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Hannover 12-Millionen-Minus: MHH verschreibt sich drastisches Sparprogramm
Nachrichten Hannover 12-Millionen-Minus: MHH verschreibt sich drastisches Sparprogramm
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17:40 10.07.2019
Die einzelnen MHH-Kliniken müssen in den kommenden Monaten kräftig sparen. Quelle: Uwe Dillenberg
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Hannover

Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) ist in den ersten Monaten des Jahres 2019 tief in die roten Zahlen gerutscht. Wie das Präsidium in einer Personalversammlung mitgeteilt hat, verzeichnet die MHH bis zum 31. Mai ein Minus von 12 Millionen Euro. In den vergangenen drei Jahren hatte die MHH hingegen positive Ergebnisse erwirtschaftet. Das Präsidium will jetzt mit Einsparungen doch das Ziel eines ausgeglichenen Ergebnisses für dieses Jahr erreichen. Teilnehmer der Personalversammlung berichteten, die für die Finanzen zuständige Vizepräsidentin Andrea Aulkemeyer habe betont, die Medizinische Hochschule befinde sich nicht in einer Krise.

Krankenkassen zahlen 5,5 Millionen Euro nicht

Als Hauptgrund für die schlechten Zahlen nennt MHH-Sprecher Stefan Zorn den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK), der viele der in der MHH erbrachten Leistungen nicht akzeptiere und Rechnungen kürze. „Als Folge bekommen wir die geleistete Arbeit nicht bezahlt“, berichtet Zorn. Inzwischen prüfe der MDK jede fünfte Rechnung der MHH, das bedeute auch innerhalb der Kliniken einen erheblichen zusätzlichen Arbeitsaufwand sowohl für die Verwaltung aber auch für Mediziner und das Pflegepersonal.

In den Vorjahren seien im Schnitt 1,5 Prozent der Leistungen in der MHH durch die Krankenkassen gestrichen worden, seit dem vergangenen Jahr liege der Wert dreimal so hoch. Allein in den ersten fünf Monaten habe die Medizinische Hochschule Leistungen im Wert von 5,5 Millionen Euro erbracht, die sie nicht vergütet bekomme.

MHH und Ministerium wollen ausgeglichenes Ergebnis

Beispielsweise fordere der Medizinische Dienst, dass Operationen an dem Tag gemacht werden sollen, an dem die Patienten in die MHH gekommen sind. Bei älteren Patienten mit Mehrfacherkrankungen, die zum Beispiel aus dem Emsland nach Hannover kommen, um eine neue Herzklappe zu erhalten, sei eine Operation am selben Tag allerdings nicht möglich.

Von der Neuregelung des Vergütungssystems seien die Universitätskliniken besonders betroffen, sagte die Sprecherin des für die MHH zuständigen Wissenschaftsministeriums, Margit Kautenburger. Ministerium und die Medizinische Hochschule hielten aber trotz der „widrigen und schwierigen Rahmenbedingungen“ an dem Plan fest, ein ausgeglichenes Ergebnis zu erzielen. Ein Ausgleich des Verlustes im Bereich der Krankenversorgung aus dem Etat des Wissenschaftsministeriums sei allerdings ausgeschlossen.

Sparprogramm angekündigt

Das MHH-Präsidium kündigte ein Sparprogramm an. So seien alle Kliniken der Medizinischen Hochschule angewiesen worden, möglichst nur noch die Leistungen zu erbringen, die die Krankenkassen auch bezahlen. Zudem soll Personal abgebaut werden, allerdings nicht im Bereich der Pflege und bei den Ärzten. Auch will die MHH künftig auf teurere Leiharbeitskräfte möglichst verzichten.

„Krankenkassen und Medizinischer Dienste haben weder Interesse noch Möglichkeit, medizinisch notwendige Leistungen zu blockieren“, sagte der Leiter des Ersatzkassenverbandes Niedersachsen, Jörg Niemann. Es würden lediglich falsche Rechnungen gekürzt, betonte er. „Wer bei Defiziten mit dem Finger immer gleich auf die Krankenkassen zeigt, macht es sich viel zu einfach und setzt sich dem Verdacht aus, von anderen Ursachen oder der eigenen Verantwortung ablenken zu wollen“, meinte Niemann.

 

Von Mathias Klein

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