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Nachrichten Digital Das kann das neue iOS 7
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00:15 21.09.2013
Die neue Software iOS7 verleiht Apple-Geräten einen anderen Look. Quelle: dpa
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Cupertino

Während sich die einen auf diesen Tag gefreut haben, sehen die anderen schwarz: Seit Mittwoch gibt es die neue Version des Betriebssystems für iPhone und iPad. Weltweit werden in den kommenden Tagen mehrere Hundert Millionen Menschen die Software auf ihr Smartphone oder Tablet laden – und damit die Funknetze mehrere Tage an die Grenzen ihrer Kapazität bringen, befürchtet der Verband der deutschen Internetwirtschaft ECO. Es könnte also etwas länger dauern, bis der Download abgeschlossen ist. Aber lohnt sich das Update überhaupt? Apple spricht von Hunderten neuen Funktionen. Zum Beispiel bekommt Siri neue weibliche und männliche Stimmen. Vor allem aber ist es das Design, was Apples Entwickler an iOS überarbeitet haben. Es ist bunter, eleganter, aber auch schlichter geworden. Der Unterschied ist so groß, dass man schnell denkt, ein neues Gerät vor sich zu haben. 

Auf diesen Geräten läuft iOS 7Nicht jeder Besitzer eines iPhones oder iPads kann iOS 7 installieren oder bekommt alle Funktionen: Die Software läuft auf dem iPad 2, 3 und 4 sowie auf dem iPhone 4, 4S und 5, aber weder auf dem iPad 1, noch auf dem iPhone 3G. Auch das iPhone 3GS bleibt außen vor. iOS 6 hatte es für das Smartphone-Modell von 2009 noch gegeben. Für das iPad 1 dagegen, das 2010 vorgestellt worden war, war schon mit iOS 5 Schluss. Ältere Modelle des Tablets und des Smartphones werden von Apple eben nicht mehr unterstützt. Deshalb könnte iOS 7 auch die letzte Version für das iPad 2 und das iPhone 4 sein. Das Tablet kam 2011 auf den Markt, das Smartphone 2010. Einige Features funktionieren auf ihnen schon nicht mehr: Der Sprachassistent Siri fehlt von Anfang an, genauso wie Airdrop – auf dem iPad 3 und dem iPhone 4S übrigens auch. Einschränkungen gibt es ebenfalls bei der Kamera: Mit dem iPhone 4 (und neuer) lassen sich nun auch quadratische Bilder machen, die neuen Filter sind aber nur ab Modell 5 verfügbar und fehlen auf allen iPads.

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So wird iOS 7 installiertApple macht die Installation einer neuen Version des Betriebssystems einfach. Dem Nutzer stehen dafür zwei Wege offen: Entweder auf dem iPhone oder iPad die „Einstellungen“ öffnen, das Menü „Allgemein“ aufrufen und dort den Punkt „Softwareaktualisierung“ antippen. Dann überprüft das Gerät, ob eine neue Version des Betriebssysstems verfügbar ist – und wenn das der Fall ist, muss die Installation nur noch bestätigt werden. Dabei sollte das Smartphone oder Tablet aber vorher an eine Stromquelle angeschlossen sein, weil es einige Zeit dauert, bis die Software heruntergeladen ist. Eine gute WLAN-Verbindung ist ebenfalls empfehlenswert. Oder man schließt iPad oder iPhone am Computer an, startet das Programm „iTunes“, öffnet im Menü die „Übersicht“ und klickt dort auf den Punkt „ Nach Updates“ suchen“. Auch dann muss die Installation nur noch bestätigt werden. In beiden Fällen startet iOS 7 auf dem iPhone oder iPad automatisch, sobald die Software komplett heruntergeladen ist.

Neue Optik und mehr Funktionen: Für iOS 7 hat Apple das Design des Betriebssystems überarbeitet. Neu ist außerdem die Kommandozentrale, mit der Nutzer zum Beispiel schnell auf den Musikplayer zugreifen können. Quelle: dpa/Apple

Neu: Das KontrollzentrumAuf so etwas wie das Kontrollzentrum haben viele Apple-Kunden gewartet. Vor allem diejenigen, die schon einmal ein Smartphone mit dem Betriebssystem Android in der Hand hatten: Auf Geräten mit Googles Software ist es einfacher möglich, wichtige Einstellungen zu ändern. Ein Fenster mit Icons für Blue­tooth oder WLAN wird dafür einfach aus dem oberen Bildschirmrand heruntergezogen. Auf dem iPhone oder dem iPad gibt es so etwas nun auch: Sobald iOS 7 installiert ist, kann man mit dem Finger jederzeit aus dem unteren Bildschirmrand das Kontrollzentrum hervorziehen und Funktionen wie den Flugmodus oder „Bitte nicht stören“ ein- oder ausschalten. Nutzer können dafür auch wie bisher die App „Einstellungen“ öffnen und das entsprechende Menü aufrufen. Aber über das Kontrollzentrum geht es schneller. Integriert sind außerdem die Icons einiger Apps (Uhr, Taschenlampe, Kamera und Taschenrechner), die Steuerung des Musicplayers sowie weitere Funktionen wie Airdrop und Airplay.

