Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Hannover Gesund bleiben – wie geht das?
Nachrichten Hannover Gesund bleiben – wie geht das?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:54 28.08.2019
In der historischen Turnhalle des Turn-Klubbs zu Hannover geht es in der Reihe „ÜberMorgen“ um die Zukunft des Gesundheitswesens. Quelle: Katrin Kutter
Anzeige
Hannover

Einen Runden Tisch für die Krankenhäuser in Hannover fordert der frühere Chef der Kaufmännischen Krankenkasse Hannover (KKH), Ingo Kailuweit. An dem müssten die Kliniken dann die Probleme, wie zum Beispiel jene bei der Notfallversorgung gemeinsam besprechen und regeln, sagte Kailuweit, der inzwischen Vorstand der Gesellschaft für Integrierte Versorgung im Gesundheitswesen ist.

Kailuweit war am Dienstagabend einer der Teilnehmer der Podiumsdiskussion der Reihe „ÜberMorgen“, die die Sparkasse Hannover und die Hannoversche Allgemeine Zeitung erneut veranstalten. In den vergangenen Jahren ging es dabei um die Themen Mobilität und Bildung, in den nächsten Wochen wird darüber geredet, wie das Gesundheitssystem besser werden und gleichzeitig eine Kostenexplosion gebremst werden kann.

Jeder hat zum Thema eine Meinung

In der historischen Turnhalle des Turn-Klubbs zu Hannover (TKH) berichtete HAZ-Chefredakteur Hendrik Brandt, dass das Thema Gesundheit bei den Lesern große Bedeutung hat. „Wenn es um Gesundheit geht, ist es ähnlich wie bei der Schule oder der Fußballnationalmannschaft: Jeder hat eine eigene Meinung“, sagte er zum Auftakt der Diskussion, die von dem Journalisten Hajo Schumacher geleitet wurde.

Was muss im Gesundheitswesen besser werden?

Kailuweit kritisierte in der Debatte den mangelnden Willen der Politik, am Gesundheitssystem etwas entscheidendes zu ändern. Er beklagte zudem, dass sich die Arbeitgeber aus dem Gesundheitswesen verabschiedet hätten. Dabei seien die Unternehmen unter anderem wichtig, um die Prävention voranzutreiben. „So wie das heute mit den Lobbygruppen läuft, kann es nicht funktionieren“, betonte Kailuweit.

Krankenhäuser müssten sich digitalisieren

In der Diskussion kritisierte Heike Kielhorn-Schönermark den fehlenden Willen der Krankenhäuser, sich für die Zukunft zu rüsten. Es gehe nicht nur darum, die neuesten Geräte zu kaufen, sagte die Beraterin, die unter anderem auch für die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) tätig ist. Die Krankenhäuser hätten in der digitalen Ausstattung einen erheblichen Rückstand. Nötig seien mehr Mittel zum Beispiel für die Vernetzung und die Informationsbeschaffung.

Der Weltmeister und Olympiasieger im Gewichtheben, Matthias Steiner, machte sich in Hannover für die Telemedizin stark. „Da kann man wirklich sparen“, betonte er. Steiner setzt sich dafür ein, Patientendaten anderen Patienten zur Verfügung zu stellen, damit diese davon profitieren könnten. Er selbst ist an Diabetes erkrankt, er würde seine Daten gern weitergeben, wie er sagte.

Mehr gegen Übergewicht bei Kindern tun

Steiner forderte außerdem, mehr gegen übergewichtige Kinder zu tun. In früheren Jahren seien Kinder mit Übergewicht in der Schule gehänselt worden, inzwischen nicht mehr. „Es gibt einfach zu viele“, sagte Steiner. „Wir müssen früher ansetzen und grundlegend etwas ändern.“

Für eine Spezialisierung von Krankenhäusern setzte sich die Direktorin des Instituts für Gesundheitsökonomie an der Leibniz Universität Hannover, Prof. Annika Herr, ein. „Wir brauchen nicht in allen Krankenhäusern alle Angebote“, betonte sie. Außerdem gebe es in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern zu viele Krankenhausbetten.

