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Hannover Vermieter erlaubt Hund – doch Mieter müssen ausziehen
Nachrichten Hannover Vermieter erlaubt Hund – doch Mieter müssen ausziehen
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17:11 17.01.2019
Wasserhund Lapo hat in einem Zehn-Parteien-Haus in der Oststadt für viel Wirbel gesorgt. Quelle: privat
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Hannover

 Wohnungseigentümer Wolfgang Rüdt (54) hat kein Problem damit, dass die Mieter in seiner Vier-Zimmer-Wohnung einen Hund halten, und Gesine und Daniel Pahl (39 und 40 Jahre alt) würden wahnsinnig gern mit Lapo in ihrem großzügigen Domizil in der Oststadt wohnen bleiben. Doch ihr italienischer Wasserhund ist Schuld daran, dass die Pahls dort keine Zukunft haben. In der Teilungserklärung des Hauses mit seinen zehn Wohnungseigentümern ist eindeutig festgelegt, dass – abgesehen von kleinen Tieren wie Goldfisch, Wellensittich oder Hamster – keine großen Vierbeiner wie Hunde gehalten werden dürfen. Eine Familie mit zwei kleinen Kindern aus dem dritten Stock verklagte die Pahls sowie deren Vermieter, die Hundehaltung zu unterlassen. Im Dezember 2018 gewannen die Kläger am Amtsgericht ihren ersten Prozess gegen Wolfgang Rüdt, am Donnerstag stand die Verhandlung mit den Mietern an.

Erstes Urteil rechtskräftig

Die unter der Obhut von Zivilrichterin Dagmar Frost stehende Rechtsreferendarin Victoria Brand machte den Parteien gleich zu Beginn der Sitzung unmissverständlich klar, dass Mietrecht nicht Wohnungseigentumsrecht brechen kann. Was immer Vermieter und Mieter untereinander ausgehandelt haben, muss sich mit der Teilungserklärung der Hausgemeinschaft vertragen – und in diesem Fall ist eine Hundehaltung nicht mit der Teilungserklärung kompatibel. „Ein Vermieter kann seinen Mietern nicht mehr Rechte zubilligen“, erläuterte Brand, „als ihm selbst per Wohnungseigentumsgesetz im Verhältnis zu den übrigen Wohnungseigentümern zusteht.“ Das in die gleiche Richtung weisende Amtsgerichtsurteil aus Dezember ist bereits rechtskräftig.

Die Pahls, die einen Sohn haben, waren erst vor einem Jahr in die 175 Quadratmeter große Wohnung in der Oststadt eingezogen, hatten zuvor in England gelebt. Sie freuten sich, von einem Hunde liebenden Vermieter eine tolle Wohnung – mit eigenem Fahrstuhl und Dachterrasse – angeboten zu bekommen. Umso größer war der Frust, als der Ärger mit den Nachbarn begann. „Mit den anderen Parteien pflegen wir eine tolle Hausgemeinschaft, und die meisten haben auch überhaupt kein Problem mit Lapo“, erzählt Gesine Pahl. Der 15 Kilo schwere Hund sei ein sehr friedliches Tier, das zudem überhaupt nicht haare: „Diese Rasse ist antiallergen.“

Angst vor großen Tieren

Doch das ist für die Kläger, 48 und 41 Jahre alt, gar nicht der springende Punkt. „Unsere fünfjährige Tochter ist im Kleinkindalter schon einmal von einem Hund angegangen worden, und seither hat sie panische Angst vor solch großen Tieren“, erzählt der Wohnungseigentümer aus dem dritten Stock. Er und seine Frau hätten die Wohnung ganz bewusst gekauft, weil in der Teilungserklärung eine Hundehaltung ausdrücklich untersagt ist: „Und darauf muss ich mich verlassen können.“ Der 48-Jährige mag seine Freude über die juristischen Erfolge nicht verhehlen: „Ich bin sehr froh, dass wir die Prozesse trotz der starken Hundelobby im Haus gewonnen haben.“

Das endgültige Urteil im Verfahren der Wohnungseigentümer gegen die Mieter wird Richterin Frost erst in drei Wochen verkünden, doch an dem Ergebnis dürfte es keinen Zweifel geben. Es wird auch nichts nützen, dass Vermieter Rüdt auf die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs hinweist, wonach man Mietern eine Hundehaltung nicht pauschal verbieten kann – Wohnungseigentumsrecht geht vor. Lapo abzuschaffen ist für die Pahls keine Alternative, wollen sie den unter einer chronischen Darmentzündung leidenden Hund doch auf keinen Fall in fremde Hände geben. Also bleibt nur der Auszug. „Wir haben unsere Fühler auch schon ausgestreckt“, berichtet Gesine Pahl, „aber mit einem Hund ist die Suche natürlich noch schwieriger.“

Von Michael Zgoll

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