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Hannover Veterinäramt stufte Hund schon 2014 als gefährlich ein
Nachrichten Hannover Veterinäramt stufte Hund schon 2014 als gefährlich ein
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13:40 12.07.2019
Der rassistische Übergriff ereignete sich nahe der McDonald’s-Filiale am Steintor. Quelle: Christian Elsner
Hannover

Das Veterinäramt Hannover hat den Hund in seine Obhut genommen, der am vergangenen Sonntag einen dunkelhäutigen Mann in den Oberschenkel gebissen haben soll. Die Polizei ermittelt gegen drei Rechtsradikale, die das Tier offenbar gezielt auf ihr Opfer gehetzt hatten. Zudem sollen sie den Mann rassistisch beleidigt haben. Anfangs durften die Verdächtigen die Wache noch mit dem Hund wieder verlassen. Auf HAZ-Anfrage teilt die Stadt nun mit, dass das Tier sogar schon seit fünf Jahren als gefährlich eingestuft ist. Es hätte einen Maulkorb tragen müssen und durfte nur von einer einzigen Person geführt werden – diese war beim Übergriff aber gar nicht anwesend.

Zahlreiche Auflagen vom Veterinäramt

„Der Hund hatte 2014 zwei andere Hunde gebissen“, sagt Stadtsprecher Udo Möller. „Damals war seine Gefährlichkeit durch das Veterinäramt festgestellt worden.“ Der Besitzer habe daraufhin eine sogenannte Haltungsgenehmigung beantragt. Noch im selben Jahr habe der Mann die erforderliche Sachkundeprüfung und den Wesenstest mit dem Hund an der Tierärztlichen Hochschule absolviert. Gleichzeitig verhängte die Behörde einen Maulkorb- und Leinenzwang. Seit 2014 sei der Mix aus Schäferhund, Rottweiler und American Staffordshire nicht mehr auffällig gewesen, und der Besitzer habe sich an die Auflagen gehalten. Möller: „Dies wurde auch aktiv kontrolliert.“

Als der Hund aber von den drei Deutschen auf das dunkelhäutige Opfer gehetzt wurde, trug er offenbar keinen Maulkorb. Gleichzeitig wurde wohl auch gegen eine weitere Auflage des Veterinäramtes verstoßen: Der Besitzer des Tieres war nicht auf dem Steintorplatz dabei, obwohl er der einzige war, der den Hund hätte führen dürfen. Laut Möller besaß nur er eine entsprechende Genehmigung seitens der Stadt. Gegenüber der Polizei hatte einer der drei Verdächtigen hingegen behauptet, ihm gehöre der Hund. Nach der Attacke wurde das Veterinäramt beauftragt, das Tier zu untersuchen.

Hund befindet sich im Tierheim

Der Hund wurde nun bis auf Weiteres ins Tierheim gebracht. Ob und wann er seinem Besitzer zurückgegeben wird, ist derzeit offen. „Dabei wird zu berücksichtigen sein, dass er gegen die ihm gemachten Auflagen verstoßen hat“, sagt Möller. Die Stadt hat bereits Untersuchungen gegen den Mann eingeleitet, ihm droht nun eine Geldstrafe von bis zu 10.000 Euro.

Gleichzeitig berichtet die Stadt davon, dass ein Augenzeuge die rechts motivierte Attacke anders wahrgenommen hat. Demzufolge habe der Hund „nicht auf Kommando angegriffen“, sondern sich erschreckt und dann nach dem Dunkelhäutigen geschnappt. Die Polizei wiederum bleibt auf HAZ-Nachfrage bei ihren Erkenntnissen, dass das Tier gezielt auf den Mann gehetzt worden sei. Bei den drei Verdächtigen handelt es sich unter anderem um zwei Obdachlose, einer von ihnen hat ein Hakenkreuz-Tattoo am Oberarm.

Opfer half gerade dem Rettungsdienst

Das eigentliche Opfer hat sich allerdings immer noch nicht bei der Polizei gemeldet. Der Unbekannte war direkt nach der Attacke geflüchtet. Laut Ermittlern geschah der Übergriff aus dem Nichts. Der Mann hatte demnach einer Rettungswagenbesatzung geholfen, die zu einer bewusstlosen Person gerufen worden war. Zeugen der Attacke und auch das Opfer werden weiterhin gebeten, sich unter Telefon (0511) 109 55 55 bei der Kriminalpolizei zu melden.

Alle aktuellen Polizeimeldungen

Die aktuellsten Polizeinachrichten aus Hannover lesen Sie hier in unserem Ticker.

Von Peer Hellerling

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