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Hannover Kundin verklagt Möbelhaus wegen Macken an neuem Sofa
Nachrichten Hannover Kundin verklagt Möbelhaus wegen Macken an neuem Sofa
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16:24 25.07.2019
Das Leder des Sofas ist sichtbar beschädigt – doch die Ursache ist unklar. Quelle: privat
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Hannover

Um ein schwarzes Ledersofa mit zwei schadhaften Stellen, das ein hannoversches Möbelhaus einer Kundin in ihre Wohnung lieferte, wird derzeit am Amtsgericht gestritten. Die 64-Jährige möchte ein beschädigtes Element des zweiteiligen Ecksofas ersetzt haben und hat die Firma verklagt, das Möbelhaus will lediglich für eine fachgerechte Reparatur durch eine Spezialfirma aufkommen. Eine gütliche Einigung um das 3600 Euro teure Sitzmöbel scheiterte am Donnerstag, nun wird Zivilrichterin Heike Brodthage am 8. August ein Urteil verkünden – oder den Verfahrensbeteiligten mitteilen, dass sie einen Sachverständigen zu Rate ziehen will.

Abnahmeprotokoll schnell unterzeichnet

Als die 64-Jährige aus Hannover ihr neues Sofa am 11. Januar dieses Jahres geliefert bekam, tat sie etwas, das viele Kunden in ähnlicher Lage tun: In aller Eile unterzeichnete sie das Montage- und Abnahmeprotokoll, das ihr die Transportmitarbeiter vorlegten, und bestätigte damit, ihr neues Möbelstück mängelfrei entgegengenommen zu haben. Doch es dauerte nicht lange, bis die Käuferin bei genauer Betrachtung zwei gut sichtbare Macken am Fußteil des L-förmigen Longchairs bemerkte. Dort war das grobnarbige Leder an zwei Stellen kräftig abgeschabt, wahrscheinlich beim Transport an einem harten Gegenstand oder einer Wand entlanggeschrammt. Die Kundin rief unverzüglich beim Möbelhaus an, sechs Tage später bekam sie Besuch von einem Kundendienstmitarbeiter. Was genau bei diesem Termin beredet wurde, ist zwischen den Parteien strittig.

Reparatur für 100 Euro möglich?

Auch wenn die Kundin den Transporteuren bei der Übergabe eine Mängelfreiheit des Sofas bescheinigt habe, wolle das Möbelhaus die Verantwortung für den Schaden gar nicht generell von sich weisen, sagte Erik Weidemann, der Rechtsanwalt des beklagten Unternehmens. Eine Ausbesserung der Macken sei für eine mit dem Unternehmen verbundene Spezialfirma ein Leichtes und koste nur 100 Euro. Die Klägerin und ihr Anwalt Helge Ebke bezweifelten jedoch, dass eine rückstandsfreie Reparatur möglich ist. Auf einen Warengutschein oder eine finanzielle Entschädigung lege man keinen Wert, sondern wolle vordringlich ein einwandfreies Möbelstück in der Wohnung stehen haben.

Richterin scheitert mit Bemühen um Reparturversuch

Sie kenne sich mit Leder aus, erläuterte die 64-Jährige, habe sie doch jahrelang in einer Schuhfabrik gearbeitet: „Das mit der Farbe kriegt man ja vielleicht noch hin, aber die Narbenstruktur lässt sich kaum wiederherstellen, ohne dass man etwas sieht.“ „Sie würden wahrscheinlich so lange suchen, bis sie etwas finden“, hielt ihr der Anwalt des Möbelhauses entgegen. Und so scheiterte Richterin Brodthage mit ihren Bemühungen, es doch wenigstens auf einen Reparaturversuch ankommen zu lassen. Beide Seiten meinten, dass man anschließend aller Voraussicht nach trotzdem ein Sachverständigengutachten benötige – und dann könne das Gericht ja auch gleich einen Gutachter bestellen.

Von Michael Zgoll

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