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Hannover Audi-Fahrer klagt einen sauberen Diesel ein
Nachrichten Hannover Audi-Fahrer klagt einen sauberen Diesel ein
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00:15 07.05.2016
Von Michael Zgoll
So sieht ein A 5Sportback aus. Quelle: dpa
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Hannover

Der leitende Direktor einer Managementakademie, Besitzer eines Audi A 5 Sportback mit 2,0-Liter TDI-Motor, klagt auf „Nacherfüllung“ seines Kaufvertrags. Heißt: Er möchte von seinem an der Vahrenwalder Straße angesiedelten Audi-Händler ein neues Auto bekommen. Sein knapp 40.000 Euro teurer Wagen stoße entschieden mehr Stickoxide aus als erlaubt und beim Kauf behauptet. Zivilrichter Nils Fredrich ließ sich gestern noch nicht in die Karten schauen, wie er in vier Wochen entscheiden wird. Prozessbeobachter glauben, dass die Erfolgsaussichten für den Audi-Besitzer eher mäßig sind.

Gekauft hatte der 59-jährige Langenhagener das Fahrzeug Ende 2013. Angetrieben wird es von einem 150-PS-Dieselmotor aus der Baureihe EA 189, der in vielen Wagen aus dem VW-Konzern verbaut ist. „Ich bin vor fünf Jahren von BMW auf Audi umgestiegen, weil ich von den technischen Innovationen überzeugt war“, sagte der Sportback-Fahrer. Nun aber sei er arg enttäuscht, auch vom Umgang des Konzerns mit der Krise. „Und vom Autohaus ist mein Mandant immer nur vertröstet worden“, ergänzte sein Anwalt Gernot Lorenz. Im Dezember 2015, wenige Monate nach Bekanntwerden der Manipulationen an den Dieselmotoren, reichte der Langenhagener Klage ein.

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Zunächst einmal, stellte Richter Fredrich fest, habe der Kläger bestenfalls Anspruch auf Erstattung des Zeitwerts seines Fahrzeugs - da seien schon runde 10 000 Euro abzuziehen. Und bevor Audi das Fahrzeug tausche, müsse der Akademie-Direktor noch etliche Hürden überwinden. Sollte ein Software-Update für 100 Euro das Problem lösen, sei eine Rücknahme des Wagens unverhältnismäßig. Auch gelte es zu prüfen, ob der A 5 die versprochene Euro-5-Schadstoffnorm einhalte - die Stickoxid-Grenze für Dieselautos liegt hier bei 180 Milligramm pro Kilometer. Was aber ist mit dem Grenzwert von 138 mg/km, der in der EU-Konformitätsbescheinigung für den A 5 Sportback steht? War dies beim Kauf des Audi eine vom Händler zugesicherte Eigenschaft, auf deren Erfüllung der 59-Jährige nun pochen kann?

Seinen größten Trumpf spielte Audi-Anwalt Jörg Offenhausen zum Schluss aus. Er legte ein Dokument des Kraftfahrt-Bundesamtes vom 4. April 2016 vor. An diesem Tag erteilte die Behörde für die Audi-Modelle A 4, A 5, A 6 und Q 5 mit 2,0-Liter-Motor eine Freigabe, heißt: Der Hersteller darf - ähnlich wie jetzt beim VW Golf - mit Rückruf und Umrüstung dieser Autos beginnen. Doch bislang, versicherte der Sportback-Besitzer, habe er diesbezüglich noch nichts von seinem Audi-Händler gehört.

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