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Digital Einmal vollladen, bitte: Für wen lohnt sich ein E-Auto?
Nachrichten Digital Einmal vollladen, bitte: Für wen lohnt sich ein E-Auto?
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10:00 16.12.2018
Wann lohnt sich der Kauf eines Elektroautos und was sollte dabei beachtet werden? Quelle: palau83/iStock
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Hannover

Das kommende Jahr könnte die Elektromobilität ins Rollen bringen: Neben Mercedes und Audi kommt auch Volkswagen mit dem I.D. auf den Markt. Der elektrische Nachfolger des Golfs soll jedes Jahr mit mehr als 100 000 Einheiten vom Band laufen und E-Autos endlich erschwinglich machen.

Doch mit den Fahrzeugen allein ist es nicht getan, auch die Infrastruktur mit einheitlichen Ladesystemen soll rasant verbessert werden. Wann lohnt sich der Kauf eines Elektroautos und was sollte dabei beachtet werden?

Welche Modelle gibt es zurzeit auf dem Markt?

Ein spezielles Modell herauszupicken ist müßig. Denn alle aktuellen E-Autos mit Ausnahme von Tesla (Model S, Model 3, Model X), Jaguar (I-Pace) und Hyundai (Kona Elek­tro) haben das gleiche Problem der fehlenden Reichweite (meist um die 200 Kilometer) und sind damit nur bedingt alltagstauglich.

Das wird sich 2019 mit der nächsten Batteriegeneration ändern, die in alle neuen Modelle eingebaut wird. Dann sind Reichweiten von 400 Kilometern und mehr nach dem neuen, realitätsnahen Prüfverfahren WLTP realistisch.

Für wen lohnt sich der Kauf eines Elektroautos?

Wer sich hauptsächlich in Ballungszentren bewegt und lokal emissionsfrei unterwegs sein möchte, kann über ein Elektroauto nachdenken. Wichtig ist, dass er einen möglichst einfachen Zugriff auf öffentliche Schnellladesäulen hat oder zu Hause die Möglichkeit besitzt, eine Wallbox zu installieren.

Wie sauber sind Elektroautos?

Die CO2-Bilanz fällt ganz unterschiedlich aus. Grundsätzlich gilt: Je größer Batterie und Reichweite eines Modells sind, desto größer ist der CO2-Ausstoß bei der Herstellung. Beim gegenwärtigen Strommix muss ein solches Auto sehr viel länger fahren, um die Bilanz auszugleichen, als ein Auto mit kleinerer Batterie und geringerer Reichweite.

Das ändert sich deutlich zugunsten einer positiven CO2-Bilanz, wenn der Strom aus regenerativen Energien stammt. Auf der Straße ist ein E-Auto aber immer emissionsfrei unterwegs, auch Schadstoffe wie NOx (Stickoxide) werden nicht ausgestoßen.

Kann ich mit einem E-Auto in den Urlaub fahren?

Ja und nein. Die Supercharger-Ladestationen ermöglichen es Tesla-Fahrern schon heute, elektrisch quer durch Europa zu reisen. Trotzdem gibt es auch für sie noch weiße Flecken. Eine flächendeckende In­frastruktur soll in den kommenden Jahren entstehen. Dank der technischen Entwicklung wird es dann möglich sein, Batterien tatsächlich während einer Kaffeepause nahezu vollständig (80 Prozent) aufzuladen. Angebote einiger Hersteller, Ersatzwagen für den Urlaub umsonst oder mit Rabatten anzubieten, verlieren an Bedeutung.

Wer sind die Anbieter der Stromladesäulen?

Das ist sehr unterschiedlich und noch ziemlich unübersichtlich. Gerade hat die Telekom vermeldet, dass sie bundesweit mit einem einheitlichen Tarif (4 Cent pro Minute, 2 Cent als Einstiegspreis bis Ende März) in das Geschäft der Stromanbieter einsteigen will.

Unter dem Namen Ionity hat sich ein Konsortium der großen deutschen Autohersteller zusammengetan, um ein Schnellladenetz mit 400 Stationen quer durch Europa an den Autobahnen zu installieren. Nach schleppendem Beginn soll der Ausbau bis 2020 abgeschlossen sein. Daneben gibt es unterschiedliche Initiativen der Bundesländer. Einen Überblick über das Stromladenetz gibt eine Ladesäulenkarte der Bundesnetzagentur (www.bundesnetzagentur.de).

Wie teuer ist der Strom?

Zurzeit wird Strom teilweise noch kostenlos abgegeben. Die Bezahlsysteme unterscheiden sich nach Strommenge oder Zeiteinheiten. Bei Letzterem ist es wichtig, dass der Strom schnell ins Auto kommt. Wie der Strom im Vergleich zu Benzin oder Diesel abschneidet, hängt ganz wesentlich von den Spritpreisen und den Preisen der verschiedenen Stromanbieter ab.

Eines gilt aber als sicher: Die günstigen Strompreise, mit denen die E-Mobilität attraktiv gemacht werden soll, werden auf Dauer nicht haltbar sein. Wenn die Einbußen der Energiesteuer (vormals Mineralölsteuer) zu groß werden, wird sich der Staat die Verluste an den Stromtankstellen zurückholen. Denn die Energiesteuer ist der größte Einzelposten im Bundeshaushalt.

Ist ein Plug-in-Hybrid überhaupt noch sinnvoll?

Die Kombination von Verbrennungsmotor und E-Maschine ist als Übergang in die reine Elektromobilität wichtig und wird sich in den kommenden Jahren als Alternative zum Diesel anbieten. Auch hier wird von 2019 an eine neue Batteriegeneration größere rein elektrische Reichweiten möglich machen, die zwischen 70 und 80 Kilometern liegen werden. Für Pendler, die täglich Strecken zurücklegen, die in dieser Range liegen, ist die Anschaffung eines Plug-in-Hybriden eine Überlegung wert. Allerdings sind die Fahrzeuge noch immer sehr teuer.

Wie wichtig ist die Wallbox?

Wer sein Elektroauto zu Hause laden will, braucht eine sogenannte Wallbox. Mit der zunehmenden Verbreitung der E-Mobilität mehren sich die Anbieter, die Preise differieren teilweise erheblich. Eine Wallbox sichert das Hausnetz gegen Überlastungen ab. Außerdem lädt die Wallbox das E-Auto deutlich schneller als eine Haushaltssteckdose.

Preislich reichen die Angebote von 300 Euro bis 2000 Euro, vor einigen Billigangeboten warnt allerdings der ADAC. Die Installation sollte in jedem Fall ein Fachmann übernehmen. Eine Wallbox muss beim örtlichen Netzbetreiber angemeldet werden, alle Boxen ab zwölf Kilowatt sind genehmigungspflichtig.

Von Gerd Piper

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