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Hannover Geiselnahme in Stadtbahn: SEK trainiert Ernstfall in Hannover
Nachrichten Hannover Geiselnahme in Stadtbahn: SEK trainiert Ernstfall in Hannover
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19:15 13.07.2019
Eingeschlagene Scheiben einer Stadtbahn: Das Szenario wurde unter realistischen Bedingungen geprobt. Quelle: LKA Niedersachsen
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Hannover

Beängstigende Szenen haben sich am Sonnabendmorgen an der Tresckowstraße in Wettbergen abgespielt. Es war 9.55 Uhr, als mehrere schwer bewaffnete Beamte eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) aus einem Transporter stürmten, sich hinter einer Mauer verschanzten und aus sicherer Entfernung die Lage an der etwa 30 Meter entfernten Stadtbahnhaltestelle sichteten – beobachtet von zahlreichen Passanten, trotz großräumiger Absperrung.

Täuschend echte Umsetzung der Geiselnahme

Geiselnahme bei der Üstra, in einer am Hauptbahnhof entführten Stadtbahn: Nach einem Terroranschlag in Hannover haben mehrere bewaffnete Täter in einem gestoppten Waggon etliche Fahrgäste in ihrer Gewalt. Dieses Schreckensszenario hatte das Landeskriminalamt (LKA) gemeinsam mit der Polizeidirektion Hannover und der Polizeiakademie Niedersachsen für Beamte der SEK Niedersachsen und Schleswig-Holstein konstruiert – und mit Unterstützung der Üstra sowie Statisten des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) auch täuschend echt umgesetzt. An der Anti-Terror-Übung unter realistischen Bedingungen waren insgesamt etwa 100 Einsatzkräfte verschiedener Spezialeinheiten beteiligt.

Und dann ging alles ganz schnell: Zwischen Zugriff und Festnahme verging nicht viel Zeit. Quelle: Clemens Heidrich

Nach dem Aufmarsch der Spezialkräfte ging dann alles ganz schnell. Unvermittelt stürmten die SEK-Kräfte auf die Bahn zu, es fielen Schüsse aus Trainingswaffen. Immer wieder waren aus etwa 30 Metern Entfernung abgefeuerte Platzpatronen zu hören. Zwischen Zugriff und Festnahme verging nicht viel Zeit. Nur etwa zehn Minuten nach ihrer Ankunft brachten Einsatzkräfte schon Fahrgäste aus der Bahn hinter einer Mauer in Sicherheit, die Schauspieler in den Rollen der Terroristen wurden festgenommen.

„Das war die erste von zwei Bedrohungslagen, die jetzt erfolgreich abgewickelt wurde“, sagte LKA-Sprecherin Katrin Gladitz anschließend. Der zweite Teil der Übung sei mehr auf den Einsatz innerhalb der Bahn zugeschnitten. „Die Einsatzkräfte sind erst unmittelbar zu ihrem Dienstbeginn über die Übung informiert worden“, betonte die Sprecherin.

Führungskräfte der Polizei beobachten und bewerten den Einsatz

Um die Befreiung der Geiseln zu beobachten und die Lösungen der SEK-Beamten zu bewerten, hatten sich auf dem gegenüberliegenden Gleis Führungskräfte der Polizei als Beobachter postiert. „Es geht auch darum, das Zusammenspiel verschiedener Spezialeinheiten zu trainieren. Es geht um Techniken, Abläufe und Taktiken“, hatte die SEK-Kommandoführerin Nicole Rügenhagen unmittelbar vor dem Auftakt erläutert. „Spezialfortbildung“, nannte sie die aufsehenerregende Übung.

Nur wenige Minuten nach dem Beginn wurde im Internet in sozialen Netzwerken bereits über das unangekündigte Training diskutiert. Wenn man dort entlangfahre und von nichts wisse, sei das schon beängstigend, schreibt eine Frau.

„Um auf den Ernstfall vorbereitet zu sein, müssen unsere Spezialisten immer wieder unterschiedliche Situationen eines möglichen Anschlags trainieren“, sagte Kommandoführerin Rügenhagen. Ziel sei es vor allem auch, für lebensbedrohliche Situationen und den damit verbundenen psychischen Druck zu üben. Etwa vier Stunden nach dem Beginn der Übung zog das LKA eine positive Bilanz: „Zwei Szenarien in vier Stunden! Alle Bedrohungslagen der Spezialfortbildung konnten erfolgreich bewältigt werden“, teilte das LKA mit.

Dank spricht das LKA auch den beteiligten DRK-Statisten und Üstra-Mitarbeitern aus. Das Unternehmen hatte die Stadtbahn und Haltestelle zur Verfügung gestellt. Möglich war das wegen gleichzeitiger Bauarbeiten entlang der dortigen Stadtbahnlinien. Deshalb war die Teilstrecke vorübergehend stillgelegt und ein Bus-Ersatzverkehr eingerichtet.

Von Ingo Rodriguez

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