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Hannover Betrüger ergaunerten sich Gratis-Urlaube
Nachrichten Hannover Betrüger ergaunerten sich Gratis-Urlaube
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06:00 24.10.2018
Die vier Betrüger saßen am Dienstag im hannoverschen Amtsgericht auf der Anklagebank. Quelle: Michael Zgoll
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Hannover

 Kostenlos in fernen Ländern Urlaub machen – diesen Traum verwirklichten sich vier junge Männer zwischen 2014 und 2016. Mittels einer ausgefeilten Betrugsmasche schafften sie es in wechselnder Besetzung, fünf jeweils einwöchige Pauschalreisen zu genießen: zweimal auf Kreta, zweimal auf Ibiza und einmal in Barcelona. Geschädigt wurden die Reiseveranstalter TUI, Alltours und L’Tur. Am Dienstag wurden die Betrüger zu Geldstrafen verurteilt: Der Haupttäter Khaled S. (31) wegen fünffachen gemeinschaftlichen Betrugs zu 180 Tagessätzen à 15 Euro, Hakan G. (29, zwei Fälle) zu 80 Tagessätzen à 15 Euro und Fardin L. (25, ein Fall) sowie Sami B. (25, ein Fall) jeweils zu 50 Tagessätzen à 15 Euro. „Die Verlockung war einfach zu groß“, formulierte es Anselm Schanz, Verteidiger von L.

Konten existierten nicht

Khaled S. räumte über seinen Anwalt Andreas Hüttl alle Tatvorwürfe ein. Der derzeit arbeitslose IT-Informatiker gab auch zu, alle Reisen persönlich gebucht zu haben. Der Trick: Die Urlaube wurden drei bis fünf Tage vor dem gewünschten Termin auf den Namen fiktiver Personen wie „Florian Schneider“, „Darius Laske“ oder „Marcel Stau“ gebucht, die Betrüger ließen sich nur als Mitreisende registrieren. Als Bezahlart wurde der Lastschrifteneinzug über ein nicht existentes Konto angegeben. Die falschen Lastschriften wurden dann von den Reiseunternehmen kurz vor Urlaubsbeginn oder mittendrin im Ferienvergnügen rückbelastet – doch damit erschöpften sich die Aktivitäten der Firmen zunächst. Lediglich bei der letzten Ibiza-Reise, die S. und G. gemeinsam genossen, mussten die Betrüger ihr Hotelzimmer zwei Tage vor Urlaubsende räumen.

Besonders dreist war das Vorgehen von S. im Sommer 2016. Im direkten Anschluss an einen einwöchigen Barcelona-Gratistrip buchte er eine Pauschalreise nach Kreta, einen Tag nach der erneuten Rückkehr nach Deutschland organisierte er den nächsten Zwei-Personen-Urlaub auf Ibiza. So war er knapp vier Wochen in fernen Ländern unterwegs, ohne einen Cent zu zahlen. Die Täter scheuten sich auch nicht, Nebenleistungen wie Zuganfahrt, Bustransfer oder einen Mietwagen am Urlaubsort zu ordern. Die Reisen kosteten jeweils zwischen 2340 und 4101 Euro. Laut Urteil des Amtsgerichts, das in drei Fällen bereits rechtskräftig ist, müssen die Urlaubs-Betrüger nun zwischen 784 und 5180 Euro Wertersatz zurückzahlen, hinzu kommen die Geldstrafen. Von diesen Beträgen hätten sich die vier Männer die eine oder andere ordnungsgemäß bezahlte Reise leisten können – doch dazu ist es nun zu spät.

Von Michael Zgoll

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