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Hannover Die Zahl der Straftaten ist so niedrig wie seit zehn Jahren nicht mehr
Nachrichten Hannover Die Zahl der Straftaten ist so niedrig wie seit zehn Jahren nicht mehr
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18:16 19.03.2019
Das Führungsquartett des Barsinghäuser Polizeikommissariats ist zufrieden angesichts der sinkenden Zahl der Straftaten (von links): Ermittlungsführer Matthias Schieb, Kripochef Joachim Eickmeyer, Kommissariatsleiter Ludger Westermann und der Leiter des Einsatz- und Streifendienstes, Peter Jeinsen. Quelle: Andreas Kannegießer
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Barsinghausen

Die Stadt Barsinghausen ist für ihre Bürger weiterhin ein vergleichsweise sicheres Wohnumfeld. Die Zahl der Straftaten im Stadtgebiet war auch 2018 erneut rückläufig. Das geht aus der Kriminalstatistik für das vergangene Jahr hervor, die die Führung des Barsinghäuser Polizeikommissariats am Dienstag vorgestellt hat.

Im Rückblick vieler Bürger bleiben allerdings weniger positive Erinnerungen gegenwärtig: „Das Jahr 2018 steht unter dem Eindruck der beiden Tötungsdelikte an Frauen“, sagte Kommissariatsleiter Ludger Westermann. „Diese Taten greifen ganz tief in das Sicherheitsgefühl der Bürger ein.“ Dieses Empfinden werde wahrscheinlich auch noch sehr lange anhalten.

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Die reinen statistischen Zahlen belegen dagegen eine aus Sicht der Ermittler überwiegend erfreuliche Entwicklung. Die Zahl der Straftaten ist 2018 auf 1751 gesunken, das sind 108 Fälle weniger als im Vorjahr. „Damit liegen wir auch im Zehnjahresvergleich auf dem niedrigsten Stand“, sagte Westermann. Stolz ist die Barsinghäuser Polizei auch auf die Aufklärungsquote, die mit 68,93 Prozent nicht ganz an den Vorjahreswert heranreichte (72,0 Prozent), im Zehnjahresvergleich und im Vergleich mit benachbarten Dienststellen aber wiederum ganz weit oben liegt. „Das ist wieder ein sehr ansehnliches Ergebnis“, sagte Westermann.

Deutlich gesunken ist die Aufklärungsquote bei den Einbruchdiebstählen – von rund 51 Prozent im Vorjahr auf 5,4 Prozent im Jahr 2018. Das sei „traurig, aber erklärbar“, erläuterte der Kommissariatsleiter. Im Jahr 2017 sei ein Serientäter ermittelt worden, dem eine hohe Zahl von Einbrüchen nachgewiesen werden konnte. „Das hat den Ausschlag gegeben.“

Die Gesamtzahl der registrierten Einbrüche sowie der Einbruchversuche im Stadtgebiet ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken. 2018 wurden laut Polizeistatistik 37 Einbrüche registriert, das sind vier weniger als im Vorjahr und sogar 28 weniger als im Jahr 2015. Hinzu kamen 13 Versuche, das sind sechs weniger als 2017. Die Entwicklung des Jahres 2018 sei erfreulich, allerdings habe sich die positive Entwicklung in den ersten Monaten 2019 leider nicht fortgesetzt, berichtete Westermann. „Wir sind bei Einbrüchen auf Hinweise und Beobachtungen der Bürger angewiesen“, betonten der Kommissariatsleiter sowie Kripochef Joachim Eickmeyer.

Für das Sicherheitsgefühl der Bürger wichtig sind aus polizeilicher Sicht auch die sogenannten Rohheitsdelikte. Dazu zählen Körperverletzungen, aber auch Fälle von Raub, Raubüberfällen und räuberischem Diebstahl. Die Zahl der Rohheitsdelikte insgesamt ist von 366 auf 310 gesunken, davon waren 25 Raubtaten (fünf mehr als im Vorjahr). Die Straßenkriminalität insgesamt sei aber rückläufig, berichten die Polizeibeamten.

Bei den Diebstählen ist die Zahl der registrierten Taten ebenfalls gesunken –von 516 auf 484. Abgenommen haben dabei die Zahl der Taschendiebstähle (3), der Diebstähle aus Autos (44 Fälle) und der Fahrraddiebstähle (39 Fälle gegenüber 53 im Vorjahr). Allerdings sind 21 Autos im Stadtgebiet gestohlen worden, das sind zwölf mehr als im Jahr 2017.

Die Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz haben abgenommen. 134 Fälle sind registriert worden gegenüber 180 im Vorjahr. Nach den Worten von Kripochef Eickmeyer hat die sinkende Fallzahl allerdings einen personellen Hintergrund. 2018 sei lediglich ein Drogensachbearbeiter im Einsatz gewesen gegenüber zwei im Vorjahr. „Deshalb sind die BTM-Verstöße 2018 fast nur noch das Ergebnis von Verkehrskontrollen“, sagte Eickmeyer. In diesem Jahr wolle das Kommissariat seine Aufklärungsarbeit in diesem Bereich wieder verstärken. Harte Drogen wie Heroin spielen in Barsinghausen kaum eine Rolle, die weitaus meisten Verstöße beziehen sich auf Cannabismissbrauch. Westermann betonte, dass die Polizei sich gegen eine „Verniedlichung von Cannabisprodukten als weiche Drogen“ wende. „Wir stehen im Kontakt mit Schulen und wollen Verharmlosungstendenzen entgegentreten“, kündigte der Polizeichef an.

Kein Problem sind in Barsinghausen aus polizeilicher Sicht die Straftaten von oder gegen Flüchtlinge. Diese machten einen „verschwindend geringen Prozentsatz“ an der Statistik aus, betonte die Barsinghäuser Polizeiführung. „Wenn, dann spielt sich das meist untereinander ab.“

Von Andreas Kannegießer

31.03.2019
19.03.2019
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