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Nachrichten Digital Das Apple iPhone 11 Pro Max im Test
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18:24 25.09.2019
Im neuen iPhone 11 Pro Max findet man ein Tele-Objektiv mit einer Brennweite von 52 mm. Quelle: Robert Günther/dpa-tmn
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Nach der Vorstellung der neuen Geräte am 10. September waren bei Apple-Fans die Begehrlichkeiten naturgemäß hoch. Doch auch das Interesse der nicht auf Apple fixierten Fachwelt richtete sich auf die neuen iPhones. Das lag speziell an der gewaltigen Aufrüstung der Kamera, aber auch an der versprochenen Leistungssteigerung des Prozessors und der Batterielebensdauer. Besteht das iPhone Pro Max auch den Alltagstest?

Spott für das Kameraauge - das trotzdem edel aussieht

Design: Als Apple mit dem iPhone X vor zwei Jahren das neue Design mit der „Delle“ am oberen Rand des Bildschirms einführte, war das ein Fest für die Spötter unter den Designpuristen. Zu plump mutete die Auskerbung in dem sonst makellosen Hightechscreen an, in der unter anderem die Features zur Gesichtserkennung stecken. Mittlerweile haben sich die User daran gewöhnt. Als die neue iPhone-Generation vorgestellt wurde, richtete sich deshalb der Spott auf die Rückseite mit der doch gewaltigen, rechteckigen Aussparung für die drei (iPhone 11 Pro und Pro Max) beziehungsweise zwei Objektive (iPhone 11).

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Hält man das Gerät jedoch in der Hand, mutet die Dreier-Anordnung der Objektive dank des polierten Metalls, das sich von der mattierten Oberfläche absetzt, durchaus edel an. Und die drei Objektive erinnern unweigerlich an die Jugendzeit der Kameras, als aus Holzkisten große, gläserne Augen den Betrachter anglotzten. Eine durchaus gelungene Designlösung also, wobei sich über Geschmack ja schlecht streiten lässt.

Das gilt auch für die neue Farbe in Nachtgrün. Das Testmodell sieht damit ein wenig wie ein Accessoire zu einem klassischen britischen Sportwagen aus. Die Farbe gleicht eher einem dezenten Anthrazitton als einem klaren Grün. Eleganter gelöst als zuvor ist auch die Positionierung des Apple-Logos. Es sitzt jetzt mittig auf der Rückseite, und auch das „Kleingedruckte“ der Vorgängermodelle ist vom 11er-Rücken verschwunden.

Die Kamera ist das stärkste Kaufargument für das iPhone 11

Kamera: Wie fast immer ist Apple mit einer Neuerung nicht der Erste am Markt. Die asiatischen Konkurrenten von Huawei (China) und Samsung (Südkorea) haben Dreier-Objektive schon länger im Angebot. Doch die Apple-Lösung besticht im Test durch Perfektion. Die drei Objektive Weitwinkel, Tele und Ultraweitwinkel arbeiten bruchlos miteinander. Das Ultraweitwinkelobjektiv sorgt mit seinem Blickwinkel von 120 Grad für einen echten Aha-Effekt, denn die Raumtiefe, die damit erfasst wird, ist beeindruckend.

Alle Objektive – einschließlich der Selfie-Kamera auf der Vorderseite – verfügen über eine Auflösung von zwölf Megapixel. Der Detailreichtum der Aufnahmen beweist wieder einmal, dass es nicht auf die absolute Zahl der Megapixel ankommt, sondern auf die ausgeklügelte Software, die die Kamera steuert. Damit wirken auch bereits vertraute Features wie das zweifache optische Zoom wesentlich kontrast- und detailreicher.

Wirklich überzeugend ist allerdings das neue Feature „Nachtmodus“. Wo das (schon recht lichtstarke) iPhone XS Max nur eine amorphe schwarze Fläche produziert, erfasst das iPhone 11 Pro Max alle Konturen auch bei kompletter Dunkelheit. Dabei ist allerdings ein gewisses Bildrauschen nicht zu vermeiden, das ist allerdings auch bei professionellen Kameras mit Wechselobjektiven so.

Aufnahme vom 21. September, 23.15 Uhr.

Wirklich bestechend ist die Nachtfunktion aber, wenn es schwache Lichtquellen oder natürliches Restlicht gibt. Die Farben sind klar und voller Kontrast, dabei werden allerdings Bilddetails nicht einfach aufgehellt, sondern die nächtliche Atmosphäre bleibt erhalten. Als Belichtungszeit sind rund zwei Sekunden voreingestellt, mittels eines Rändelrades auf dem Screen kann man aber, sofern ein Stativ zur Hand ist, die Belichtungsdauer stufenlos auf bis zu 30 Sekunden verlängern. Für Smartphones ist das wirklich außergewöhnlich.

