quelle: Sina Schuldt/dpa
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Verden/Aller

Im Mordprozess um den gewaltsamen Tod einer gefesselten 19-Jährigen in der Weser hat die Staatsanwaltschaft am Montag lebenslange Haft für die drei Angeklagten gefordert. Vor dem Landgericht Verden forderte die Staatsanwältin, die zwei Männer und die Frau unter anderem wegen versuchten Mordes durch Unterlassen und Menschenhandels zu verurteilen. Demnach konnte der Prozess nicht genau klären, wie die psychisch schwer kranke Frau starb.

Es sei naheliegend, dass die 19-Jährige im April 2020 lebend versenkt wurde, sagte die Vertreterin der Anklage. Ihr zufolge kann aber nicht sicher bewiesen werden, dass sie ertrunken ist. Möglich ist demnach auch, dass die an einer paranoiden Schizophrenie erkrankte Frau auf dem Grundstück des heute 41-jährigen Angeklagten starb und ihre Leiche in die Weser geworfen wurde. Oder dass die Frau in bewusstlosem Zustand versenkt wurde.

Leiche lag drei Wochen in der Weser

„Wir können es eben nicht ohne vernünftige Zweifel feststellen“, so die Staatsanwältin, die das Verhalten der drei Angeklagten mehrfach als menschenverachtend und grausam bezeichnete. Demnach versuchten die Männer die 19-jährige Frau als Prostituierte zu vermarkten und nutzten ihre persönliche Zwangslage aus. Als sie merkten, dass ein Geschäft wegen des Gesundheitszustands der Frau nicht möglich war, wollten sie sie loswerden.

Einer der Angeklagten im Mordprozess sitzt in der Stadthalle. Quelle: Sina Schuldt/dpa

Die Frau wurde im April 2020 nackt an einer Betonplatte festgebunden und in die Weser geworfen. Ihre Leiche wurde knapp drei Wochen nach der Tat von einem Binnenschiffer im Bereich des Schleusenkanals in der Gemeinde Balge in Niedersachsen entdeckt.

In der Anklage hatte die Staatsanwaltschaft den drei Deutschen Mord vorgeworfen. Demnach soll das Trio die wehrlose, psychisch kranke 19-Jährige im April 2020 grausam und aus niedrigen Beweggründen getötet haben, um andere Straftaten zu verdecken. Das Plädoyer der Verteidigung wurde am Montagnachmittag erwartet. (Az. 1 Ks 113/20)

Von RND/dpa