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Hannover Kindesmissbrauch: Harry S. sagt umfänglich aus
Nachrichten Hannover Kindesmissbrauch: Harry S. sagt umfänglich aus
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18:32 13.11.2018
Kinderarzt Harry S. sitzt neben seinem Anwalt Ralf Schönauer (l.) im Gerichtssaal in Augsburg. Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
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Augsburg/Hannover

Kinderarzt Harry S. hat am zweiten Prozesstag umfänglich zu seinen Missbrauchsfällen in Hannover und Bayern ausgesagt. Vor dem Landgericht Augsburg muss sich der 43-jährige Mediziner seit Montag ein zweites Mal wegen des Missbrauchs von 21 Jungen verantworten, auch an einem fünfjährigen Jungen aus Garbsen-Berenbostel hatte sich S. im Sommer 2014 vergangen. Der Bundesgerichtshof hatte das erste Urteil von 2016 in Teilen aufgehoben.

S. berichtete von seiner Kindheit und der aufkeimenden Homosexualität in sich. Glücklich und behütet sei er in Augsburg aufgewachsen. Aus Angst, seine Familie zu enttäuschen, habe er eine Lüge erzählt – und schwieg, dass er auf Jungs statt auf Mädchen stehe. „Ich war überzeugt davon, dass das in meiner Familie zu einem Zusammenbruch geführt hätte“, sagte er vor Gericht. Er habe als Jugendlicher stets versucht, „mit dem Strom zu schwimmen“.

Im Privaten suchte er bereits als Jugendlicher kinderpornografische Fotos im Internet. Im jungen Erwachsenenalter begann dann „die Pädosexualität mehr und mehr Raum einzunehmen“. S. lud Kinderpornos herunter und wurde Kinderarzt, um Jungen nahe zu sein. Er sprach sie auf der Straße an, verschleppte sie und verging sich an ihnen. Den Fünfjährigen aus Garbsen misshandelte S. zwei Stunden lang und setzte ihn danach einfach an einer Straße wieder aus.

2016 war S. zu dreizehneinhalb Jahren Haft mit folgender Sicherungsverwahrung sowie lebenslangem Berufsverbot verurteilt worden. Der BGH kippte das Urteil, weil der 43-Jährige wegen seiner Pädophilie vermindert schuldfähig sein könnte. Im ersten Prozess wurde S.’ Neigung zwar als krankhaft eingestuft, dies aber nicht weiter berücksichtigt. Nun soll ein zweites Gutachten den Fall klären. Außerdem wolle S. seine Homosexualität in Zukunft ausleben, um so seine Fokussierung auf Kinder in den Griff zu bekommen.

Von Holger Sabinsky-Wolf und Peer Hellerling

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