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Hannover Basilika St. Clemens feiert 300. Geburtstag
Nachrichten Hannover Basilika St. Clemens feiert 300. Geburtstag
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00:16 03.12.2017
Runder Geburtstag: Charlotte Jarosch von Schweder und Propst Martin Tenge stellen das Jubiläumsprogramm der Basilika St. Clemens vor. Quelle: Villegas
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Hannover

 Es war die erste katholische Kirche, die nach der Reformation in Hannover gebaut wurde: Am 4. November 1718 wurde die Clemenskirche geweiht. Baumeister Tommaso Giusti hatte den barocken Bau nach dem Vorbild der Kirche Santa Maria della Salute in Venedig entworfen. Eigentlich waren Kirchen damals nach Osten ausgerichtet. „Bei dieser aber weist das Portal zur Stadt“, sagt Propst Martin Tenge. Diese Symbolik soll auch im Jubiläumsjahr fortgeschrieben werden: Mit mehr als 70 Veranstaltungen begeht die Basilika St. Clemens im Jahr 2018 ihr 300-jähriges Bestehen. „Wir wollen dies im Dialog mit der ganzen Stadtgesellschaft feiern“, sagt Tenge.

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„Auf dem Programm stehen Konzerte und Feste, Debatten, Ausstellungen und Kabarett“, sagt Charlotte Jarosch von Schweder, die das Jubiläum als Projektkoordinatorin konzipiert. Zum Auftakt gibt es am 21. Januar um 10 Uhr einen großen Festgottesdienst mit Bachkantate. Zu den Highlightes gehören außerdem Konzerte von Knabenchor (2. Juni) und Mädchenchor (29. September) und eine Ausstellung über die Geschichte von Hannovers Katholiken, die am 24. Mai im Historischen Museum eröffnet. Eine große Geburtstagsparty auf dem Kirchplatz ist für den 29. April geplant.  

Das Jubiläumsjahr steht unter dem Motto „Zukunft würdigt Geschichte“ – und zeigt die ganze Vielfalt kirchlichen Lebens. Neben einem Filmfestival im Kirchenlanden ka:punkt gibt es Kabarett mit Matthias Brodowy (am 4. Februar im Forum St. Joseph). Der Philosoph Prof. Jürgen Manemann spricht am 23. Mai im Tagungshaus St. Clemens über den Sinn der Religion. Und am 4. November gibt es ein großes Kirchweihfest.

Einer der Höhepunkte des Jubiläumsjahres wird auch die Wiedereröffnung der Krypta im Juni sein. Zum Jubiläum wird diese für rund 700.000 Euro im großen Stil umgestaltet. Im Untergeschoss von Hannovers katholischer Hauptkirche soll ein Ort der Trauer und der Hoffnung entstehen: An 14 Stationen werden dezent illuminierte Kunstwerke installiert. 

Derzeit ist die Krypta gesperrt und völlig entkernt. Der Putz ist abgeschlagen, die alten Betonwaben am Eingang wurden herausgerissen, eine Blickachse zum Altar geschaffen. „Dabei haben wir eine beeindruckende archäologische Entdeckung gemacht“, sagt Propst Tenge. Unter dem Fußboden kamen zwei ältere Bodenschichten zum Vorschein. Eine stammt noch aus der Bauzeit der Kirche vor 300 Jahren, ein zweiter Ziegelboden wurde eingezogen, als die Krypta zeitweise zum Weinlager umfunktioniert war. „Diese Schichten sollen sichtbar bleiben“, sagt Tenge. „Sie bieten einen Blick in die Geschichte.“

Das Jubiläumsprogramm gibt es im Internet unter www.300jahre-basilika-st-clemens.de.

Von Simon Benne

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