Aufgeräumt: Die MitteilungszentraleDie Mitteilungszentrale ist nicht neu, es gibt sie bereits auf dem iPhone und dem iPad: Man zieht das Fenster mit den Terminen des Tages oder verpassten Nachrichten aus dem oberen Bildschirmrand des Smartphones oder Tablets. Aber die Mitteilungszentrale ist von Apples Entwicklern überarbeitet worden. Das Ergebnis ist im Wesentlichen gelungen. Anstatt alle Termine und Nachrichten wie bisher untereinander in ein Fenster zu quetschen, werden diese Einträge von iOS 7 sortiert – nach „Heute“, „Alle“ und „Verpasst“. Dadurch sieht der Nutzer sofort, welche Nachrichten eingegangen und bislang unbeantwortet geblieben sind, welche Termine in den nächsten Stunden anstehen und wie das Wetter voraussichtlich wird. Aber, und das ist schlechter als vorher: Bisher zeigte die Software mit Symbolen und Zahlen, ob es wahrscheinlich regnen oder die Sonne scheinen und ob es warm oder kalt wird. Nun besteht der Wetterbericht aus einem kurzen Text.  Die Vorhersage ist dadurch nicht mehr so schnell zu erfassen wie vorher.

Einfacher: Die BedienungApples Entwickler haben sich noch weitere Funktionen überlegt, um die  Bedienung des iPhones und iPads bequemer zu machen. Ordner verfügen nun über mehrere Seiten: Damit ist die Beschränkung von zwölf Apps pro Ordner aufgehoben. Das Multitasking ist überarbeitet worden: Um zwischen laufenden Apps zu wechseln, einfach wie bisher zweimal den Home-Button drücken, dann kommt eeine Übersicht der laufenden Programme. Anders als bisher zeigt iOS aber nicht nur die jeweiligen Icons an, sondern auch eine Vorschau auf den Inhalt der Apps. Um ein Programm zu beenden, wischt man dessen Fenster nun einfach nach oben aus dem Display.In den Einstellungen werden unter „Datenschutz“ nun auch Programme aufgelistet, die auf das Mikrofon zugreifen wollen. Außerdem verfügt die Kalender-App über eine Suchfunktion für Termine.

Erweitert: Kamera + Foto-AppDie Bildbearbeitung wird einfacher. Vor allem auf dem iPhone 5. Apples Entwickler haben Filter in die Kamera-App des Smartphones integriert: Dadurch lassen sich Aufnahmen in einem Retro-Look machen, man kann ihnen aber auch mehr Kontrast geben oder ein Motiv in Schwarzweiß anstatt in vielen bunten Farben festhalten. Wie das Ergebnis aussehen wird, lässt sich anschauen, bevor man den Auslöser drückt. Auf älteren Modellen und den iPads gibt es die Filter auch, aber nur als Funktion in der Foto-App. Neu ist auch das Format Quadrat, zusätzlich zum bekannten Rechteck. Außerdem werden die Fotos nun anhand von Uhrzeit und Ort sortiert. 

Noch nicht verfügbar: iTunes Radio.Eine der schönsten neuen Funktionen ist erst einmal nur in den USA verfügbar: iTunes Radio. Der Name ist allerdings etwas irreführend. Es handelt sich nicht um ein klassisches Radioprogramm, das Apple in die Musik-App von iOS 7 integriert. Wer über iPad oder iPhone den WDR, NDR oder MDR hören möchte, muss deshalb – selbst wenn iTunes Radio irgendwann in Deutschland verfügbar sein sollte – entweder die Sender übers Internet direkt anwählen.

Schneller: Fotos per Airdrop sendenMit iOS 7 wird es einfacher, anderen Menschen ein Foto oder eine andere Datei zu schicken: Apple bringt die Funktion AirDrop auf sein Smartphone und sein Tablet – allerdings nur auf das iPhone 5 (und neuer), das iPad 4 und das iPad mini. Für Besitzer älterer Geräte bleibt nur der bisherige Weg: Fotos per E-Mail oder SMS schicken. Das ist nicht ganz so komfortabel wie mit AirDrop: Dort werden die verschiedenen Möglichkeiten angeboten – Mail, Facebook, SMS oder eben AirDrop. Der Empfänger muss lediglich sagen, ob er die Datei auch haben möchte, der Datenaustausch erfolgt über WLAN und Bluetooth. So lassen sich nicht nur Fotos, sondern auch Videos und Kontakte austauschen – und alles andere aus jeder App, in der es eine Taste zum Teilen gibt. Bedingung ist aber: Das Gerät des Empfängers muss ebenfalls AirDrop beherrschen.

Einfacher suchen: Safari.Am Internetbrowser Safari haben Apples Entwickler vor allem optische Korrekturen vorgenommen. Die Icons für Leseliste, Lesemodus und facebook, Twitter oder E-Mail sind von links nach rechts gewandert oder umgekehrt. Darüber hinaus sind zwei Veränderungen interessant. Erstens werden die Adressleiste und das Suchfeld zusammengefügt. Das heißt: Wer die Adresse einer Internetseite kennt, gibt sie wie bisher in das Feld am oberen Bildschirmrand ein. Andernfalls einfach in dasselbe Feld ein Stichwort eintippen und Return drücken. Dann erscheinen automatisch alle Suchergebnisse von Google zu diesem Wort. Apple nennt die Funktion „intelligentes Suchfeld“. Außerdem sind die „Einstellungen“ in puncto Kennwörter erweitert worden: iOS 7 merkt sich nun auch die Kreditkartendaten, falls gewollt – dann werden sie automatisch eingetragen, wenn online etwas eingekauft wird.

Von Markus Werning

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