Die Kamera ist das wohl stärkste Kaufargument für das neue Spitzen-iPhone. Und glaubt man den Machern aus Cupertino, soll sie bald noch besser werden, wenn im Spätherbst die Softwarefunktion „Deep Fusion“ ausgeliefert wird. Die soll dann mittels einer Neuro Engine in der Lage sein, neun Aufnahmen zu einer optimierten zusammenzurechnen. Damit kann dann die Auflösung der Bilder auf 24 Megapixel erhöht werden.

Die Superweitwinkelfunktion des iPhone 11 Pro lässt Aufnahmen bis zu 120 Grad zu.

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Der Akku hält länger durch

Performance: Der neue A13-Bionic-Chip mit seinen vier Gigabyte Arbeitsspeicher soll laut Apple ebenfalls neue Maßstäbe in Sachen Tempo setzen. Richtig verifizieren lässt sich das im Alltag allerdings nicht. Die Facetime-Gesichtserkennung funktioniert gewohnt zügig – allerdings nicht so schnell, dass eine wirklich spürbare Temposteigerung im Vergleich zum iPhone XS Max festzustellen wäre. Deutlich fließender geht es allerdings beim Wechsel zwischen Apps beziehungsweise beim Öffnen von Anwendungen zu. So schnell, dass man sich auch gern einmal „verwischt“.

Eine deutliche Leistungssteigerung ist aber beim Akku zu beobachten. Wenn auch die Apple-seitig angegebenen bis zu fünf Stunden längere Lebensdauer eines Ladezyklus sich bisher noch nicht verifizieren ließ, so ist der Ladezustand der Batterie abends doch spürbar weniger ausgeschöpft als beim Vorgänger.

Damit hat Apple eines der größten Negativmerkmale seiner teuren High-End-Geräte endlich beseitigt. Die Leistung des Akkus kann jetzt auch mit der Leistungsfähigkeit des Geräts insgesamt mithalten. Den neuen iPhone-11-Pro-Modellen liegen nun auch endlich die wesentlich leistungsstärkeren 18-Watt-Ladegeräte bei, die bisher den iPads vorbehalten waren.

Das iPhone 11 liegt sicherer in der Hand

Telefonieren: Ach ja, das können iPhones ja auch noch. Sofern es das durchaus stotternde deutsche Mobilnetz zulässt, ist die Sprachqualität aber extrem überzeugend. Kristallklar und deutlich ist die Stimme des Telefonpartners am Ohr, und auch die eingebauten Stereolautsprecher punkten bei Sprache. Dass sie auf Dauer nicht für dynamikintensive Musik wie etwa Klassik geeignet sind, sollte allerdings nicht verwundern.

Neu ist, dass das iPhone in iOS 13 zwei Antennenstärken anzeigt, sofern man bei seinem Provider auch die Option WiFi-Telefonie hat. Damit werden sowohl Funknetz- wie WLAN-Qualität in zwei kleinen Balken untereinander angezeigt. Und auch bei der Netzbetreiberanzeige ist eine doppelte Angabe sichtbar – sehr praktisch.

Das doppelte Antennenfeld rechts oben zeigt die Stärke des Funknetzes und der Wlan-Verbindung an. Quelle: Daniel Killy

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Stabilität und Haptik: Durch die mattierte Rückseite liegt das 11 Pro Max deutlich sicherer in der Hand, was ein Plus zur Haptik des Vorgängers ist. Ob die neue Einstufung als wasserdicht für bis zu 30 Minuten in vier Metern Tiefe eine signifikante Verbesserung ist, ließ sich in den ersten Testtagen noch nicht verifizieren. Bei der Apple Watch allerdings ist diese Funktion extrem nützlich. Eine Taucherkamera ist das iPhone aber immer noch nicht. Freunde der Unterwasserfotografie sollten sich vielleicht besser ein wasserdichtes Gehäuse zulegen als zu riskieren, dass dem teuren Gerät doch etwas zustößt.

Die optische Zoom-Funktion und die dazugehörige Software sorgen für brillante Ergebnisse.

Fazit: Nach fünf Tagen ist das iPhone 11 Pro Max schon zum scheinbar unverzichtbaren Begleiter geworden. Im Vergleich zu seinem Vorgängermodell ist das 11 Pro Max erheblich besser. Allerdings hat diese Qualitätssteigerung auch einen Preis, den man durchaus als abschreckend bezeichnen kann. Für die kleinste Konfiguration des iPhone 11 Pro mit 64 Gigabyte Speicher ruft Apple 1149 Euro auf. Das iPhone 11 Pro Max mit 256 Gigabyte, das wir getestet haben, kostet 1419 Euro. Und mit 512 Gigabyte würden sogar 1649 Euro fällig. Somit kostet das teuerste iPhone 350 Euro mehr als das Einstiegsmodell eines iMac-Desktop-Rechners. Und so viel wie das Vorgängermodell iPhone XS Max. Ob die Features eines Smartphones aber solch eine Investition wert sind, das muss jeder für sich selbst beantworten.

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Von Daniel Killy/RND

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