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20:43 10.07.2013
Von Dany Schrader
Google Street View zeigt eine Straße, die es gar nicht gibt – Harry Potters Winkelgasse
Google Street View zeigt eine Straße, die es gar nicht gibt – Harry Potters Winkelgasse
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Hannover

Neuerdings jedoch ist dort sogar eine Straße zu finden, die es eigentlich gar nicht gibt: die Winkelgasse. Millionen Fans des Zauberlehrlings Harry Potter wissen längst, dass sich die geheimnisvolle kleine Welt dieser Einkaufsstraße speziell für Zauberer nur über ein magisches Tor in der Ecke eines Pubs betreten lässt. Weltlichen Besuchern, in der Potter-Sprache auch „Muggel“ genannt, ist der Weg dorthin gänzlich unmöglich.

Wer zurzeit jedoch in die Street-View-Suchmaske den Originalstraßennamen „Diagon Alley“ eingibt, ist nach nur einem Mausklick mittendrin in dieser Welt der Magier und Zauberlehrlinge – und kann wie einst Harry Potter an Geschäften wie „Ollivanders Zauberstäbe“ und „Weasleys zauberhafte Zauberscherze“ entlangschlendern – wenn auch nur virtuell.

Alles in der Gasse ist, wie von Joanne K. Rowling beschrieben. In den Auslagen gibt es Eulen, Eis, das niemals schmilzt und ein kleines Männchen wirbt für Bonbons, von denen man sich übergeben muss. In dieser zauberhaften Welt hatte Harry Potter an seinem elften Geburtstag mit Zauberlehrer Hagrid Besorgungen für seine Aufnahme im Internat Hogwarts gemacht – und unter anderem Lehrbücher und einen Zauberstab gekauft. Mehr als 20 000 Requisiten haben Filmausstatter allein für die Winkelgasse entworfen und angefertigt – einige davon sind in der farbenfrohen, wenn auch menschenleeren Onlinetour zu sehen.

Geografisch zu finden ist die Straße in Wirklichkeit aber nicht wie von Romanautorin Joanne K. Rowling beschrieben, irgendwo mitten in London, sondern etwa 30 Kilometer außerhalb der britischen Hauptstadt in der Ortschaft Leavesden. Dort errichtete die US-amerikanische Filmgesellschaft Warner Bros. zur Jahrtausendwende ein rund 80 Hektar großes Gelände für die Dreharbeiten der insgesamt acht Harry-Potter-Filme. Zwei Jahre nachdem mit „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes 2“ der letzte Teil der Romanadaption in den Kinos lief, ist aus dem 14 000 Quadratmeter umfassenden Filmpark längst eine Touristenattraktion mit zeitweise mehreren Tausend Besuchern täglich geworden. Der Besuch der Winkelgasse ist fester Bestandteil der Studiotour.

Das Unternehmen Google selbst hat mit dem Rundgang durch die Potter-Welt übrigens nichts zu tun. So wenig magisch das auch klingen mag: Die Innenansichten sind sogenannte Business-Inhalte, heißt es. Der Urheber sei die Filmfirma Warner Bros., die mit den 360-Grad-Aufnahmen im Onlinekartendienst vermutlich für Besucher werben wollte. Eine Vorankündigung habe es dafür bei Google nicht gegeben. Daher weiß auch niemand, wie lange die Bilder von der Winkelgasse im Netz bleiben werden, oder besser gesagt: Wie lange der Zauber noch anhält.

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