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Der Norden Waldbrandgefahr in Niedersachsen steigt – Osterfeuer in Gefahr?
Nachrichten Der Norden Waldbrandgefahr in Niedersachsen steigt – Osterfeuer in Gefahr?
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00:19 20.04.2019
Archivbild Quelle: Feuerwehr Helmstedt
Hannover

Eigentlich gilt der April als feuchter Monat, doch in diesem Jahr drohen bereits jetzt Waldbrände in Niedersachsen. Zum Osterwochenende könnte die Gefahr sogar steigen. Für die Stationen in Soltau, Lüchow, Bergen, Wittingen-Vorhop und Celle gibt der Deutsche Wetterdienst für Freitag und Sonnabend die Waldbrandgefahrenstufe vier auf einer fünfstelligen Skala an. Für die Gemeinde Faßberg im Landkreis Celle prognostizieren die Experten für Freitag gar die höchste Stufe fünf. Auch die Nationalparkverwaltung im Harz warnt wegen des ungewöhnlich warmen Frühjahrs vor einer für April schon großen Waldbrandgefahr.

Gefahr durch trockenen Winter und starken Wind

Das Risiko von Waldbränden liege am geringen Niederschlag der letzten Monate, erklärt Mathias Aßmann von den Niedersächsischen Landesforsten. „Der Winter war verhältnismäßig trocken, und die Vegetation aus dem Vorjahr ist gutes Brennmaterial.“ Zudem sei es momentan sehr windig, wodurch sich kleinere Feuer schnell ausbreiten, meint Aßmann. Er warnt davor, bei den prognostizierten Gefahrenstufen Feuer im Wald anzuzünden.

Sind die Osterfeuer in Gefahr?

Wegen der Waldbrandgefahr könnten in einigen Orten sogar die traditionellen Osterfeuer abgesagt werden. In Lüchow-Dannenberg etwa gebe es keine pauschale Absage der Osterfeuer, sagt ein Pressesprecher der Verwaltung auf Nachfrage. „Die Genehmigungen haben ihre Gültigkeit.“ In einzelnen Orten seien diese aber mit Auflagen versehen. Eine Auflage kann sein, dass die Feuer bei einer Waldbrandstufe von vier oder fünf nicht entfacht werden dürfen. In zwei Samtgemeinden des Landeskreises, Gartow und Elbtalaue, sind bislang jedoch keine Feuer abgesagt worden, sagt eine Sachbearbeiterin der Gemeinde Gartow.

Auch die Gemeinde Faßberg im Landkreis Celle will ihre Osterfeuer trotz der höchsten Warnstufe anzünden. „Die Feuer sind nur ganz klein und werden von der Feuerwehr selbst veranstaltet“, sagt ein Fachbereichsleiter der Gemeinde.

Nach Angaben des Niedersächsischen Innenministeriums werden auf den Flächen der Landkreise Uelzen, Lüneburg, Heidekreis, Celle, Gifhorn und Lüchow-Dannenberg weit mehr als die Hälfte aller Waldbrände in Niedersachsen gemeldet.

Sicherheitstipps für das Osterfeuer

Die traditionellen Osterfeuer führen jährlich zu zahlreichen Feuerwehreinsätzen. „Häufig werden Feuerwehren alarmiert, weil Brände außer Kontrolle geraten oder nicht sachgemäß angemeldet wurden“ sagt Hermann Schreck, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV). Die Feuerwehren geben deshalb folgende Sicherheitstipps zum Osterfeuer.

Osterfeuer müssen bei der örtlich zuständigen Behörde angemeldet werden. Dadurh können Fehleinsätze der Feuerwehr vermeidet werden.

– Für das Feuer sollten nur trockene Pflanzenreste und unbehandeltes Holz verwendet werden. Das Brennmaterial muss kurz vor dem Anzünden noch einmal umgeschichtet werden, damit sich unter dem Stapel keine Tiere befinden.

– Für die Feuerwehr und den Rettungsdienst sollte eine Zufahrt zum Osterfeuer freigehalten werden. Der Sicherheitsabstand wegen Rauch und Hitze beträgt mindestens 50 Meter zu Gebäuden und Bäumen, und mindestens 100 Meter zu Straßen. Dabei ist auch die Windrichtung zu beachten.

– Zum Anzünden sollte kein Brandbeschleuniger verwendet werden.

– Veranstalter sollten die Feuerstelle erst verlassen, wenn sie komplett erkaltet ist.

Feuerwehren erhalten neue Karten für den Einsatz

Derweil hat das Niedersächsische Innenministerium am Mittwoch neue Karten für Feuerwehreinsätze bei Waldbränden veröffentlicht. Die Karten enthalten Informationen zur Befahrbarkeit von Wegen, Wasserentnahmestellen und Bereichen mit brandhemmenden Baumarten. Die Feuerwehr soll Waldbrände dadurch schneller erreichen und vom Boden aus bekämpfen können, heißt es in der Mitteilung des Ministeriums.

Innenminister Boris Pistorius (SPD) hatte im Oktober vergangenen Jahres zudem die Einrichtung einer Waldbrandexpertenkommission angekündigt. Vergangene Woche hat die Kommission zum ersten Mal getagt, im Laufe des Jahres soll es erste Ergebnisse geben.

Von Sebastian Stein

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