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Hannover Bankmitarbeiter streiken für mehr Geld
Nachrichten Hannover Bankmitarbeiter streiken für mehr Geld
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12:49 18.06.2019
Insgesamt waren rund 1000 Mitarbeiter von Großbanken dem Streikaufruf gefolgt. Quelle: Mathias Klein
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Hannover

Mit einem ganztägigen Warnstreik in Hannover wollen Mitarbeiter von Banken die Arbeitgeber auffordern, ernsthafte Verhandlungen über einen Tarifverhandlungen zu führen. Dem Aufruf der Gewerkschaft Verdi waren am Dienstag in Hannover rund 1000 Bankmitarbeiter gefolgt. Nach einer Auftaktkundgebung auf dem Kröpcke zogen die Mitarbeiter durch das Bankenviertel und von dort zur Zentrale der Nord-LB am Aegi. Der Abschluss des Warnstreiks fand im Waterloo-Biergarten statt. Aufgerufen waren Mitarbeiter von Großbanken, wie der Nord/LB, LBS, ING, Commerzbank und Deutsche Bank. Es ist bereits die dritte Streikaktion der Bankmitarbeiter in diesem Jahr.

Es gibt keinen neuen Tarifvertrag

Der Tarifvertrag für die Mitarbeiter von Großbanken ist zum 31. Dezember vergangenen Jahres ausgelaufen, noch immer gebe es keinen neuen Tarifvertrag, erläuterte Verdi-Bankenexperte Jörg Reinbrecht bei der Kundgebung. „Die Arbeitgeber machen keine Anzeichen sich zu bewegen“, klagte er. Das bisherige Angebot von etwas mehr als 1 Prozent Tarifsteigerung sei kümmerlich, betonte Reinbrecht. Das entspreche noch nicht einmal der Inflationsrate. Verdi fordert für die Mitarbeiter der Großbanken einen Gehaltsanstieg von 6 Prozent.

Aber es gehe bei dem Warnstreik nicht nur um einen Tarifanstieg, es gehe zum Beispiel auch um die Eingruppierungsbestimmungen. Diese seien total veraltet. „Die Arbeitgeber wollen einfach, dass ihr weniger verdient“, sagte er den Streikenden. „Die Banken haben keine Wertschätzung für ihre Mitarbeiter, betonte Reinbrecht. „Das ist eine Sauerei!“

Gibt ING den Standort Hannover auf?

Ein Mitarbeiter der ING-Bank äußerte bei der Kundgebung seine Befürchtung, das Unternehmen wolle den Standort Hannover aufgeben. „Seit einiger Zeit ist bei uns das letzte Stück Unternehmenskultur verloren gegangen“, berichtete er. Es zähle nur noch der Gewinn. „Dass bei uns in Hannover keine Auszubildenden mehr eingestellt werden, spricht eine deutliche Sprache“, meinte er. Das Arbeitgeberangebot sei eine Provokation.

Ein Mitarbeiter der Postbank, über deren Tarife in den nächsten Wochen verhandelt wird, kündigte die mögliche Unterstützung der streikenden Mitarbeiter von Großbanken an. „Ab Juli können wir auch streiken, wenn nötig sind wir dann auch dabei“, betonte er. Bei der Postbank sind rund 75 Prozent der Mitarbeiter gewerkschaftlich organisiert, bei einigen Großbanken sind dagegen deutlich weniger Mitarbeiter Mitglieder einer Gewerkschaft.

Auswirkungen halten sich in Grenzen

Die Auswirkungen des Streiks der Bankmitarbeiter für die Kunden in Hannover halten sich am Dienstag in Grenzen. Nach Angaben von Reinbrecht bleiben in Hannover 2 Bankfilialen geschlossen. Warnstreiks gab es am Dienstag auch in Braunschweig und Bremen. Auch in Baden-Württemberg gingen die Mitarbeiter von Großbanken auf die Straße. Die Sparkassen und die Volksbanken sind von dem Warnstreik nicht betroffen.

Von Mathias Klein

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