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Hannover 150 neue Überwachungskameras im Hauptbahnhof
Nachrichten Hannover 150 neue Überwachungskameras im Hauptbahnhof
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00:17 09.01.2017
Von Saskia Döhner
Alles im Blick: Der Hauptbahnhof wird jetzt mit neuen Rundumkameras ausgestattet, die zugleich in alle Richtungen Bilder aufzeichnen. Fotos: Petrow Quelle: Florian Petrow
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Hannover

Taschen- und Kofferdiebe, randalierende Fußball-Hooligans oder angetrunkene Jugendliche, die sich prügeln - viele Straftaten im Hauptbahnhof werden von den Kameras aufgezeichnt und helfen Ermittlern bei der Aufklärung. Um den Bahnhof noch sicherer zu machen, rüsten Bundespolizei und Deutsche Bahn das Gebäude jetzt mit 150 neuen, modernen Kameras aus.

Videoüberwachung ist ein wichtiges Mittel bei der Strafverfolgung“, sagt Martin Ackert, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Hannover. In den nächsten Monaten soll die neue Technik installiert werden. Derzeit gibt es im Bahnhof rund 100 Kameras aus den neunziger Jahren. Die Technik sei veraltet, sagt Ackert, viele gelieferte Bilder seien verschwommen oder verpixelt. Künftig wird vermutlich jeder der rund 300.000 Menschen, die das Gebäude täglich durchqueren, auch gefilmt werden. Die alten Kameras erfassen längst nicht jeden, denn sie sind zwar schwenkbar, filmen aber immer nur in eine Richtung. Die neuen Geräte können dagegen im 360-Grad-Radius aufzeichnen.

85 Millionen Euro bundesweit

Die Aufrüstung der Kameras in Hannover ist Teil eines Bundesprogramms. Wie Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis mitteilt, werden bundesweit bis 2023 rund 85 Millionen Euro in Ausbau und Erweiterung der Videoüberwachung auf deutschen Bahnhöfen investiert. Auch für Hannovers Hauptbahnhof liefen Planungen für eine zeitgemäße Modernisierung der Videoanlage. Details könne man aber noch nicht nennen. Dem Vernehmen nach sollen die neuen Kameras aber bereits bis April installiert sein. Im November waren im Bremer Hauptbahnhof 88 neue Videokameras in Betrieb genommen worden. Diese Aufrüstung hatte eine Million Euro gekostet.

Schon 2015 hattte die Bahn nach eigenen Angaben die Zahl der Bahnhöfe mit Videotechnik um zehn Prozent auf 700 erhöht. Die Zahl der Kameras stieg auf 5000, hinzu kommen rund 26.000 Kameras in Zügen der Deutschen Bahn. Damit erfasse die Bahn bereits mehr als 80 Prozent der Reisendenströme.

Laut Ackert von der Bundespolizei dient die Videoüberwachung vor allem der Verfolgung und Aufklärung nach Straftaten. Hier geht es vor allem um Taschen- und Gepäckdiebstähle und Körperverletzungsdelikte. Diese geschehen nach Ackerts Angaben besonders am Wochenende, wenn viel Alkohol im Spiel sei und manchmal schon ein kleiner Anlass ausreiche, damit einige aggressiv würden. Wenn ein Opfer Anzeige erstattet, kontrollieren die Ermittler die Aufnahmen auf der Suche nach den Tätern. 2015 hatte die Bundespolizei in Zügen und auf Bahnhöfen rund 12.500 Körperverletzungsdelike gezählt. Angesichts von 7,4 Millionen Fahrgästen täglich sei die Zahl aber vergleichsweise niedrig, sagt Ackert. Das Land Niedersachsen hat etwa ebensoviele Einwohner, hier wurden aber 53.000 Delikte registriert, also viermal so viele.

Manchmal werten die Polizisten die Aufnahmen der Kameras nicht nachträglich aus, sondern nutzen sie präventiv, das heißt sie gucken bei Großeinsätzen direkt, ob sich Demonstranten oder Fußballanhänger gewalttätig verhalten.

Maximal 30 Tage Speicherung

Die Daten müssen gemäß Datenschutzvorgaben nach maximal 30 Tagen automatisch wieder gelöscht werden. Ackert rät jedem Opfer einer Straftat, möglichst schnell Anzeige zu erstatten, damit die Polizei noch auf das Videomaterial zurückgreifen kann. Denn etwa für Kameras in Regionalzügen gelten noch strengere Fristen: Sie dürfen höchstens 72 Stunden gespeichert werden. „Es gibt leider immer wieder Menschen, die sich erst Tage nach der Tat bei der Polizei melden“, sagt Ackert, „gerade wenn zwischen Tat und Anzeige ein Wochenende liegt, kann das eng werden, möglicherweise sind die Videofilme dann schon gelöscht.“

Kameras in Bussen, Taxis und Bahnen

In Stadtbahnen und Bussen der Üstra gibt es schon seit gut zehn Jahren Kameras. Befragungen hätten ergeben, dass sich Reisende dadurch sicherer fühlten, sagt ein Sprecher. Weil der Landesdatenschutz Bedenken hat, läuft derzeit ein Gerichtsverfahren zu dem Thema.

Auch in Taxis sollen jetzt Kameras eingebaut werden, vor allem auch um die Fahrer vor Übergriffen zu schützen. In den ersten Minuten werden die Gäste fotografiert.

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