Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Hannover 40-Jähriger soll Ex-Partnerin vergewaltigt und stranguliert haben
Nachrichten Hannover 40-Jähriger soll Ex-Partnerin vergewaltigt und stranguliert haben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:00 04.12.2019
Ejder Y. machte keine Angaben zu den Tatvorwürfen, auch sein Anwalt Dirk Schoenian gab keine Verteidigererklärung ab. Quelle: Michael Zgoll
Anzeige
Hannover

Seit Mittwoch muss sich ein 40 Jahre alter Mann vor dem Landgericht Hannover wegen schwerer Vergewaltigung, gefährlicher Körperverletzung und Bedrohung verantworten. Ejder Y. soll seine ehemalige Lebensgefährtin zweimal vergewaltigt haben, sie in ihrer Wohnung in Limmer stranguliert, ihren Kopf mehrfach in ein gefülltes Waschbecken gedrückt und ihr mit dem Tode gedroht haben.

Doch bei ihrer Befragung vor der 2. Großen Strafkammer erklärte die 39-jährige Hauptbelastungszeugin, dass es die Vergewaltigungen in Wahrheit nicht gegeben habe – sie habe an den Tattagen Anfang August 2019 freiwillig mit ihrem Ex-Partner geschlafen. Sie sei sehr wütend über die Bedrohungen und Verletzungen gewesen, die ihr Y. zugefügt hatte, deshalb habe sie sich die sexuellen Übergriffe ausgedacht. Der Angeklagte legte am Nachmittag ein Teilgeständnis ab: Er gab die Körperverletzungsdelikte und Bedrohungen zu, bestritt aber eine Vergewaltigung.

Annäherungsverbot für Ejder Y.

Das Paar hatte sich vor neun Jahren kennengelernt, doch seit 2016 wurde die Beziehung zunehmend schwierig. Wie die 39-Jährige erläuterte, sei Y. vor Kurzem von einem Gericht ein Annäherungsverbot erteilt worden, auch habe sie bereits drei Wochen in einem Frauenhaus verbracht. Das Paar hat einen gemeinsamen Sohn im Alter von fünf Jahren, der bei der Mutter lebt.

Laut Anklage drang Y. an einem Montagmittag über den Balkon in die Erdgeschosswohnung seiner ehemaligen Lebensgefährtin ein. Das gewalttätige Geschehen soll sich bis in die frühen Morgenstunden des nächsten Tages erstreckt haben. Zwischenzeitlich lief die Frau aus der Wohnung, rief auf der Straße um Hilfe, wurde von Y. aber wieder gewaltsam in die Wohnung gezerrt. Laut Anklage drehte er dort einen Kissenbezug zu einer Kordel und strangulierte die 39-Jährige; dabei drohte er ihr mit dem Tode, sollte sie sich nicht mit ihm versöhnen. In einer Klinik wurden später Hämatome und Unterblutungen in ihrem Halsbereich festgestellt.

Verwandte versuchten zu helfen

Im Laufe des 5. August hatte das Paar aber auch noch mehrere Außenkontakte. So kamen am Nachmittag die Schwester des Angeklagten und ihr Ehemann in die Wohnung, um nach dem Rechten zu sehen; am Abend tauchte ein Bruder des Opfers in Limmer auf und nahm den Ex-Partner ins Gebet. Doch räumen mochte Y. das Feld nicht. Am nächsten Vormittag dann verständigte eine Arbeitskollegin des Opfers die Polizei.

Die Frage des Vorsitzenden Richters Joachim Lotz, ob die Familie des Angeklagten das Aussageverhalten der Belastungszeugin mit Drohungen oder Geldzahlungen beeinflusst habe, verneinte die 39-Jährige. Oberstaatsanwältin Jutta Rosendahl warnte die Frau, dass sie sich mit falschen Aussagen vor Gericht strafbar machen könne – egal, ob sie den Angeklagten damit schützen wolle oder ob sie ihn fälschlicherweise Straftaten bezichtige, die er nicht begangen hat. Ihr Urteil will die Kammer bereits am kommenden Montag fällen.

Lesen Sie auch

Von Michael Zgoll

Die Gilde Brauerei aus Hannovers Südstadt steckt in der Krise. Wie stark schadet der Streit dem Ansehen der Marke in der Stadt – und was kann das Unternehmen tun, um sich auch künftig auf dem regionalen Markt zu behaupten? Im Interview mit der HAZ spricht Bierexperte Dr. Michael Zepf über den Preiskampf und die Rolle der Mitarbeiter.

04.12.2019

Seit zwei Wochen ist Belit Onay im Amt, nun hat er seinem Vorvorgänger einen Antrittsbesuch abgestattet: Von Ministerpräsident Stephan Weil wurde er in der Staatskanzlei begrüßt.

04.12.2019

Für geschätzt 85 Millionen Euro könnte Hannover eine neue Stadtbahnlinie erhalten, die die Wasserstadt mit dem neuen MHH-Standort verbindet. Das rechnet die CDU vor – blitzt mit ihrem Vorschlag aber aus durchsichtigen Gründen ab.

04.12.2019