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Hannover Baustelle Am Hohen Ufer ist drei Jahre hinter Zeitplan
Nachrichten Hannover Baustelle Am Hohen Ufer ist drei Jahre hinter Zeitplan
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00:15 25.06.2017
Von Conrad von Meding
Wird er 2017 fertig? Der Neubau am Hohen Ufer verzögert auch den Ausbau der Uferpromenade. Quelle: Uwe Dillenberg
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Hannover

Die Stadt hat dem Unternehmen Helma Wohnungsbau aus Lehrte eine Rechnung für „bisher entstandene Mehraufwendungen“ ausgestellt. Die Firma baut am Hohen Ufer zwei Mehrfamilienhäuser, kommt aber nur im Schneckentempo voran. In der Folge liegt auch die städtische Baustelle, die Neugestaltung der Uferpromenade, längst hinter dem Zeitplan zurück.

Die Helma-Pressemitteilung von 2013 liest sich heute eher wie eine Karikatur: „Die Fertigstellung des vielversprechenden Projekts wird für Dezember 2014 zusammen mit den städtischen Maßnahmen angestrebt“, heißt es dort.

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Pfusch der Architekten?

Zunächst hatten archäologische Funde den Baubeginn leicht verzögert, da hieß es aber noch, der Bauzeitenplan sei nicht relevant gefährdet. Anschließend gab es lange Zeit Streit um eine wichtige Wasserleitung, die in Plänen nicht eingezeichnet war und quer durch das Tiefgeschoss läuft - dort aber soll eine Gastronomie eingerichtet werden. Am Ende hieß es, man werde im Winter 2016/17 fertig. Doch seit etlichen Monaten ist erneut kaum ein Baufortschritt zu erkennen.

Auf dem Rohbau ist das Dach jetzt immerhin weitgehend fertig, zuletzt wurden Fenster eingesetzt. Helma-Marketingchef Thorsten Harms hatte zu Jahresbeginn einer schlampigen Planung der Architekten die Schuld gegeben - alle Details an den zwei Gebäuden müssten neu geplant werden. Bei der Stadt will man sich nun aber nicht länger vertrösten lassen. Die Ankündigung, Mehrkosten für die eigenen Arbeiten in Rechnung zu stellen, gilt als ungewöhnlicher Schritt. Dem Vernehmen nach hat Stadtbaurat Uwe Bodemann sich persönlich eingeschaltet. Stadtsprecher Dennis Dix bestätigte gestern den Vorgang zwar im Grundsatz, wollte sich aber zur Höhe der in Rechnung gestellten Summe nicht äußern. Helma nahm gestern den gesamten Tag über nicht zu den Vorwürfen Stellung.

Immerhin: Die Gastronomen, die auf zwei Etagen mit Glastüren zur unteren Leine-Promenade ihr Restaurantcafé Stadtmauer eröffnen wollen, lassen sich nicht aus der Ruhe bringen. „Wir brennen für das Projekt, egal wann es fertig wird, denn wir glauben hundertprozentig an den Standort“, sagt Mitbetreiber Bedran Özgör. Er managt mit Verwandten auch das Hugo’s am Hauptbahnhof und das 6 Sinne in der Heiligerstraße.

Promenade soll 2017 fertig sein

Das Restaurantcafé Stadtmauer soll 1000 Plätze bieten, davon 200 am Wasser. „Wir eröffnen sofort, wenn alles fertig ist“, sagt Özgör. Die Stadt teilte gestern mit, sie rechne damit, den Promenadenabschnitt vor dem Neubaugebäude wenigstens noch in diesem Jahr fertigstellen zu können - alle anderen Bauprojekte im Abschnitt sind bereits abgeschlossen.

Helma Wohnungsbau ist eine Tochter der Helma Eigenheimbau, die sich mit Massivhäusern im Einfamilienhausbereich einen guten Namen gemacht hat. Im Bereich Mehrfamilienhäuser hakt es nicht nur am Hohen Ufer: Auch die Fertigstellung eines Gebäudes auf der Bödekerstraße schleppt sich schon lange dahin.

Hannover Ticker am 22. Juni 2017 - HAZ live: Der Morgen in Hannover
22.06.2017
Mathias Klein 25.06.2017