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Hannover Sieben Autos demoliert: 1600 Euro Strafe
Nachrichten Hannover Sieben Autos demoliert: 1600 Euro Strafe
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00:17 29.06.2017
Das Amtsgericht hat einen 35-Jährigen, der Mitte Januar in Stöcken sieben geparkte Autos beschädigt hat und Fahrerflucht beging, zu 1600 Euro Geldstrafe verurteilt. Quelle: Symbolbild (Archiv)
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Hannover

Der Hannoveraner hatte sich am 21. Januar mit mindestens 2,3 Promille ans Steuer seines VW Passat gesetzt - an Bord war auch seine siebenjährige Tochter.

Der 35-Jährige rammte auf der Alten Stöckener und Baumgartenstraße nicht nur sieben Autos. Er habe auch sein Kind und eine im neunten Monat schwangere Fußgängerin in Gefahr gebracht, die es gerade noch rechtzeitig über den Zebrastreifen geschafft hatte. „Was alles hätte passieren können, mag man nicht zu Ende denken“, sagte Staatsanwältin Katja Alexandra Gothe während ihres Plädoyers. Richter Karl Schnelle bezeichnete die Unfallfahrt als „Fahrzeug-Pingpong“, die zum Glück relativ glimpflich verlaufen sei. Der entstandene Schaden beläuft sich auf etwa 28 000 Euro.

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Marcel B. zeigte sich reumütig. „Die Geschichte tut mir unendlich leid“, sagte der 35-Jährige. Über seinen Verteidiger ließ B. verlauten, dass der Angeklagte auf dem Heimweg der Geburtstagsfeier seiner Mutter gewesen sei. „Subjektiv fühlte er sich fahrtüchtig“, sagte Rechtsanwalt Helge Ebke. Auf der Party habe es morgens einen Sektempfang gegeben, dann seien im Laufe des Tages noch zwei Bier und zwei Ouzo dazugekommen.

Allerdings räumte der Verteidiger ein, dass damit bis zum Abend kein Alkoholwert von mindestens 2,3 Promille möglich gewesen sei. Sein Mandant habe zusätzlich Wein zu sich genommen. Ebke: „Meinem Mandanten war nicht bewusst, wie viel er en passant trinkt.“ Aufgrund des Todes seines Vaters habe B. ein Alkoholproblem entwickelt, diesem habe er sich inzwischen gestellt und sei trocken.

Der 35-Jährige hatte nach der ersten Kollision nicht gestoppt, gleichzeitig entfernte er sich nach der kompletten Unfallserie vom Tatort. „Ich wollte den Wagen einfach nur auf der Straße halten“, sagte der Angeklagte. Das bezweifelte das Gericht, da B. unter anderem in die Baumgartenstraße abgebogen sei. „Das ist keine natürliche Reaktion“, sagte Richter Schnelle. Aus diesem Grund wurde der 35-Jährige auch wegen Fahrerflucht für schuldig befunden.

Strafmildernd wertete das Gericht hingegen die Anwesenheit der Tochter im Passat. „Wir nehmen an, dass der Angeklagte sie nicht vorsätzlich in Gefahr bringen wollte.“ Die Unfallfahrt wurde daher als fahrlässige Straßengefährdung und fahrlässiges Verursachen von Schäden gewertet.

Simon Benne 29.06.2017
Mathias Klein 29.06.2017