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Hannover Hannover: Ausstellung widmet sich dem Stilmythos Bauhaus
Nachrichten Hannover Hannover: Ausstellung widmet sich dem Stilmythos Bauhaus
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14:15 12.06.2019
„Bauhaus ist auch nach 100 Jahren noch sexy“ (v. r.): Präsident Robert Marlow, Felicia Riess, Wolfgang Schneider am Laveshaus. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Vor Bauhaus kann man sich im Jahr des 100. Geburtstags kaum noch retten – deshalb hat die Architektenkammer in ihrer am Donnerstag eröffneten Ausstellung einen neuen Ansatz gewagt. Die Fragen: Wo gibt es Bauhaus in Niedersachsen und Hannover, wie hat es die Städte geprägt – und was bedeutet der Stilmythos heute noch für die etwa 10.000 Mitglieder der Kammer? An 19 Beispielen werden Bauhäuser im Land gezeigt, bis auf eines alles längst Denkmale.

„Nach 100 Jahren noch sexy“

„Man kann das Gefühl haben, wir alle sind heute Bauhaus“, sagte Kammerpräsident Robert Marlow zur Eröffnung. „Auch 100 Jahre nach Gründung ist es irgendwie en vogue und sexy.“ Die Protagonisten um Walter Gropius hätten die Grenzen zwischen Technik, Kunst, Handwerk und Industrie überwunden, vor allem sei ein Bekenntnis zu Bauhaus aber damals wie heute „eine Frage der Haltung“.

In der Ausstellung „Bekanntes, Verborgenes, Vergessenes“ werden Ikonen des Baustils wie natürlich das Fagus-Werk in Alfeld (Gropius 1919) gezeigt, aber auch die Wohnanlage Liststadt in Groß-Buchholz (Adolf Falke, 1939), das Gewerkschaftshaus von Friedhelm Lindau in der Innenstadt oder das Wohnhaus, das Gropius 1952 für Unternehmer Stichweh im Herrenhäuser Alleeweg entworfen hat. „Magische Anziehungskraft“ schrieb Kammer-Altpräsident Wolfgang Schneider, der die Ausstellungsarbeit geleitet hat, dem Bauhaus zu – dabei sei es „zuvorderst eine revolutionäre Ausbildungsstätte“ gewesen, die sich der Reduktion des Bauens auf Sachlichkeit verschrieben habe.

„Magische Anziehungskraft“ hat das Bauhaus unter anderem auf Arbeitsgruppenmitglied Susanne Kreykenbohm ausgeübt, die eigentlich Journalistin werden wollte, dann aber wegen der Faszination Bauhaus Architektur studierte und heute im Gropius-Stichweh-Haus für den Bund deutscher Architekten arbeitet. Arne Herbotz von der Technischen Uni Braunschweig zeigte anhand alter Briefe, dass Gropius vor allem auch „ein guter Architekturkommunikator“ gewesen sei, der geschickt die Öffentlichkeit für sein Anliegen nutzte. Und Felicia Riess von der Architektenkammer las wiederum aus den Texten vor, die die Kammer von ihren Mitgliedern zum Thema Bauhaus bekommen hat.

Kritik am Frauenbild des Bauhauses

Die sind zum Teil in Wandzeitungen nachzulesen. Dort zeigt sich, dass bei den zeitgenössischen Architekten im Land zwar viel Respekt für das Bauhaus vorhanden ist. Das Frauenbild der Vorkämpfer aber und auch der „Ich-Kult“, den Gropius & Co zelebrierten, den fanden dann doch einige kritikwürdig. Den stets kritischen Bauhäuslern hätte es vielleicht gefallen.

Die Ausstellung im Laveshaus, Friedrichswall, ist bis Ende August werktäglich geöffnet. An diesem Sonnabend, 15. Juni, ist sie zur Nacht der Museen auch von 18 bis 23.30 Uhr geöffnet. Am 26. Juni gibt es ab 19 Uhr zudem ein Podiumsgespräch zur „Zukunft des Bauhauses“ im Alten Rathaus, der Eintritt ist frei.

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Von Conrad von Meding

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