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Hannover Streamingdienste, Shopping-Apps: Das sind die Betrugs-Tricks im Internet
Nachrichten Hannover Streamingdienste, Shopping-Apps: Das sind die Betrugs-Tricks im Internet
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00:16 08.06.2019
„Der persönliche Beratungsbedarf steigt“: Videoberater bei der Arbeit.. Quelle: Katrin Kutter
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Hannover

Betrug im Internet, Ärger bei Pauschalreisen, Abzocke in Mobilfunkshops sind nur einige der Problemfälle, mit denen die Verbraucherzentrale Niedersachsen (VZ) konfrontiert wird. „Der persönliche Beratungsbedarf steigt“, sagt der Vorstandsvorsitzende Randolph Fries. Im vergangenen Jahr sind mehr als 61.000 Verbraucher in einer der elf Beratungsstellen im Land vorstellig geworden – gegenüber 2017 eine Steigerung um 14 Prozent. Das Servicetelefon nutzten knapp 32.000 Kunden; mehr als 942.000 informierten sich auf den Internetseiten der VZ.

Nach Angaben von Geschäftsführerin Petra Kristandt beziehen sich 40 Prozent aller Anfragen auf das Vertragsrecht, wenn es etwa Ärger mit Reiseanbietern gibt oder Kundendienste überhöhte Rechnungen stellen. Mit 20 Prozent liegt der Bereich Internet und Telefon dahinter. „Aktuell bereiten etwa gefälschte Streaming-Dienste und Shopping-Apps Probleme“, erklärt Kristandt.

Beratungsstellennetz ist gefährdet

Eine Sorge hat die größtenteils vom Land finanzierte Verbraucherzentrale auch selbst; sie ist finanzieller Art. „Wir bekommen zwar mehr Geld für spezielle Projekte wie Ernährungsberatung oder Marktbeobachtung im Energiebereich, aber die institutionelle Förderung stagniert seit 2013“, erklärt Fries. Aus diesem Topf bestreitet die Verbraucherzentrale ihre allgemeinen Beratungsangebote. Im Vergleich zahle Niedersachsen der VZ weniger als jedes andere Bundesland. Weil Kosten für Personal und Mieten steigen, führe dies zu Problemen. „Wir sind für die Leute da, aber nicht in ausreichender Zahl“, sagt Fries. Langfristig könne das bestehende Beratungsstellennetz – es ist in den vergangenen Jahren von einst 20 auf jetzt noch elf geschrumpft – ohne höhere Förderung nicht aufrechterhalten werden.

Das sind die Fallen

Vor einigen aktuellen Problemen warnt Geschäftsführerin Kristandt, indem sie Beispiele aus der Praxis schildert:

Gefälschte Streaming-Dienste: Mit kostenlosen Angeboten würden Nutzer auf gefälschte Seiten gelockt, die etwa Woplay, Steamba oder Oneflix heißen. Filme oder Serien bekämen Kunden, die sich anmelden, nicht zu sehen. Auch eine Vertragsbestätigung erhielten sie nicht. Stattdessen komme eine Rechnung über bis zu 360 Euro für ein Jahresabonnement ins Haus; und wer nicht zahle, erhalte wenig später ein Inkassoschreiben.

Der Tipp: „Die Kunden sollen sich nicht einschüchtern lassen, denn es ist kein Abonnement-Vertrag zustande gekommen“, rät Kristandt. Wer sich bei einem Dienst registrieren lassen will, solle vorher im Internet recherchieren, ob bereits Beschwerden vorliegen. Hilfreich seien auch Strafanzeigen.

Ärger im Mobilfunkshop: Kündigungen und Stornierungen von Mobilfunk- und Internetverträgen würden von Anbietern oft nicht umgesetzt. Schließt der Kunde einen neuen Vertrag ab, zahle er dann doppelt. „Derartige Fälle kennen wir von allen Anbietern, auch den großen“, sagt Kristandt. Ein Problem sei, dass es den Verbrauchern häufig schwerfalle, ihr Recht durchzusetzen.

Der Tipp: Mobilfunknutzer sollten eine Kündigungs- oder Stornierungsbestätigung einfordern und gut dokumentieren. Nach einem Vertragswechsel hilft es, die Abbuchungen auf dem eigenen Konto genau zu kontrollieren.

Vorsicht bei Einkaufs-Apps: Einige Shopping-Apps locken mit hohen Rabatten auf Artikel aller Art; diejenige namens „Wish“ etwa verspricht laut Kristandt bis zu 90 Prozent. Wer bestelle, erhalte dann die Ware entweder gar nicht oder in minderwertiger Qualität. Im schlimmsten Fall drohe noch Ärger mit dem Zoll. „Nutzern ist oft nicht bewusst, dass Wish die Produkte nicht selbst verkauft, sondern ein Online-Marktplatz für Händler aus aller Welt ist. Viele Artikel kämen aus Fernost. Bei Einfuhr in die Europäische Union könnten Zölle anfallen, die der Käufer zahlen müsse.

Der Tipp: Wer auf einem Online-Marktplatz kauft, tut gut daran, vorab zu prüfen, woher die Ware kommt. Bei Mängeln widerrufen, Kaufpreis zurückverlangen – und zwar schnell: Wish hält sich nicht an die übliche Gewährleistungsfrist von zwei Jahren, sondern setzt 30 Tage.

Neues Reiserecht mit Tücken: Der Gesetzgeber hat die Rechte von Pauschalreisenden gestärkt, der Veranstalter haftet für das gesamte gebuchte Paket. „Trotzdem haben Verbraucher etwa bei Problemen mit dem Flug weiter Schwierigkeiten, ihre Ansprüche geltend zu machen“, sagt Kristandt. Dies passiere dann, wenn sich der Reiseanbieter beim Flug lediglich auf eine Vermittlerrolle berufe.

Der Tipp: Bei einer Pauschalreise darauf achten, dass sämtliche Reiseleistungen im Paket enthalten sind, ein Gesamtpreis ausgewiesen wird und eine Gesamtrechnung vorgelegt wird.

Von Bernd Haase

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