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Hannover Angler könnten Leinewelle zum Scheitern bringen
Nachrichten Hannover Angler könnten Leinewelle zum Scheitern bringen
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00:15 28.09.2016
Von Conrad von Meding
So soll sie aussehen: Die Leinewelle als Computerbild. Quelle: Simulation/Cityförster
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Hannover

Auch ein Gespräch zwischen dem Fischereiverein und der Stadtspitze um Oberbürgermeister Stefan Schostok und Baudezernent Uwe Bodemann hat keine Einigung im Konflikt um das geplante Surfprojekt Leinewelle gebracht. Der Vereinsvorsitzende Heinz Pyka betonte danach: „Wenn ein Bauwerk in der Altstadtleine installiert wird und es nicht zum Ausgleich Verbesserungen für die Gewässerqualität gibt, dann klagen wir gegen das Projekt.“

Der Verein Leinewelle will neben dem Flohmarktparkplatz eine künstliche Flusswelle installieren, um dort Wellensurfen zu ermöglichen, das Projekt hat viele Unterstützer bis hinauf zur Stadtspitze. Fischereivereins­chef Pyka sagt, er wolle das Vorhaben nicht blockieren. Weil aber Eingriffe in einen Fluss Verschlechterungen brächten, obwohl es laut Europarecht eigentlich nur Verbesserungen geben dürfe, verlange man im Einklang mit Naturschutzverbänden eine Fischtreppe am nahen Wehr neben dem Landtag: Damit Wanderfische dort gegen den Strom aufsteigen können, wie es an Wehren etwa in Herrenhausen und Döhren längst üblich ist. „Es muss nicht zeitgleich gebaut werden, denn diese Forderung würde die Leinewelle verzögern – aber wir wollen vorab eine verbindliche Zusage“, sagt Pyka.

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Das Gespräch mit der Stadt habe keine Einigung gebracht, wie auch die Verwaltung bestätigt. Pyka kritisiert auch, dass die Stadt statt eines Planfeststellungs- nur das vereinfachte Plangenehmigungsverfahren vorsehe. „Die Unterstützung, die die Stadt der Leinewelle zukommen lässt, wünschen wir uns für den Naturschutz“, sagt er.

Leinewellen-Initiator Heiko Heybey sagt, er sehe den Einsprüchen gelassen entgegen. Es seien Gutachten im Frühjahr und Herbst gefertigt worden, man hoffe, dass diese belegen werden, dass keine Fischart verdrängt werde. Ohnehin habe die Leine zwar eine sehr gute Wasserqualität, bei Fischen aber nur eine mittlere und bei der Naturnähe eine miserable. Bei der Gesamtnote 4 von 5 könne er sich nicht vorstellen, „dass ein Eingriff auf zehn Metern von 33 Kilometern eine Verschlechterung bewirkt, die das Projekt verhindert“. Am Ende müssen vielleicht Gerichte entscheiden.

Simon Benne 28.09.2016
Michael Zgoll 25.09.2016
25.09.2016