Stärkerer Wille zur Veränderung gewünscht

Krankenhäuser bräuchten eine richtige Strategie, sagte die Finanzchefin des Regionsklinikums, Barbara Schulte. Das Klinikum habe dies unter anderem mit der Ausweitung der Altersmedizin und einer Stärkung der Kardiologie erreicht. Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, würden auch die Finanzen stimmen.

Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse, Heinrich Jagau, wünschte sich am Schluss der Debatte einen stärkeren Willen für Veränderungen im Gesundheitswesen. Bisher gebe es nur kleine Ansätze, sagte er.

Weitere Termine der Reihe „ÜberMorgen

An die Auftaktveranstaltung schließen sich vier weitere Termine an. So kommen Experten für Gesundheit und Gesundheitspolitik zum Amtshof in Burgwedel (3. September), ins Clinical Research Center in Hannover (5. September), ins Kulturzentrum Bauhof in Hemmingen (10. September) und ins Schulzentrum I in Garbsen (12. September).

Die Foren sind aber nur ein Teil der „ÜberMorgen“-Reihe. Digital und in der Zeitung bietet die HAZ von nun an verstärkt Themen an, die sich um Gesundheit und Gesundheitspolitik drehen. Die Artikel werden grafisch aufgearbeitet. So entsteht auf der „ÜberMorgen“-Seite im Internet unter www.uebermorgen.haz.de ein Archiv der Ideen, das ständig wächst.

Das ist das Projekt „ÜberMorgen“

Das Projekt „ÜberMorgen“ ist eine Ideen- und Diskussionsplattform von HAZ und Sparkasse Hannover. In der gedruckten HAZ, auf der Multimedia-Internetseite www.uebermorgen.haz.de und bei Veranstaltungen überall in der Region Hannover werden Informationen zu den wichtigsten Zukunftsfragen gesammelt. In diesem Jahr steht das Thema Gesundheit unter dem Aspekt Kosten im Fokus. Themenpartner ist erneut Hannoverimpuls. „Als Sparkasse sind wir seit fast 200 Jahren in der Region Hannover aktiv. Und genauso lange bewegen uns die Zukunftsfragen für das Umfeld, in dem wir arbeiten“, sagt Heinrich Jagau, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Hannover. Mit der Initiative ,ÜberMorgen’ wollen wir helfen, gute Antworten in einer sehr komplex gewordenen Welt zu finden. Nicht irgendwo im Silicon Valley, sondern in unserer Region“, sagt Jagau. Das Zukunftsforum geht nun wieder auf Tour durch die Region. Es gibt Diskussionsabende in Burgwedel, Hemmingen, Garbsen und zusätzlich noch einmal in Hannover.

Von Mathias Klein

Projektentwickler Dirk Felsmann will die Industrieruinen der Wasserstadt zu Wohnungen umbauen. Wie kann er schaffen, wovon Gutachter abraten? Im HAZ-Interview erklärt er erstmals seine Pläne.

27.08.2019

Kollegen gegen Kollegen, Unternehmen gegen Unternehmen: Am Dienstag sind Tausende Läufer beim B2Run um den Maschsee gegeneinander angetreten – größtenteils zum Spaß. Das Rennen bei mehr als 30 Grad entschied allerdings ein Profi für sich.

27.08.2019

Um die Verkehrssicherheit in Hannover zu erhöhen, hat die Polizei erneut zahlreiche Radler kontrolliert – und erstmals auch E-Scooter-Fahrer. Dabei gab es im Stadtgebiet und in Laatzen 98 Verwarnungen in Form von Gelben Karten, in 15 weiteren Fällen verhängten die Beamten Bußgelder.

27.08.2019