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06:37 30.08.2020

Die politischen Protagonisten der Flüchtlingskrise und was aus ihnen wurde

Äußerlich wirkt Manfred Schmidt stets gefasst und ruhig. Den Stress der vergangenen Monate merkt man ihm 2015 äußerlich kaum an. Zu diesem Zeitpunkt ist er seit fast fünf Jahren Präsident des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Deutschland. Dem Bundesinnenministerium unterstellt ist Schmidt Chef von rund 2800 Mitarbeitern. Die Kritik wächst von Tag zu Tag, zuletzt wegen des Bergs an über 250.000 unbearbeiteten Altanträgen auf Asyl. Hinzu kommt ein folgenschweres Missverständnis über Ankündigungen zur möglichen Aussetzung des Dublin-Abkommens, die aus dem BAMF einfach an die Presse gemailt werden. Die Behörde wirkt überfordert und desorganisiert, was auch auf den Innenminister zurückfällt. Letztlich tritt Manfred Schmidt noch 2015 von seinem Amt als Präsident des BAMF zurück. Seit 2017 ist er Vizepräsident des Bundesverwaltungsamts.

Auf Bitten der Bundesregierung übernimmt Frank-Jürgen Weise im September 2015 nach dem Rücktritt von Manfred Schmidt den Posten als Präsident des Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Gleichzeitig ist der zu diesem Zeitpunkt seit mehr als acht Jahren Vorstandsvorsitzender in der Zentrale der Bundesagentur für Arbeit; dort für die Bereiche Finanzen und Personal zuständig. Nachdem klar wird, dass beides zusammen rechtlich nicht zulässig ist, nimmt er stattdessen die „Aufgabe der Leitung“ des Bundesamtes ohne zusätzliche Bezahlung wahr. Nach nur 15 Monaten scheidet Weise aus dem BAMF wieder aus, berät über seine Amtszeit hinaus weiterhin das Bundesministerium des Innern. Frank-Jürgen Weise hat seine Ämter 2017 aus Altersgründen weitestgehend niedergelegt.

Jutta Cordt bewirbt sich 2016 im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) auf Anregung von Leiter Frank-Jürgen Weise auf dessen Nachfolge. Zur Einarbeitung wird sie dort zunächst als stellvertretende Leiterin eingestellt. Nur zwei Monate später bestellt sie das Bundesinnenministerium zur Präsidentin, nachdem Frank-Jürgen Weise ausscheidet. Nach einem Jahr Amtszeit wird Cordt Opfer einer Affäre. In der Bremer Außenstelle soll es zu mehr als 200 Betrugsfällen bei Asylanträgen gekommen sein. In der Folge entbindet Bundesinnenminister Horst Seehofer Jutta Cordt von ihrem Amt. Sie wechselt als Ministeraldirigentin in das Bundesinnenministerium. Erst später erweisen sich die harten Anschuldigen als haltlos. In lediglich 165 Fällen - unter dem bundesweiten Durchschnitt - handelt es sich bei den Asyl-Bescheiden um Betrugsfälle.

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