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Hannover Wer kauft das alte Bahn-Ausbesserungswerk?
Nachrichten Hannover Wer kauft das alte Bahn-Ausbesserungswerk?
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00:19 23.11.2018
Zum Kauf freigegeben: Der mit Bäumen bestandene Grundstücksstreifen gehört zum alten Bahnausbesserungswerk Leinhausen. Rechts wird er begrenzt vom Leinhäuser Weg, der Tank gehört nicht zum Grundstück. Quelle: Karhausen
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Hannover

Im Nordwesten Hannovers steht ein gut 31 000 Quadratmeter großes Grundstück zum Verkauf. Es ist Teil des alten Bahn-Ausbesserungswerks Leinhausen – und der Preis klingt erstaunlich günstig. Ab 6,29 Euro soll der Quadratmeter kosten, angesichts ständig steigender Baulandpreise im urbanen Gebiet einer Landeshauptstadt ein Klacks. Allerdings lauern Tücken im Kleingedruckten, denn im Untergrund dürften viele Altlasten schlummern. Und auch die Umsetzung einer neuen Nutzung ist nicht einfach, wie sich am Beispiel des Nachbargrundstücks zeigt.

2010 hatte der hannoversche Projektentwickler Axel Stelter das angrenzende, historische Herzstück des Ausbesserungswerks gekauft mit neun Backsteinbauten aus der Jahrhundertwende, darunter zwei große Magazinbauten und ein Wasserturm. Seit Jahren ringt er mit der Stadt darum, dort Wohnungsbau ermöglichen zu dürfen, was sie wegen der nördlich angrenzenden S-Bahn- und Üstra-Werkstätten nicht befürwortet. Kürzlich erst hatte es Ärger gegeben, weil Stelter aus historischen Bauteilen eine Open-Air-Bühne hat errichten lassen, deren Nutzung die Stadt wenige Stunden vor Beginn des Eröffnungskonzerts untersagt hat – ein Vorgang, der jetzt vor Gericht anhängig ist. Stelter hatte das Gelände bei einer Versteigerung des Berliner Auktionshauses Karhausen erworben, das nun am 7. Dezember auch das Nachbargrundstück zur Versteigerung bringt.

195.000 Euro ist das Mindestgebot für die dreieckige, langgestreckte Fläche am Leinhäuser Weg, die von wildem Baumwuchs und einen ruinenhaften Häusern belegt ist. Von der Lage her ist die Fläche beinahe ein Filetstück: In direkter Nachbarschaft befindet sich das Freibad des Rasensportvereins RSV, in kurzer Fußwegentfernung liegen sowohl die Stadtbahn- wie auch die S-Bahn-Station Leinhausen. An Infrastruktur mangelt es also nicht.

Im alten Bahnausbesserungswerk aber wurden Dampflokomotiven gewartet und repariert, und man weiß, dass Monteure früher nicht zimperlich mit Altöl und Hydraulikstoffen umgegangen sind. Auf dem Grundstück, das jetzt zum Verkauf steht, befindet sich zudem das alte Farbenlager – auch von dort dürften einige Giftstoffe ins Erdreich gesickert sein. Insgesamt fünf Gutachten und Expertisen seit 1996 verwiesen auf teils dringenden Altlastenverdacht unter dem Gelände. Wer es kauft, haftet laut Notarvertrag für diese Schäden – die Bahn wäscht sich also gewissermaßen rein. Weitere Auflagen gehören zum Kaufvertrag, etwa die Duldung von Wegerechten und diversen Leitungen auf dem Gelände sowie die Pflicht, das Grundstück kurzfristig einzuzäunen, wenn dort Veränderungen vorgenommen werden.

Stelter hat den Kauf seines Ausbesserungswerksanteils bisher nicht bereut. Er saniert Gebäude für Gebäude und findet Nutzer dafür – größter Mieter ist weiterhin die Bahn. Die Open-Air-Bühne hatte er eingerichtet, um im Stadtteil Leinhausen Kultur zu ermöglichen. Sogar die Region soll sich für ihren Kultursommer 2019 für die Nutzung der Bühne interessieren. Sie könne sich vorstellen, 2019 statt im Lindener Von-Alten-Garten Konzerte in Leinhausen auf die Bühne zu bringen, sagt Stelter. Allerdings sei dafür die Genehmigung der Stadt nötig. Stelter hat jetzt Klage vor dem Verwaltungsgericht eingereicht gegen das Nutzungsverbot. „Die Bahn feiert hier regelmäßig Jahr ihr Sommerfest, das hat noch nie jemanden gestört“, sagt er. Beim geplanten Eröffnungskonzert seien zahlreiche Besucher aus den Nachbarvierteln erschienen: „Die waren sehr enttäuscht, dass es abgesagt werden musste. Es ist schade, dass hier nichts passieren darf.“

Von Conrad von Meding

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