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Hannover BUND kritisiert Baumfällungen während der Brutzeit
Nachrichten Hannover BUND kritisiert Baumfällungen während der Brutzeit
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00:15 27.04.2019
Aus Sicherheitsgründen mussten zahlreiche Bäume im Ricklinger Auewäldchen gefällt werden. Naturschützer kritisieren das. Quelle: Moritz Frankenberg
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Hannover

Im Ricklinger Auewäldchen zwischen Ricklinger Bad und Südschnellweg sind in der Woche vor Ostern rund Hundert Bäume entlang der Wege und am Wasser gefällt worden. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zeigte sich darüber entsetzt über „diese Rücksichtslosigkeit“ in einem Landschaftsschutzgebiet mitten in der Brutzeit und zur Zeit der Frühblüher. „Eine derart massive Beseitigung von alten Bäumen bedeutet eine extreme Entwertung dieses geschützten Stücks Natur“, sagt Georg Wilhelm, stellvertretender Kreisgruppenvorsitzender.

Waldbesitzer muss Wege sicher halten

Der Waldbesitzer – die Stiftung Edelhof Ricklingen – wehrt sich gegen „die völlig unzulässigen Vorwürfe“: „Das ist alles mit rechten Dingen vor sich gegangen, die Behörden waren informiert, das waren vorgeschriebene Verkehrssicherungsmaßnahmen“, sagt Max von Klitzing. Die Stiftung sei von der Straßenmeisterei angewiesen worden, die Bäume zu fällen, nachdem sogar ein Baum auf den Südschnellweg gekippt war. Das bestätigt auch die Region Hannover.

Förster Klaus Elsner von der Landwirtschaftskammer, der die Baumfällarbeiten begleitet hatte, sagte, es seien nur tote oder kranke Eichen, Buchen, Eschen und Ahornbäume entlang der Fuß- und Radwege gefällt worden, etwa solche mit großen Faulstellen. Oder es sei Totholz aus den Baumkronen entfernt worden, damit Spaziergänger und Radfahrer nicht von herabfallenden Ästen getroffen werden könnten. Elsner, der für die Landwirtschaftskammer private Waldbesitzer zwischen Hannover und Hildesheim betreut, betonte, dass Waldbesitzer in der Pflicht seien, die Verkehrswege zu sichern. Zuletzt sei der Wald vor etwa zehn oder zwölf Jahren durchforstet worden, deswegen sei der Holzeinschlag jetzt dringend notwendig gewesen. Die Wege würden von vielen Menschen genutzt, da dies der Zugang zum Ricklinger Bad sei.

Förster: Warten bis zum Herbst wäre fahrlässig gewesen

Um forstwirtschaftlichen Ertrag gehe es überhaupt nicht, sagte von Klitzing. Die Fällaktion sei ungleich teurer gewesen als das, was man durch den Verkauf des Holzes als Ertrag erzielen könne. Es gehe um die Sicherheit der Spaziergänger und Radfahrer. „Seitdem die Bäume weg sind, schlafen wir erheblich ruhiger.“ Es wäre fahrlässig gewesen, bis zum Herbst mit den Fällarbeiten zu warten, sagte Elsner. Es sei Gefahr im Verzuge gewesen. Auch eine Sprecherin des Umweltministeriums sagte, Artenschutz sei wichtig, aber Verkehrssicherheit gehe im Zweifel vor.  

Keine Bäume fällen, keine Hecke schneiden

In Brut- und Setzzeit ist der Zeitraum, in dem Vögel brüten und Wildtiere ihre Jungen zur Welt bringen. Hasen und Schwarzwild haben bereits Nachwuchs, bei anderen Tierarten sind die Weibchen hochtragend und deshalb in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Für Hunde gilt in Niedersachsen zwischen dem 1. April und dem 15. Juli deshalb eine Anleinpflicht. Bodenbrüter wie Nachtigall und Rotkehlchen sollen so geschützt werden. Vom 1. März bis 30. September ist das Fällen von Bäumen außerhalb von Wäldern oder der Heckenschnitt verboten, schonende Formschnitte oder Pflegeschnitte an Obstgehölzen sind davon ausgenommen. Maßnahmen, die der Verkehrssicherheit dienen, sind vom Fäll- und Schnittverbot ebenfalls ausgenommen. Naturschützer appellieren an Gartenbesitzer, Pflegeschnitte möglichst nicht in der Hauptbrutzeit der Vögel (März bis Juni) vorzunehmen.

Naturschützer sorgen sich um Jungvögel

BUND-Mann Wilhelm beharrt auf seiner Kritik: Man hätte allenfalls einige Bäume aus Sicherheitsgründen fällen dürfen, aber doch nicht so viele. Im Auewäldchen würden viele Singvögel wie etwas Nachtigallen brüten, sagte Wilhelm: „Baumfällungen in der Brutzeit bedeuten in aller Regel, dass massenhaft Vogelgelege zerstört und Jungvögel getötet werden.“ Außerhalb des Waldes seien Baumfällungen und Rückschnitte von Bäumen und Sträuchern schließlich zwischen dem 1. März und 30. September verboten.

Dem widerspricht Förster Elsner entschieden: Er habe die Fällarbeiten an mehren Tagen überwacht, es seien keine Vogelnester zerstört oder Jungtiere getötet worden. Zwar wäre es zweifellos wünschenswert gewesen, wenn die Bäume hätten vor März gefällt werden können, aber das Verfahren habe sich über einige Wochen hingezogen. Erst musste ein Unternehmen gefunden werden, dass die Baumfällarbeiten übernimmt, dann müssen Begehungen stattfinden. Schneller sei es leider nicht gegangen, sagt Elsner, und bis zum Herbst hätte man aus Sicherheitsgründen nicht warten dürfen.

Von Saskia Döhner

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