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Hannover Der lange Marsch von Paris nach Berlin
Nachrichten Hannover Der lange Marsch von Paris nach Berlin
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17:42 23.11.2018
Regisseur Grigorij Richters (Mitte) mit Stefan Schostok (links) und Hauke Jagau vorm VW-Bulli, dem ständigen Begleiter des Aktivisten. Quelle: Moritz Frankenberg
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Hannover

 Der Blickfang ist ein alter VW-Bus, voll mit Unterschriften und Graffiti steht er vor dem Neuen Rathaus. Hannover ist an diesem Tag die Zwischenstation von Grigorij Richters, 31, derzeit unterwegs von Paris nach Berlin, in weiten Teilen zu Fuß. „Eine Million Schritte für Flüchtlingskinder“ heißt die Aktion, die im Oktober in Frankreichs Hauptstadt begann. Richters will mit seinem Marsch auf das Schicksal von Flüchtlingskindern aufmerksam machen, von denen viele in Massenlagern, etwa im Camp Moira in Griechenland, „festgehalten und teilweise vergewaltigt und misshandelt“ würden.

Der aus Hamburg gebürtige Regisseur sammelt keine Spenden für seine Aktion. Er wünscht sich aber, dass man seine Online-Petition unterschreibt und sein Anliegen in sozialen Medien teilt (Details unter www.imarchforyou.org/deutsch). Je mehr, desto besser, glaubt Richters, der Europas Regierungen auffordert, unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen Asyl zu gewähren. Am 1. Dezember will der Aktivist am Brandenburger Tor in Berlin ankommen. Den Bulli, unter anderem mit einer Unterschrift des Künstlers Helge Schneider, will er später versteigern.

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Mehr als 650.000 Schritte hat der Filmemacher bisher zurückgelegt. Er weiß das nicht, weil er einen Zähler am Handgelenk trägt, sondern weil Richters für 30 Kilometer Strecke 35.000 Schritte braucht. Die legt er nicht immer am Stück zurück, „in Frankreich war viel Autobahn, da ging es gar nicht“, doch wo möglich, geht er zu Fuß. Von Hannover aus führt ihn seine nächste Etappe nach Braunschweig, dann geht es Richtung Magdeburg in die Hauptstadt.

Moralische Unterstützung erhielt Grigorij Richters aus Stadt und Region. „Eine wichtige Aktion, Kinder sind immer die Schwächsten“, sagte Regionspräsident Hauke Jagau bei einem kurzen Treffen. Auch Oberbürgermeister Stefan Schostok lobte Richters für sein Engagement, „auf die Schicksale der jungen Flüchtlinge aufmerksam zu machen“.

Von Gunnar Menkens

23.11.2018
23.11.2018