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Hannover Geldstrafe: Gast entblößt sich im Biergarten des Restaurants Die Insel
Nachrichten Hannover Geldstrafe: Gast entblößt sich im Biergarten des Restaurants Die Insel
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17:39 26.04.2019
Der Vorfall spielte sich während des Maschseefestes im vergangenen Jahr in diesem Biergarten des Restaurants Die Insel ab. Quelle: Felix Schleding
Hannover

Ein betrunkener und unter dem Einfluss von Medikamenten stehender Gast hat während des Maschseefestes im vergangenen Jahr im Biergarten des Restaurants Die Insel einem Angestellten zwei Fausthiebe versetzt. Dafür musste sich Wolfgang W. am Freitag vor dem hannoverschen Amtsgericht verantworten. Dem Angriff waren mehrere unangemessene Auftritte des Mannes in dem Biergarten vorausgegangen.

Gast hatte Biergarten nur in Boxershorts betreten

Nur mit engen Boxershorts bekleidet hatte W. am 1. August gegen Mittag zum ersten Mal das Gelände am Maschsee betreten. Die Unterhose hatte er dabei so weit nach oben gezogen, dass seine Genitalien unten aus dem Bekleidungsstück heraus hingen. Der stellvertretende Leiter des Biergartens, Alexander G. machte den Gast auf den, wie er es vor Gericht nannte, „Bekleidungsunfall“ aufmerksam und komplementierte Wolfgang W. hinaus.

Am Nachmittag schlug der Mann, der an jenem Tag seinen Job als Promoter eines Weinhändlers verloren hatte, in gleicher Aufmachung erneut im Biergarten auf. Auf die Aufforderungen des Personals, seine Unterhose ein Stück nach unten zu ziehen, um sich zu bedecken, reagierte er nicht. „Er hat auf mich einen angeheiterten Eindruck gemacht, wusste aber ganz genau, was ich von ihm wollte“, sagte Zeuge Alexander G. vor Gericht. Wieder wurde der spärlich bekleidete Gast des Geländes verwiesen und wieder tauchte er wenig später erneut halb nackt in dem Biergarten auf.

Weil sich eine Familie mit Kindern angekündigt hatte, schritt der stellvertretende Biergartenleiter jetzt umgehend ein und begleitete W. nach draußen. Dort schlug der Gast in Boxershorts dem Angestellten G. zwei Mal mit der Faust ins Gesicht. Einem dritten Schlag konnte das Opfer ausweichen. Der Attackierte alarmierte die Polizei. Die Beamten griffen Wolfgang W. in unmittelbarer Nähe des Biergartens auf.

Angeklagter entschuldigt sich bei dem Opfer

Vor Gericht entschuldigte sich der Angeklagte bei dem Opfer und bot die Zahlung eines Schmerzensgeldes in Höhe von 150 Euro an. An den Vorfalls selbst konnte er sich nicht mehr erinnern. Seine Anwältin, Tanja Brettschneider, erklärte, ihr Mandant leide an diversen Angstzuständen und einem Tremor und müsse deswegen Medikamente nehmen. Er werde sich in stationäre Behandlung in der Medizinischen Hochschule begeben.

Der Angeklagte Wolfgang W. kam am Freitag noch einmal mit einer milden Strafe davon. Obwohl er bereits einschlägig vorbestraft war – er hatte eine Busfahrerin gewürgt, weil sie die Tür nicht schnell genug geöffnet hatte – und unter Bewährung stand verurteilte Amtsrichter Simon Schnelle W. zu einer Geldstrafe von 800 Euro. „Ein Faustschlag ist keine Bagatelle“, sagte er in seiner Urteilsbegründung. Dann wandte er sich direkt an Wolfgang W.: „Ihr Kredit ist aufgebraucht. Wenn die Tür heute hier ins Schloss fällt, will ich Sie dienstlich nicht mehr hier sehen“, sagte Schnelle.

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Das sind die schönsten Biergärten in Hannover

Von Tobias Morchner

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