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Hannover Wasserballer: Jahrelange Schließung des Stadionbads ist eine „Katastrophe“
Nachrichten Hannover Wasserballer: Jahrelange Schließung des Stadionbads ist eine „Katastrophe“
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19:45 10.09.2019
Unklar ist, wo die Wasserballer während der Schließzeit des Stadionbads spielen sollen. Quelle: Florian Petrow
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Hannover

Jahrelange Schließzeit, millionenschwere Reparaturen – das Stadionbad ist ein Sanierungsfall. Der drohende Ausfall von Hannovers einzigem öffentlichen Wettkampfschwimmbad verursacht bei Sportvereinen Kopfschütteln. „Für Vereine und die Bevölkerung ist das sehr schlimm“, sagt die Präsidentin des Stadtsportbunds, Rita Girschikofsky. Jetzt komme es darauf an, das neue Fössebad mit seiner 50-Meter-Bahn rasch zu errichten, um eine Alternative zu bieten. „Ärgerlich ist, dass es überhaupt so weit kommen musste“, sagt die Stadtsportbund-Präsidentin. Die Stadt Hannover habe zu wenig in den Erhalt der Bäder investiert.

„Als würde Hannover 96 Champions League spielen aber kein Stadion haben“

Der Ansicht ist auch Bernd Seidensticker, Präsident des Wasserball-Vereins Waspo 98. „Eine Schwimmhalle, die in den Sechzigerjahren gebaut wurde, ist nach 30 bis 40 Jahren abgängig“, sagt Seidensticker. Es sei also wenig überraschend, wenn jetzt Schäden am Gebäude sichtbar werden. Die Wasserballer trainieren und spielen auf internationalem Niveau im Stadionbad. Wenn das Bad zwei Jahre schließen sollte, wie die Stadt kürzlich angekündigte, sei das „eine Katastrophe“, sagt Seidensticker. „Das wäre so, als würde Hannover 96 Champions League spielen, aber kein Stadion haben.“

Bereits im Frühjahr bildeten sich Risse in der Fensterfront des Stadionbads. Die Stadtverwaltung sicherte die beschädigten Scheiben mit Netzen ab, sodass die anberaumten Champions-League-Spiele von Waspo 98 noch ausgetragen werden konnten. Danach empfahlen Gutachter, sämtliche Fenster zu sichern. Diese Arbeiten dauern derzeit noch an. Sind alle Fenster mit Netzen versehen, kann das Bad ab November wieder für Badegäste öffnen.

Wird das Fössebad rechtzeitig fertig?

Aber das ist keine Dauerlösung. Alle Fenster müssen früher oder später ausgetauscht werden, so viel ist klar. Die Stadt prüft derzeit mehrere Varianten. Eine zweifache Verglasung wäre vermutlich die günstigste und schnellste Lösung, aber sie würde die energetischen Vorgaben nicht erfüllen. Bei einer dreifachen Verglasung stellt sich die Frage, ob das Tragwerk des denkmalgeschützten Gebäudes die Last aushält. Sollte das nicht der Fall sein, müsste die gesamte Fassade erneuert werden. Die Stadt geht von einer Schließzeit von mindestens zwei Jahren aus.

In der Ratspolitik hat der drohende Ausfall des Stadionbads für viel Wirbel gesorgt. „Wichtig ist jetzt, Klarheit über den Zustand der Fenster zu bekommen“, sagt SPD-Sportpolitiker Angelo Alter. Sollte es möglich sein, die Fenster ein paar Jahre lang mit Netzen zu sichern, könne in dieser Zeit das neue Fössebad mit seiner 50-Meter-Bahn gebaut werden. Steht das Fössebad, könne das Stadionbad geschlossen und mit der Erneuerung der Fenster begonnen werden, sagt Alter.

Linke fordert höheren Etat für Bäder

Ähnlich sieht es die CDU. Die Stadt müsse den Ausfall des Wettkampfbeckens kompensieren, fordert CDU-Sportpolitiker Thomas Klapproth. „Eine Stadt wie Hannover mit seinen Schwimmsportbundesligisten kann nicht auf ein 50-Meter-Hallenbecken für zwei Jahre verzichten“, sagt er. Die Linke im Rat gibt sich wenig überrascht. Der Sanierungsstau in den hannoverschen Bädern sei schon lange bekannt, sagt Linken-Sportpolitiker André Zingler. „Es muss ein höherer Etat für die Instandhaltung und Sanierung von Hannovers Bädern eingeplant werden“, fordert er.

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Von Andreas Schinkel

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