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Digital "Metro: Last Light" im Test
Nachrichten Digital "Metro: Last Light" im Test
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21:26 16.06.2013
Postapokalyptische Welt: Das zerstörte Moskau in "Metro: Last Light". Quelle: Koch Media
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Hannover

Nach einem Atomkrieg in der nahen Zukunft ist die Erdoberfläche unbewohnbar, und die Überlebenden sind unter die Erde in das Metro-System von Moskau geflohen. Dort kämpfen sie weiter ums Überleben, bekriegen sich in verschiedenen Fraktionen untereinander und müssen sich gegen die Mutanten verteidigen, die von der Oberfläche in die Tunnel eindringen. Das düstere Szenario basiert auf der Romanreihe des russischen Autoren Dmitry Glukhovsky, und damit ist „Metro: Last Light“ ein Unikat im Videospielbereich, denn Buchumsetzungen sind im Gegensatz etwa zu Filmadaptionen eine Seltenheit.

„Last Light“ profitiert ebenso wie sein Vorgänger „Metro 2033“ von dem unverbrauchten Szenario und der ausgefeilten Hintergrundgeschichte – auch wenn das Entwicklerstudio 4A Games die Handlung für den neuen Teil selbst verfasst hat. „Last Light“ knüpft dabei an das düstere der beiden möglichen Enden des Vorgängers an. Artjom sorgte dort dafür, dass die als „Schwarzen“ bezeichneten Mutanten ausgelöscht wurden, wohl wissend, dass seine Taten nicht das Ende des Krieges bedeuten würden. Folglich muss der junge Soldat nun erneut dafür sorgen, dass die Überlebenden gerettet werden.

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Um dieses Ziel zu erreichen, zieht Artjom bewaffnet in den Kampf gegen die Mutanten und die kriegerischen Mitglieder der verschiedenen Fraktionen – etwa den Neonazis oder den Kommunisten. Dabei greift er größtenteils auf ein klassisches Waffenarsenal zurück: Pistolen, Schrotgewehre, Maschinengewehre, Granaten – aber auch ein Luftgewehr, das nach der Benutzung per Knopfdruck aufgepumpt werden muss. Die Waffen lassen sich bei Händlern verbessern und etwa mit Schalldämpfern oder einem stabileren Griff ausrüsten.

Bezahlt wird in der Metro-Welt nicht mit wertlos gewordenen Münzen, sondern mit besonders glänzender Munition. Da jedoch auch die normalen Patronen in „Last Light“ spärlich gesät sind, kommt man bei besonders hartnäckigen Gegnern nicht umhin, die wertvolle Währung zu verschießen. An manchen Stellen kann Artjom seine Waffe jedoch gehalftert lassen und sich an den Widersachern im Schutz der Dunkelheit vorbeischleichen.

Der Spielverlauf ist in „Last Light“ recht linear gestaltet. Der Spieler wird behutsam durch die Handlung getrieben, wobei an bestimmten Stellen spezielle Sequenzen ausgelöst werden – etwa eine Fahrt auf einer Draisine, bei der Artjom von Mutanten verfolgt wird. Im Laufe der etwa achtstündigen Geschichte muss er zudem zahlreiche Aufträge erfüllen und etwa Freunde befreien, Ressourcen beschaffen oder bestimmte Bossgegner besiegen. Und wenn ihn seine Aufgaben an die verseuchte Oberfläche bringen, muss Artjom sich mit einer Gasmaske ausrüsten – und hoffen, dass er genügend Filter im Gepäck hat, die bei derartigen Erkundungstouren schnell verbraucht werden.

Die Stärke von „Last Light“ ist die Atmosphäre, die das Spiel erzeugt. So tappt Artjom mit wenig Munition vorsichtig durch die dunklen Tunnel, während seine Taschenlampe nur einen kleinen Lichtkegel in die Dunkelheit wirft und um ihn herum das furchteinflößende Knurren der Mutanten erschallt. Besonders viel Mühe haben sich die Entwickler auch mit der detaillierten Inszenierung der Spielwelt gemacht. In den dicht bevölkerten U-Bahn-Stationen drängen sich mehrere Menschen in eine Koje, Eltern trösten ihre ängstlichen Kinder, Überlebende spielen Gitarre, betrinken sich in der Bar oder besuchen im Untergrund gar ein Varieté-Theater.

„Metro: Last Light“ ist für jeden Actionfan eine Empfehlung - besonders dank der Handlung und der Atmosphäre.

„Metro: Last Light“ gibt es für PC, Xbox 360 und Playstation 3. Es ist ab 18 Jahren freigegeben und kostet etwa 50 Euro.

jhf