Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Hannover Mietwagen-Kundin haftet für von Freundin verursachten Unfall
Nachrichten Hannover Mietwagen-Kundin haftet für von Freundin verursachten Unfall
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:00 31.03.2019
Bei dem Mercedes 180 C wurde der rechte Stoßfänger durch den Unfall in Mitleidenschaft gezogen. Quelle: privat
Anzeige
Hannover

Eine Spritztour mit zwei Freundinnen kommt eine 23-Jährige aus Davenstedt teuer zu stehen. Am 3. März 2017 lieh sie sich beim Autovermieter Sixt in der hannoverschen Innenstadt einen schneeweißen Mercedes 180 C, tags darauf unternahmen die Drei eine Spritztour nach Berlin, kehrten auf der sonnabendlichen Rückfahrt in einer Diskothek in Celle ein. In der Nacht jedoch nahm eine der Freundinnen – vorbestraft, betrunken und nicht im Besitz eines Führerscheins – den Autoschlüssel an sich und drehte im nächtlichen Celle eine kleine Extrarunde. Das Resultat: Sie bretterte gegen einen Bordstein, an Kühler und Stoßfänger des Mercedes entstand ein Schaden von knapp 3600 Euro. Die Frage war: Wer muss die Reparaturkosten tragen, die Mieterin des Wagens oder ihre übermütige Freundin, die 2017 noch gemeinsam mit ihr in einer Wohnung lebte? Das Amtsgericht urteilte im Vorjahr, dass die 23-Jährige haften muss, das Landgericht hat diese Rechtsauffassung jetzt bestätigt.

Die Davenstedterin hatte zugegeben, ihre Handtasche mit Schlüsseln und Wertsachen beim Tanzen in der Disco auf einem Tisch abgelegt zu haben. Allerdings habe sie Bekannte gebeten, erklärte die junge Frau, auf diese Tasche aufzupassen. Als sie sich am Sonntagmorgen gegen 3 Uhr zum Frische-Luft-Schnappen vor die Tür begeben habe, sei ihr plötzlich der geliehene Mercedes mit einer laut juchzenden Fahrerin entgegengekommen, in schneller Fahrt – und am Steuer saß die Freundin. Nach der Begutachtung des Unfallschadens die Polizei anzurufen, kam keiner der Beteiligten in den Sinn.

Nicht die Polizei verständigt

Das Gericht attestierte der 23-Jährigen „grob fahrlässiges Verhalten“. Niemals hätte sie ihre Handtasche längere Zeit auf dem Tisch abstellen dürfen, zumal die angeschickerte Freundin schon auf der Fahrt von Berlin nach Celle den Wunsch geäußert hatte, sich hinter das Steuer setzen zu dürfen. Auch habe die Mieterin des Fahrzeugs gewusst, so der Richter, dass ihre Mitbewohnerin bereits wegen Eigentumsdelikten im Gefängnis gesessen hatte; es sei also überaus leichtsinnig gewesen, ihr einen Zugriff auf den Autoschlüssel zu ermöglichen. Und schließlich, urteilte das Amtsgericht, habe die Davenstedterin gegen die vertraglichen Regeln von Sixt verstoßen, weil sie in jener Märznacht nicht sofort die Polizei verständigt habe.

Leicht wird es allerdings nicht für den Autoverleiher, die Reparaturkosten einzutreiben. Denn offenkundig kann die 23-Jährige nicht mit Geld umgehen, ist verschuldet und hat für finanzielle Angelegenheiten schon vor geraumer Zeit einen Betreuer an die Seite gestellt bekommen. Jetzt muss sie weitere 3600 Euro zurückzahlen, zudem ist die eigentlich für den Unfall Verantwortliche ausgezogen und die Freundschaft zerbrochen – der Wochenendausflug im Leihwagen hat sich für die Davenstedterin als Totalschaden entpuppt.

Von Michael Zgoll

Auf den ersten Blick sah es für die Polizisten wie ein harmloser Auffahrunfall in der Nordstadt aus. Aber dann dann stellten sie fest, dass das eine Auto gestohlen war und der Fahrer auch keinen Führerschein hatte.

31.03.2019

Christian Possienke, Rechtsanwalt aus Isernhagen, führt weiter die Regions-FDP, beim Parteitag in Burgdorf ist er im Amt bestätigt worden.

31.03.2019
Hannover Orpheus und Eurydike im Lister Turm - 100 Jugendliche entwickeln eine App-Oper

Rund 100 Jugendliche haben in einer Werkschau im Lister Turm einen Einblick in ihre Arbeit an der App-Oper „Unterwelt“ gegeben. Wie könnten sich Eurydike und Orpheus kennengelernt haben?

04.04.2019