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Hannover Auto rammt Schulbus: 17 Leichtverletzte bei Unfall in Garbsen
Nachrichten Hannover Auto rammt Schulbus: 17 Leichtverletzte bei Unfall in Garbsen
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14:50 29.03.2019
Ein Golf ist bei einem bisher unerklärbaren Überholmanöver auf der Straße Auf der Horst mit einem Bus kollidiert. Quelle: Markus Holz
Garbsen

Im Garbsener Stadtteil Auf der Horst hat sich am Freitagmorgen ein schwerer Unfall ereignet: An der Ecke der Straßen Saturnring und Auf der Horst sind gegen 7.13 Uhr ein Golf und ein mit Kindern besetzter Bus zusammengestoßen. 17 Personen wurden leicht verletzt – in einer ersten Meldung waren die Einsatzkräfte noch von vier Schwerverletzten ausgegangen, das bestätigte sich jedoch nicht. Nach Angaben der Polizei ist bei dem Unfall ein Schaden von rund 11 000 Euro entstanden.

Wie ist der Unfall passiert?

Nach Angaben der Polizei kam der Bus aus Richtung Stadtbahn/Friedhof über die Straße Auf der Horst. Am Abzweig zum Saturnring stand ein roter Wagen auf der Gegenfahrbahn. Die Fahrerin wollte nach links in den Saturnring abbiegen und wartete, um den Bus passieren zu lassen. In dem Moment schwerte hinter ihr der 22-jährige Fahrer eines Golf aus, überholte den roten Wagen links und stieß frontal gegen den Bus. Ob der 40-jährige Busfahrer noch Gelegenheit hatte zu bremsen, ist unklar.

Durch die Kollision sollen mehrere Kinder im Bus den Halt verloren haben und zwischen den Sitzen und im Gang schwer gestürzt sein. Der Busfahrer zog sich leichte Verletzungen zu, wurde von einem Notfallseelsorger betreut. Ein Junge wurde mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen mit Verdacht auf ein Schädel-Hirn-Trauma. Ein elfjähriger Junge, der 22-jährige Golffahrer und seine 18-jährige Beifahrerin wurden mit Rettungswagen in Krankenhäuser gebracht. Bei allen vier wurden später nur leichte Verletzungen festgestellt. Der Bus soll mit rund 30 Passagieren besetzt gewesen sein. Die Ersthelfer haben nach ersten Eindrücken hoch professionell reagiert.

17 Menschen werden bei dem Unfall verletzt

„Es war ein Morgen wie immer“, sagt ein Schüler. Er war in Havelse eingestiegen, Ziel IGS. „Und plötzlich hat es geknallt“, sagt er. Was danach im Bus passiert ist, kommt nicht mehr über seine Lippen. Der Junge kann die Ereignisse im Bus noch nicht beschreiben. Sicher ist, dass die Besatzung eines Rettungswagens als erste vor Ort ist und schnell reagiert.

Der erste Retter ordnet das Chaos

Matthias Riemann aus der Johanniter-Rettungswache Garbsen ist als erster am Unglücksort. „20 Kinder standen auf der Straße, drei Kinder lagen, daneben der Fahrer des Golf. Viele haben geweint“, erzählt Riemann und beschreibt, wie er die ersten Minuten erlebt. In der Fachsprache heißt das „Chaosphase“. Riemanns Job ist eine Einschätzung der Lage allein nach dem, was er sieht. Er steht dabei im direkten Kontakt mit der Leitstelle. „Das ist ein festgelegtes Szenario, wir trainieren das“, sagt Riemann.

Die Leitstelle entscheidet schnell: Sie ruft den Alarm „Massenanfall an Verletzten (ManV), Stufe 1“ aus. Fünf Rettungswagen, Rettungshubschrauber und ein zweiter Notarzt werden angefordert. Für die Erstbehandlung schickt die Berufsfeuerwehr Hannover aus Stöcken ihren Großraum-Rettungsbus und einen Reisebus, um die Unverletzten von der Straße zu holen und betreuen zu können. Getönte Scheiben verdecken wenig später den Blick der Kinder auf das Geschehen draußen.

Riemann ordnet das Chaos. Er spricht zweimal über den Lautsprecher eines Polizeiwagens. „Wer gehen kann, kommt bitte dort auf den Rasen.“ 25 Kinder kommen. „Es hat ganz reibungslos funktioniert, alle haben zugehört. Das hat die Arbeit erleichtert. Es waren zum Glück alles Kinder und Jugendliche in einem Alter, in dem man mit ihnen sprechen kann“, sagt Riemann. Und weiter geht das Sortieren. Am Ende hat er sieben Kinder vor sich, die über Schmerzen an Beinen und Armen klagen, aber gehen können. Zwei weitere Kinder sitzen mit Schmerzen auf dem Rasen. Vier Opfer werden nach dem ersten Eindruck als schwerer verletzt eingestuft.

Leitender Notarzt übernimmt

Inzwischen treffen immer mehr Helfer und Polizisten ein. Riemanns Aufgabe ist jetzt, die Aufgaben zu verteilen und zu entscheiden, wer sich um wen kümmert. „Wenn die Chaosphase beherrscht ist, ist das der Grundstein für den reibungslosen Ablauf im Anschluss“, sagt Riemann. Wenig später übernimmt der leitende Notarzt die Einsatzleitung. Er entscheidet, wer in welche Klinik gefahren wird und wer sich um Kinder und Eltern kümmert, während die Polizei Unfallhergang, Zeugen und Straße in den Fokus nimmt. „Das war nicht ohne heute Morgen, aber das Zusammenspiel hat sehr gut funktioniert“, sagt Riemann.

„Ich muss jetzt zu meinem Kind“

Am Straßenrand steht eine Mutter, kaum fähig zu sprechen. Sie hatte zwei Söhne im Bus. Ein Kind ist unverletzt. Über das zweite Kind hat sie gerade erfahren, in welcher Klinik es behandelt wird. Wie es ihm geht, weiß sie nicht. Sie schickt ihren Ältesten zu Freunden. „Ich muss jetzt los und sehen, wie es meinem Kind im Krankenhaus geht.“

Von RND/sbü/lz

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