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Hannover IT-Firma lockt Azubis mit viel Feedback, Pizzameetings und Hackathons
Nachrichten Hannover IT-Firma lockt Azubis mit viel Feedback, Pizzameetings und Hackathons
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10:35 08.08.2019
Ohne eigene Ausbildung fehlen die Nachwuchskräfte: Janina Runkewitz (Mitte, li.) und Viktoria Wagner (Mitte, re.), umgeben von einigen männlichen Azubis aus dem zweiten und dritten Lehrjahr. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

 Obwohl es Hornetsecurity aus Hannover seit mehr als zehn Jahren gibt, ist die Firma jung geblieben. Die Mitarbeiter des IT-Sicherheitsdienstleisters sind im Schnitt Anfang 30. Das liegt auch an der großen Zahl an Azubis: 13 Prozent der Mitarbeiter des hannoverschen IT-Spezialisten sind noch in der Ausbildung. „Auf dem Markt gibt es immer weniger qualifizierte Bewerber“, sagt Personalleiterin Viktoria Wagner (28). Der Fachkräftemangel trifft auch Zukunftsbranchen. Wenn Hornetsecurity nicht selbst ausbilden würde, dann blieben viele Stellen für Informatiker oder Entwickler in dem Unternehmen vermutlich unbesetzt. Ausbildung sei für die Firma, die sich auf cloudbasierte E-Mail-Sicherheit spezialisiert hat, Nachwuchskräftesicherung, wie Wagner betont. „Wir bilden heute aus, was wir morgen brauchen.“ So seien auch schon erste Führungspositionen durch ehemalige Auszubildende besetzt worden.

Standorte in Berlin, Pittsburgh, Barcelona, Madrid und Tandil

Die Firma gibt es seit 2007, die Belegschaft ist auf rund 200 Mitarbeiter gewachsen. Neben der Zentrale in Hannover-List gibt es noch Standorte in Berlin, Pittsburgh, Barcelona, Madrid und Tandil (Argentinien). In diesem Monat haben neun neue Nachwuchskräfte in Hannover ihre Ausbildung begonnen.

Ausbildung zum Fachinformatiker oder IT-Systemkaufmann

Das Angebot an Ausbildungsstellen richtet sich nach dem Bedarf der IT-Firma: Ausgebildet werden Fachinformatiker, IT-Systemkaufleute und Kaufleute für Marketingkommunikation. „Unser Ziel ist es, alle unsere Auszubildenden zu übernehmen“, sagt Personalsachbearbeiterin Janina Runkewitz (31). Probleme, passende Kandidaten für die Ausbildungsplätze zu finden, hat Hornetsecurity nicht. Es gebe immer mehr Interessenten als Plätze, heißt es.

Hornetsecurity wirbt auf Facebook und Ausbildungsportalen um Nachwuchskräfte, präsentiert sich auf Berufsmessen und besucht allgemeinbildende und berufsbildende Schulen. Besonders eng ist die Kooperation mit der Multi-Media BBS. Wer Fachinformatiker für Systemintegration werden will, sollte eine ausgeprägte technische Affinität mitbringen und Freude daran haben, andere mit seinem Know-how zu unterstützen: „Man sollte kommunikativ sein und Spaß daran haben, Lösungen für technische Fragen zu entwickeln“, rät Wagner. Angehende Anwendungsentwickler hingegen sollten erste eigene Hobbyprojekte vorweisen können und Spaß am Codeschreiben und Programmieren haben. Die Hornetsecurity-Azubis sollten einen guten Schulabschluss mitbringen, im Fokus aber stünden Affinität und Leidenschaft für das jeweilige Berufsbild, sagt Wagner. Die Firma zahlt ihrem Nachwuchs einen Fahrtkostenzuschuss, Nichtraucher bekommen auch noch einen Bonus, und Obst, Kaffee und Tee stehen täglich gratis zur Verfügung.

Azubis müssen „Hornetsecurity-DNA“ leben

Für Wagner und Runkewitz ist es auch wichtig, dass die Azubis lernen, wie die Firma tickt, dass sie mit der „Hornetsecurity-DNA“, wie Wagner es ausdrückt, aufwachsen und diese leben. Die ist dynamisch, flexibel, hip. Man bespricht Strategisches beim „Pizzameeting“, spielt zwischendrin mal zur Entspannung am firmeneigenen Krökeltisch, spielt bei LAN-Partys gegeneinander oder joggt gemeinsam um den Maschsee.

Zur Ausbildung gehören auch Hackathons

Im ersten Jahr lernen die Azubis ihre Stammabteilung kennen und werden bereits in Projekte eingebunden. Im zweiten Ausbildungsjahr sind sie jeweils vier Monate in einer Schnittstellenabteilung, im dritten Jahr dann wieder in ihrer Stammabteilung. Vor jeder Rotation bitten die Vorgesetzten zum Entwicklungsgespräch, regelmäßige Feedbackrunden gibt es schon während der viermonatigen Probezeit und zum Ende der Ausbildung.

„Uns ist auch Training off the Job wichtig“, sagt Wagner. So könnten die Azubis etwa an Hackathons teilnehmen, in denen sie in einer festgelegten Zeit eine Lösung für eine ungewöhnliche Aufgabe entwickeln. Sie können sich auch zum Ausbildungsbotschafter qualifizieren. Bei diesem Projekt der Industrie- und Handelskammer (IHK) gehen Azubis in die Schulen und werben dort für ihren Beruf. „Die Jugendlichen reden auf Augenhöhe miteinander, Schüler und Azubis sprechen die gleiche Sprache, das macht den Erfolg aus“, meint Runkewitz.

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