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Digital AI Portraits: Künstliche Intelligenz verwandelt Selfies in Kunstwerke
Nachrichten Digital AI Portraits: Künstliche Intelligenz verwandelt Selfies in Kunstwerke
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12:15 25.07.2019
Ein eigenes Porträt im Stil von Leonardo da Vincis "Mona Lisa” – AI Portraits macht es möglich. Quelle: epd
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Hannover

Wer hat sich beim Gang durch ein Kunstmuseum nicht schon einmal gefragt, wie er selbst auf einem klassischen Gemälde aussehen würde? Dank Künstlicher Intelligenz (Artificial Intelligence) muss dafür heute niemand mehr stundenlang still sitzen. Die Web-App „AI Portraits Ars“ verwandelt Selfies innerhalb von Sekunden in Kunstwerke.

Wie das Technikportal „The Verge“ berichtet, verfügt die App über einen Datensatz von mehr als 45.000 historischen Gemälden. Forscher des MIT-IBM Watson Al Lab haben einen Algorithmus entwickelt, der auf Grundlage dieser Gemälde individuelle Kunstwerke erzeugen kann.

Öl, Wasser oder Tinte: App wählt den Stil selber aus

Wer die künstlerische Verwandlung austesten möchte, kann dazu ein beliebiges Foto in der Web-App hochladen. Das Gesicht wird automatisch zugeschnitten und analysiert. Dann erzeugt die Künstliche Intelligenz ein klassisches Porträt und malt virtuell zum Beispiel mit Öl, Wasserfarben oder Tinte.

Welcher Stil verwendet wird, wählt der Algorithmus selber aus, der Nutzer hat darauf keinen Einfluss. Stattdessen veranlassen bestimmte Elemente im Gesicht die Anwendung, einen spezifischen Stil zu verwenden zum Beispiel die Form der Nase oder die Pose auf dem Foto. Die App verfügt über eine riesige Datenbank an unterschiedlichen Stilen großer Künstler – von Rembrandt über van Gogh oder Titian. Sie fließen in die Bearbeitung ein und erzeugen immer ein einzigartiges Foto. Wer verschiedene Selfies in der App hochlädt, bekommt daher auch jedes Mal unterschiedliche Effekte.

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Darum bildet die App kein Lächeln ab

Wie die Forscher berichten, malt „AI Portraits Ars“ nicht bloß über das Gesicht. Anders als bei früheren Anwendungen, die ähnliche Porträts mit Künstlicher Intelligenz erzeugen, erschafft der Algorithmus selbst ein ganz neues Bild. Dafür verwendet die App eine Technik, die als „Generative Adversarial Network“ (GAN) bekannt ist. So werden auch die Gesichtszüge nicht eins zu eins abgemalt, sondern im Stil von früheren Schönheitsidealen gestaltet.

Genau aus diesem Grund bildet die WebApp auch kein Lachen ab. Wer sie austestet, wird es schnell merken: Selbst wenn die Person auf dem Foto breit grinst, erzeugt die Anwendung höchsten ein schmales Lächeln. Das ist keinesfalls ein Fehler der App – ganz im Gegenteil. In den Entstehungszeiten der historischen Porträts war es nicht üblich, freudige Gesichter abzubilden. Dies verzerre das Gesicht und gehöre in den Bereich der Komik, so die Ansicht. Und weil die App auf die klassischen Gemälde zurückgreift, schlägt sich das auch in den erzeugten Kunstwerken nieder.

AI Portraits“ – so funktioniert die App

Die Web-App funktioniert in jedem modernen Browser. Nutzer können ihre Fotos deswegen am PC, aber auch auf dem Android-Handy oder iPhone bearbeiten lassen – Internetverbindung vorausgesetzt. Wie das Technik-Magazin „Chip“ berichtet, muss das Foto dazu in einem dieser Formate vorliegen: PNG, GIF, PJP, JPG, PJPEG, JFIF, DIB oder BMP. Wenn das Ergebnis gefällt, können Nutzer das Foto auf ihrem Gerät speichern.

Aktuell sind die Server der Web-App allerdings stark überlastet. Wer den Dienst verwenden möchte, braucht daher etwas Geduld.

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Keine Datenschutzbedenken

Die Web-Anwendung erinnert an die FaceApp, eine weitere Bildbearbeitungsapp, die mithilfe von künstlicher Intelligenz Gesichter altern oder verjüngen lassen kann. Nach einem anfänglichen Hype stand die App wegen undurchsichtigem Datenschutz stark in der Kritik. Bei AI Portraits gibt es laut „The Verge“ jedoch keine Sicherheitsbedenken.

Wie das Technikportal berichtet, werden die Fotos zwar auf den Server der Entwickler geladen. Nach der Bearbeitung werden sie jedoch sofort gelöscht. Die Entwickler versprechen, die Nutzerdaten für keinen anderen Zweck zu verwenden.

Von RND/lzi

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