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Hannover Muldenkipper bog ohne Abbremsen nach rechts ab
Nachrichten Hannover Muldenkipper bog ohne Abbremsen nach rechts ab
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15:22 10.05.2019
Der Muldenkipper überrollte den Radfahrer an der Ecke von Hamburger Allee und Lister Meile. Quelle: Christan Elsner
Hannover

Im Amtsgerichtsprozess gegen den Lkw-Fahrer, dessen Muldenkipper am 22. März 2017 nahe dem Raschplatz einen 48 Jahre alten Radfahrer überrollte, hat am Freitag ein technischer Sachverständiger sein Gutachten vorgestellt. Es weist dem 65-jährigen Norbert K., der sich wegen fahrlässiger Tötung verantworten muss, ein erhebliches Verschulden an dem Unglück zu. Laut Dekra-Gutachter Marco Schönenberger war der Lastwagen auf der Hamburger Allee nach dem rotlichtbedingten Stopp an einer Ampel wieder angefahren und 37 Meter später mit einer Geschwindigkeit um die 17 Kilometer pro Stunde nach rechts zu einer Großbaustelle der Deutschen Bahn abgebogen – ohne noch einmal zu stoppen oder seine Geschwindigkeit zu verringern. Dabei war das Opfer, der Vater eines elfjährigen Sohnes, unter einen Reifen der hintersten Achse des tonnenschweren Fahrzeugs geraten. Der Rechtspfleger starb noch an der Unfallstelle.

Norbert K. (l.) wird von Anwalt Wolfgang Schoefer verteidigt. Quelle: Michael Zgoll

Laut Schönenberger hätte der Fahrer den Radler in seinem Weitwinkel-Außenspiegel sehen können und sehen müssen – wenn er denn beim Abbiegen oder kurz davor in diesen Spiegel geschaut hätte. Norbert K., der vier Wochen nach dem Unglück in Rente ging, aber als Aushilfsfahrer auf 450-Euro-Basis immer noch für die Baufirma tätig ist, hatte am ersten Verhandlungstag angegeben, den Radfahrer nicht gesehen zu haben. Allerdings habe er auch auf Fußgänger und andere Autos im Kreuzungsbereich achten müssen. Technische Mängel wies sein Lkw laut dem Sachverständigen nicht auf.

Das 48-jährige Opfer - hier ein Foto aus 2015 mit seinem damals sieben Jahre alten Sohn - lebte mit der Familie in Misburg. Quelle: privat

Mit welchem Tempo der Rechtspfleger den Weg parallel zur Hamburger Allee befuhr, konnte der Gutachter nicht sagen. Schönenberger wartete lediglich mit einer statistischen Größe auf, wonach ein Radfahrer im Alter von 48 Jahren im Mittel mit 14 bis 22 Kilometern pro Stunde unterwegs ist.

Der Prozess unter Vorsitz von Richterin Sabine Mzee geht am 21. Mai in seine vierte Runde. Dann sollen weitere mögliche Zeugen des Unfalls sowie die 46-jährige Ehefrau des Opfers gehört werden.

Von Michael Zgoll

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