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Digital Facebook erhielt ersten Hinweis auf Christchurch-Video nach 29 Minuten
Nachrichten Digital Facebook erhielt ersten Hinweis auf Christchurch-Video nach 29 Minuten
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08:22 19.03.2019
Facebook und Google wurden für die großflächige Weiterverbreitung des Terror-Livestreams harsch kritisiert. Quelle: imago/epd
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Menlo Park

Facebook hat nach eigenen Angaben den ersten Hinweis auf das Anschlagsvideo von Christchurch nach 29 Minuten erhalten. Der Täter hatte seinen Angriff auf zwei Moscheen bei Facebook Live im Netz übertragen. Der Nutzerhinweis kam laut einem Blog-Eintrag des Internetkonzerns 12 Minuten nach Ende dieses Livestreams, wie Facebook am Dienstag erklärte.

Das Video sei „binnen Minuten“ nach einer Anfrage der neuseeländischen Polizei gelöscht worden, hieß es weiter. Damit blieb zunächst unklar, wie lange genau es online war. Livestream-Videos bleiben nach Ende einer Übertragung zum Abruf verfügbar.

Anschlag von Christchurch

Facebook entfernt 1,5 Millionen Videos

Ist es strafbar, die Aufnahmen des Christchurch-Attentäters zu teilen?

Das Video sei während des Livestreams weniger als 200 Mal angesehen worden und insgesamt rund 4000 Mal, bevor Facebook es entfernte. Allerdings habe ein Nutzer der Plattform 8chan eine Kopie auf eine Filesharing-Seite hochgeladen, noch bevor Facebook auf das Video aufmerksam gemacht worden sei. Das dürfte zur späteren Verbreitung des Videos beigetragen haben.

Internet-Konzerne wie Google und Facebook gerieten zuletzt wegen des Videos von Christchurch unter Druck. Auch die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern fand in einer Rede deutliche Worte – und ermahnte die Internet-Riesen, ihrer Verantwortung gerecht zu werden.

Innerhalb 24 Stunden 1,5 Millionen Videos entfernt

Facebook hatte bereits am Wochenende erklärt, das Online-Netzwerk habe allein in den ersten 24 Stunden 1,5 Millionen Videos mit der Darstellung des Anschlags gelöscht. Davon seien 1,2 Millionen bereits beim Hochladen gestoppt worden. Da Nutzer versucht hätten, die automatische Erkennung mit Veränderungen am Video auszutricksen, sei auch der Ton abgeglichen worden. Das rassistisch motivierte Massaker am vergangenen Freitag kostete nach bisherigem Stand 50 Menschen das Leben.

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Von RND/dpa