Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Hannover Wahrsagerin betrügt Opfer in Hannover –und zahlt das Geld im Gerichtssaal zurück
Nachrichten Hannover Wahrsagerin betrügt Opfer in Hannover –und zahlt das Geld im Gerichtssaal zurück
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 29.03.2019
Dragica M. gestand die Betrügereien - und zahlte dem Opfer die ergaunerten 2510 Euro zurück. Quelle: Michael Zgoll
Anzeige
Hannover

 Die vermeintliche Wahrsagerin hatte sich ihr Opfer gut ausgeguckt: eine verzweifelte, weinend auf einer Bank in Kröpckenähe sitzende Frau, die von ihrem Mann verlassen worden war. Im Verlauf von drei Treffen schaffte es Dragica M. (65), der einsamen Frau 2510 Euro abzuschwatzen. Die Hellseherin wollte ihrem Opfer die Zukunft vorhersagen, dafür wollte sie der 51-Jährigen sogar einen neuen Ehemann aus Serbien oder Montenegro besorgen. Beim vierten Treffen – dieses Mal ging es um 500 Euro – schaltete das Opfer, das misstrauisch geworden war, die Polizei ein. Anfang Mai 2018 wurde M. in der Bahnhofstraße verhaftet. Jüngst verurteilte das Amtsgericht Hannover die Angeklagte wegen gewerbsmäßigen Betrugs in vier Fällen zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten. Außerdem muss Dragica M. als Bewährungsauflage 1200 Euro an die Landeskasse zahlen.

Beträge steigerten sich

Der Betrug folgte einem Muster, wie es in dieser Branche tpyisch ist. Zuerst entlockte M. der Geschädigten 150 Euro, steigerte den Betrag bei einem zweiten Treffen in der Innenstadt auf 360 Euro, bevor sie ihr bei einer Zusammenkunft in Misburg 2000 Euro abluchste. „Ich dachte wirklich, die Frau wolle mir helfen“, sagte die 51-Jährige in der Verhandlung. Und sie habe es tatsächlich für möglich gehalten, dass ihre Gesprächspartnerin übersinnliche Fähigkeiten besitzt. Amtsrichter Ulrich Kleinert sprach davon, dass die Abstammung beider Frauen aus Ländern des früheren Jugoslawien und die gleiche Sprache sicherlich zu einer schnellen Annäherung beigetragen hätten. Er nannte es „schändlich“ und „mitleidslos“, die Gefühlslage einer offenkundig verzweifelten Frau auszunutzen und diese zusätzlich noch um ihr Geld zu bringen.

Wie der Verteidiger von Dragica M. erläuterte, würden junge Roma-Mädchen wie seine Mandantin schon früh in Wahrsagerrituale eingewiesen, damit sie mit den daraus erzielten Einkünften zum Familieneinkommen beitragen können. Auch die Angeklagte, seit knapp 50 Jahren in Deutschland lebend, wohnt im Raum Hanau mit einer Großfamilie zusammen. Seit 2002 ist sie von Gerichten in Süddeutschland bereits dreimal wegen ähnlicher Betrugsdelikte zu Geldstrafen verurteilt worden. So behauptete sie gegenüber leichtgläubigen Frauen, diese seien von ihnen feindlich gesinnten Menschen mit schwarzer Magie verhext worden. Mithilfe von eigentümlichen Ritualen mit Kerzen und zerdrückten Eiern unter T-Shirts wurde den Opfern vorgegaukelt, dass sie nun dank weißer Magie von den bösen Flüchen befreit seien – was natürlich kostenpflichtig war.

Guter Rat für das Opfer

Eine Besonderheit wies das Verfahren am Volgersweg auf: Die Angeklagte leistete Schadensersatz, ihr Verteidiger übergab dem Opfer noch im Gerichtssaal ein Geldbündel mit Scheinen im Wert von 2510 Euro. Richter Kleinert hob hervor, dass sich diese durchaus untypische Wiedergutmachung ebenso wie das Geständnis von M. natürlich strafmildernd ausgewirkt hätten – was ihn aber nicht davon abhielt, die Angeklagte zu einer vier Monate längeren Haftstrafe zu verurteilen als vom Staatsanwalt gefordert. Dem Opfer gab Kleinert einen gut gemeinten Rat mit auf den Heimweg: „Passen Sie künftig besser auf, wem Sie Ihr Geld anvertrauen.“ Und auch bei der sonstigen Gestaltung ihrer Zukunft sollte die 51-Jährige nicht mehr auf die übersinnlichen Kräfte Dritter bauen.

Von Michael Zgoll

Die Polizei hat am Sonntagabend auf den Rastanlagen Garbsen-Nord und Garbsen-Süd an der Autobahn 2 Fernfahrer kontrolliert. Am Ende konnten die Beamte eine erfreuliche Bilanz ziehen. Von den 133 kontrollierten Fahrern hatte sich lediglich einer etwas zu Schulden kommen lassen.

26.03.2019

Am verkaufsoffenen Sonntag, 31. März, laden viele Läden in Linden-Mitte, Linden-Nord und Linden-Süd zum Shoppen und zum Kulturbummel ein.

29.03.2019

Eine Einrichtung für fünf Gruppen entsteht bis zum Sommer 2021 am Standort der bisherigen Tagesstätte. Das bestehende Gebäude wird abgerissen.

29.03.2019