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Hannover Falsche Polizisten zockten betagte Rentnerinnen ab
Nachrichten Hannover Falsche Polizisten zockten betagte Rentnerinnen ab
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00:15 25.12.2017
Die Brüder Zaradsht H. und Rehat H. stehen vor Gericht. Quelle: Zgoll
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Hannover

 Die Kriminalbeamten und Staatsanwälte, die bei den Seniorinnen anriefen, stellten sich unter seriös klingenden Namen wie Grün, Schweizer oder Rosenbaum vor.  Sie gewannen das Vertrauen der betagten Damen, warnten sie vor angeblichen Betrügern –und brachten vier Frauen im Alter zwischen 79 und 96 Jahren dazu, ihnen Bargeld in Höhe von insgesamt 57.430 Euro vor ihre Haustüren zu stellen. Seit gestern müssen sich die Brüder Zaradsht H. (34) und Rehat H. (28) vor dem Landgericht Hildesheim wegen gewerbsmäßigen Betrugs verantworten. Laut Anklage waren sie für die Abholung des Geldes zuständig.

Laatzenerin tütete 23.630 Euro ein

Die Männer, die die Anrufe täti3ten, saßen nach dem bisherigen Ermittlungsstand entweder in der Türkei oder in Deutschland; noch ungeklärt ist, ob die Brüder auch persönlich zum Hörer griffen.  Mit ihrer Masche bauten die Betrüger auf die tiefsitzenden Ängste der im  Schnitt 90 Jahre alten Damen, Opfer von Kriminellen zu werden – was sie aber erst durch das Befolgen der telefonisch erteilten Anweisungen wurden. Die falschen Beamten suggerierten den Rentnerinnen, sie könnten Opfer betrügerischer Banden werden und sollten ihr Geld deshalb sicherheitshalber der Polizei aushändigen. Erfolgreich aus Sicht der Täter verlief die Geldübergabe in Laatzen, wo eine Seniorin 23.630 Euro in einem Stoffbeutel vor ihrer  Haustür deponierte, außerdem in Sarstedt (10.000 Euro) und zweimal in Bad Münder (12.000 und 11.800 Euro). All diese Taten spielten sich binnen acht Wochen zwischen Mai und Juli 2017 ab.

In zwei weiteren Fällen scheiterten die mutmaßlichen Kuriere Zaradsht und Rehat H. bei dem Versuch, das Geld der Seniorinnen an sich zu bringen. Zwar hatten die vermeintlichen Polizisten eine 88-Jährige aus dem hannoverschen Stadtteil Stöcken zunächst dazu gebracht, 19.000 Euro von ihrem Konto abzuheben. Eine aufmerksame Sparkassenangestellte verständigte die Polizei, doch weil die Betrüger im Verlauf eines weiteren Telefonats mit der Rentnerin misstrauisch wurden, ließen diese die Geldübergabe ins Wasser fallen.

Festnahme bei Geldabholung

Zwei Tage später, am 5. Juli, war es dann aber so weit. In Gifhorn hatte eine 87-jährige Frau aufgrund verstörender Anrufe 10.000 Euro von ihrem Konto abgehoben, auch hier hatte eine Mitarbeiterin der Sparkasse die Polizei informiert. Rehat H. wurde festgenommen, als er einen an einen Zeitungskasten gehängten Beutel einsacken wollte, sein Bruder wurde nach einem Fluchtversuch per Auto gestellt. Seither sitzen die Männer in U-Haft.

Beim Prozessauftakt vor der 9. Großen Strafkammer in Hildesheim gab es vonseiten der Angeklagten und ihrer Verteidiger Mario Venter und Christoph Rautenstengel keinerlei Erklärungen. Die mehrfach vorbestraften Brüder wohnten vor ihrer Inhaftierung in Lehrte; Rehat H. ist in Hannover geboren, Zaradsht H. in Syrien. Der Prozess unter Vorsitz von Richter Rainer de Lippe wird am 11. Januar fortgesetzt. Dann sollen auch mehrere der betagten Opfer aussagen.

Von Michael Zgoll

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