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Hannover Warum Herr Rein die Straßen in Hannover rot anmalt
Nachrichten Hannover Warum Herr Rein die Straßen in Hannover rot anmalt
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18:00 19.07.2019
Roman Rein malt den Fahrradüberweg am Friedrichswall rot. Quelle: Katrin Kutter
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Hannover

Roman Rein haben viele Radfahrer und Autofahrer in Hannover schon einmal gesehen. Der 44-Jährige markiert gerade die Radwegefurten an Kreuzungen und Straßen rot. Mit seinen Kollegen trägt er aber auch Zebrastreifen und Fahrbahnmarkierungen in Hannover auf.

Herr Rein, was machen Sie da?

Ich trage rote Farbe auf die Straße auf, so wie eine Beschichtung, damit Autofahrer sehen, dass hier Radfahrer unterwegs sein können. Sie sollen sich sicherer bewegen können.

Müssen Sie das per Hand machen? Gibt es dafür keine Maschinen?

Nein, dafür gibt es noch keine Maschinen.

Sie knien bei der Arbeit auf der Straße. Ist das nicht unbequem? Und der Farbgeruch ist sehr stark.

Eigentlich geht es. Ich mache das schon so viele Jahre, man gewöhnt sich dran. Die Farbe rieche ich gar nicht mehr.

Was ist das für eine Farbe? Sie verwenden eine Art Schieber, könnten Sie nicht auch einen Pinsel nehmen?

Mit einem Pinsel geht es nicht so gut, weil Körnung in der Farbe ist. Das Material heißt Reibeplastik, das ist Farbe auf Kunststoffbasis.

Sie tragen die Farbe mit einem gleichmäßigen Schwung auf und verteilen sie so auf der Fahrbahn. Man könnte sagen, Sie haben den Bogen raus. Wo lässt sich das lernen?

Das lernt man mit der Zeit. Auf besten auf Baustellen. Fahrbahnmarkierer ist kein Ausbildungsberuf, aber ich habe ein paar Schulungen gemacht. Gelernt habe ich Maurer.

Worauf kommt es dabei besonders an?

Der Untergrund muss trocken sein und ohne Splitt. Deshalb geht mein Kollege vorher mit einem Laubbläser drüber.

Seit wann arbeiten Sie als Fahrbahnmarkierer?

Oh, seit gut 20 Jahren schon. Mit einem Kollegen, der jetzt gerade im Urlaub ist, bin ich seitdem im gleichen Team.

Wie lange brauchen Sie für eine Fahrradfurt?

Um die Farbe zu verteilen, brauche ich vielleicht zehn Minuten oder weniger. Bei gutem Wetter wie jetzt trocknet die Farbe in ein paar Minuten. Bei Kälte ist die Fläche spätestens in einer halben Stunde hart. Insgesamt dauert unsere Arbeit wohl eine halbe, manchmal auch eine Stunde, so genau kann ich das nicht sagen.

Ärgern Autofahrer sich, wenn sie dann warten müssen?

Klar ärgern die sich. Heutzutage hat keiner mehr Zeit. Alle müssen schnell nach Hause oder zur Arbeit, was weiß ich. Es gibt so viele Ungeduldige.

Was denken Sie dann?

Ich denke gar nicht darüber nach, ich höre nicht hin. Ich denke an meine Arbeit und konzentriere mich, sonst würde es länger dauern. Aber meist machen wir die Radwege in der Nacht. Dann ist es ruhiger und nicht so warm draußen.

Malen Sie jeden Tag die Straße rot?

Nicht nur. Wir machen auch andere Fahrbahnmarkierungen, Zebrastreifen, Abdichtungen.

Fahren Sie selbst auch Rad?

Ja, aber nicht in der Stadt, das ist zu weit. Ich wohne auf dem Dorf. Da fahre ich gerne mit der ganzen Familie Rad.

Kommen Sie dann an roten Radwegfurten vorbei, die sie gemalt haben?

Die roten Markierungen gibt es in Laatzen auch. Aber da macht das eine andere Firma. Meiner Frau und den Kindern habe ich gezeigt, welche Radwege und Kreuzungen ich in Hannover markiert habe. Meine Kinder fahren dort mit der Straßenbahn vorbei und wissen, dass diese Wege ihr Papa gemalt hat.

Wie reagieren denn Radfahrer, wenn sie Sie bei der Arbeit sehen?

Radfahrer bedanken sich, wenn sie vorbeikommen. Sie sagen, es sieht schön aus. Oder: Oh, super gemacht. So was hört man.

Mehr Sicherheit für Radfahrer

Die Stadt Hannover lässt mittelfristig alle Radwegefurten an Kreuzungen und Straßen mit roter Farbe markieren. 2018 geschah das an der Vahrenwalder Straße und teils am Cityring. Dieses Jahr geht die Arbeit an Cityring und Podbielskistraße weiter. Beauftragt damit ist die Firma Lafrentz Baugesellschaft Hannover. Auch bei der Erneuerung von Straßendecken wie jetzt am Friedrichswall werden die Überwege für Räder rot gekennzeichnet. Mehr als 200 Stellen sind fertiggestellt. Die Arbeiten laufen noch mindestens zwei Jahre.

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