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Digital Amoklauf in München: So hilfsbereit ist das Netz
Nachrichten Digital Amoklauf in München: So hilfsbereit ist das Netz
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15:30 23.07.2016
Nach dem Amoklauf im Olympia-Einkaufszentrum im Norden Münchens hat Facebook den "Safety Check" aktiviert. Quelle: dpa/Montage

Amoklauf in München

Die aktuellen Geschehnisse können Sie in unserem Liveticker verfolgen.

Die Sozialen Medien haben Menschen auf die Schüsse an einem Einkaufszentrum und die unsichere Lage in München reagiert. Facebook aktivierte am Freitagabend den "Safety Check" ("Sicherheitscheck") für München, womit Bewohner mitteilen können, dass sie in Sicherheit sind. Erstmals hatte das soziale Netzwerk das Tool nach dem schweren Erdbeben in Nepal eingesetzt. Auch nach den Terroranschlägen in Paris am 13. November vergangenen Jahres wurde der "Safety Check" aktiviert. Damals teilten mehr als vier Millionen Menschen so ihren Familienangehörigen und Freunden mit, dass sie in Sicherheit sind.

So funktioniert der "Safety Check"

Hat Facebook Anzeichen dafür, dass sich ein Nutzer in der betroffenen Region aufhält, bekommt er die Möglichkeit, den eigenen Status auf "sicher" zu stellen, sodass Freunde sich darüber informieren können.

Zudem twitterten etliche Bewohner der Stadt den Hashtag #OffeneTür im Kurznachrichtendienst Twitter, um Menschen in München Unterschlupf zu gewähren oder zu suchen. Auch Hamburger Polizei machte auf die von Benutzern initiierte Aktion aufmerksam: "Wer gerade in #München unterwegs ist und nicht weiterkommt, kann mit #offentür /#opendoor nach einer sicheren Bleibe suchen!"

Hunderte Nutzer boten unter dem Hashtag ihre Wohnungen als sicheren Unterschlupf an. "Meldet euch, wenn ihr Unterschlupf in der Maxvorstadt braucht", schreibt beispielsweise eine Nutzerin am Abend des Amoklaufs

Auch nach dem Terroranschlag von Nizza mit 84 Toten boten Menschen in der Region unter dem Schlagwort #PortesOuvertesNice über Twitter Schutzsuchenden ihre Wohnungen an. Der Hashtag wurde in den Stunden nach dem Anschlag tausendfach verbreitet.

Und natürlich kam per Internet auch die Anteilnahme aus aller Welt nach München: Unter den Hashtags "prayforgermany" und "prayformunich" posteten Menschen aus aller Welt Sprüche und Symbole - darunter eine schwarz-rot-goldenes Emoticon mit traurigem Blick und einer dicken Träne im Gesicht.

Die Polizei bei Twitter

Die Polizei setzte am Freitag alles daran, um mit dem Kurznachrichtendienst Twitter wenigstens ein bisschen Klarheit in die chaotische Situation zu bekommen. "Wir fahnden mit Hochdruck nach den Tätern", twitterten die Ordnungshüter und appellierten an die Menschen in der bayerischen Landeshauptstadt: "Meidet die Öffentlichkeit". Schließlich ging die Polizei zu der Zeit noch davon aus, dass mehrere Täter auf der Flucht sind - was sich später als falsch herausstellte.

Und auch immer, wenn es etwas konkretes zum Tatgeschehen gab, war die Polizei bei Twitter schnell dabei. In drei Sprachen - Deutsch, Englisch, Französisch - twitterte die Polizei etwa, als sich die Zahl der Todesopfer auf zunächst acht erhöhte. Doch zugleich der fast schon verzweifelte Appell, abgefasst im lockeren Duz-Stil: "Haltet Euch mit Spekulationen und Diskussionen zurück!"

Gerüchte erwiesen sich mehrfach als falsch

Denn im Netz hatten schnell Gerüchte die Runde gemacht, dass es auch an anderer Stelle in München - etwa am Stachus - einen Zwischenfall gegeben habe. Das erzeugte viel Unsicherheit, erwies sich aber ebenfalls als falsch.

Doch die größte Sorge der Polizei waren all die Fotos und Videos, die Augenzeugen des Geschehens ins Netz stellten. Denn die Beamten wollten vermeiden, dass der oder die Täter im Internet beobachten, wo etwa Polizeikräfte präsent sind. "Helft nicht den Tätern!", lautete der flehentliche Appell des polizeilichen Twitter-Teams.

Am Freitagabend hat ein 18-jähriger Schüler bei einem Amoklauf am Olympia-Einkaufszentrum im Norden Münchens zehn Menschen getötet und 27 weitere verletzt.

RND/are/dpa/afp

Nach außergewöhnlichen Ereignissen tauchen oft binnen Minuten Bilder im Netz auf – so auch nach den Schüssen in München. Doch längst nicht alle Aufnahmen sind echt. Eine Online-Plattform dokumentiert die Falschmeldungen.

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