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Hannover CDU fordert externen Gutachter bei städtischen Baumfällungen
Nachrichten Hannover CDU fordert externen Gutachter bei städtischen Baumfällungen
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17:32 27.03.2019
Der Kahlschlag auf dem Gelände der Sophienschule verärgert Anwohner und Kommunalpolitiker. Quelle: Michael Wallmüller
Hannover

Das Abholzen von rund 40 Bäumen und 30 Sträuchern auf dem Gelände der Sophienschule hat ein politisches Nachspiel. Die CDU im Rat wirft der Stadtverwaltung vor, mit zweierlei Maß zu messen und den Baumschutz auf privaten Grundstücken strenger auszulegen als auf den eigenen Flächen. „Die Stadt schert sich bei ihren eigenen Grundstücken wenig um die Baumschutzsatzung und wirft sofort die Kettensäge an“, meint CDU-Umweltpolitiker Maximilian Oppelt. Er fordert, dass die Stadt bei geplanten Fällungen auf eigenen Arealen künftig einen externen Gutachter einschaltet.

Die Baumschutzsatzung stellt alle Bäume unter Schutz, die einen Stammumfang von mindestens 60 Zentimetern aufweisen (Nadelbäume: 80 Zentimeter). Wollen Grundstückseigentümer solche Bäume absägen, müssen sie eine Genehmigung beantragen. Diese wird unter anderem erteilt, wenn von dem Baum eine Gefahr ausgeht, etwa weil der Stamm morsch ist.

Kritik am Kahlschlag auf Gelände der Sophienschule

Der Kahlschlag Ende Februar auf dem Gelände der Sophienschule hatte nicht nur Anwohner verärgert, sondern auch den Naturschutzbund BUND. Dieser kritisierte, dass die Stadt ihre Fällaktion ohne Ankündigung startete. Dem widersprach die Stadt. Bei einer Informationsveranstaltung zum Neubau der Sophienschule seien Pläne ausgehängt worden, auf denen die für das Bauvorhaben nötigen Fällungen verzeichnet waren. Die Pläne schienen aber längst nicht alle Besucher bemerkt zu haben.

Stadt erteilt sich selbst Ausnahmegenehmigung

Auch in der Sitzung des Bezirksrats Mitte wurde über den Kahlschlag debattiert. Anwohner wunderten sich, warum etliche Bäume abgesägt werden durften, obwohl noch keine Baugenehmigung für die neue Schule vorlag. Das sei eine Ausnahme gewesen, hieß es vonseiten der Stadt. „Zum Zeitpunkt der Fällung lagen die baurechtlichen Voraussetzungen zur Erteilung einer Ausnahme gemäß Baumschutzsatzung vor“, teilte die Stadt auf Anfrage der CDU im Bezirksrat mit.

Solche Ausnahmen gelten im Prinzip auch für Privatleute. „Wenn der Baumerhalt eine wesentliche Beschränkung zur Verwirklichung des Bauvorhabens bedeuten würde, ist eine Ausnahme zu erteilen“, sagt Stadtsprecher Dennis Dix auf Nachfrage. Dies sei im Einzelfall zu entscheiden. Auf dieser Grundlage prüfe die Stadt sowohl städtische als auch private Anträge auf Baumfällungen.

Von Andreas Schinkel

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