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Hannover Vermieter haftet für veraltete Elektroinstallation
Nachrichten Hannover Vermieter haftet für veraltete Elektroinstallation
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06:00 13.05.2019
Mieterin Kerstin Braun und ihr Anwalt Jörg Salzwedel haben vor Gericht einen Teilerfolg erzielt. Quelle: Christian Behrens
Hannover

 Ein Vermieter muss für einen Unfall mit einem Föhn haften, der im Februar 2016 im Badezimmer einer Südstädter Wohnung durchbrannte und eine Mieterin zu Tode erschreckte. Laut einem Urteil des Amtsgerichts war die Elektroinstallation der Drei-Zimmer-Wohnung veraltet, es gab keine FI-Schutzschalter, die Badewanne war nicht geerdet und die Waschmaschine durfte wegen drohender Überlastung der Stromleitung nicht mit der dafür vorgesehenen Steckdose verbunden werden. Deshalb sprach Zivilrichterin Annjet Winterberg der geschädigten Klägerin jetzt für anderthalb Jahre – bis zum Beheben der Mängel – einen Mietminderungsanspruch von durchschnittlich 25 Prozent zu.

Zu diesen 1233 Euro kommen noch 102 Euro Schadensersatz und die Erstattung von 202 Euro Rechtsanwaltskosten hinzu. Die Stichflamme aus der Steckdose, an die die Arzthelferin Kerstin Braun ihren Föhn angeschlossen hatte, brannte ein Loch in ihren BH und ihr Unterhemd. Auch war der Haartrockner anschließend nicht mehr zu gebrauchen.

Forderungen waren höher

Ein Gutachter hatte die Wohnung im Sommer 2017 im Rahmen eines Beweissicherungsverfahrens unter die Lupe genommen und die Mängel in der Elektrik festgestellt. Jörg Salzwedel, der Anwalt der Arzthelferin, bezifferte die Forderungen für Mietrückzahlungen sowie Schmerzensgeld und Schadensersatz im Jahre 2018 auf 3958 Euro. Ein Angebot des Vermieters, 2500 Euro zu zahlen und die langjährige Mieterin damit zum Auszug aus der 72 Quadratmeter großen Wohnung zu bewegen, schlug Kerstin Braun aus.

Bis zur Instandsetzung der Elektrik nutzte die Klägerin ihre Badewanne nicht und wusch ihre Wäsche in einem Waschsalon; auch dafür billigte ihr die Richterin einen Schadensersatzanspruch zu. Allerdings verneinte das Gericht, dass der Vermieter zur Zahlung von Schmerzensgeld verpflichtet sei. Verbrennungen am Körper habe die vom Blitz getroffene Frau nicht erlitten, und dass die Stichflamme ursächlich für psychische Beeinträchtigungen gewesen sei, habe Kerstin Braun nicht nachweisen können.

Von Michael Zgoll

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