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Hannover Tod nach Ohrfeige: Täter bekommt Bewährungsstrafe
Nachrichten Hannover Tod nach Ohrfeige: Täter bekommt Bewährungsstrafe
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18:21 20.12.2017
Ein Geständnis hätte Ariel K. wahrscheinlich eine noch mildere Strafe beschert – doch er stritt die Schläge ab. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

 Der 27-jährige Ariel K. ist am Mittwoch vom Schwurgericht wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu einer Bewährungsstrafe von anderthalb Jahren verurteilt worden. Er hatte in einer Oktobernacht 2016 einem polnischen Landsmann in einer Wohnung in Vinnhorst eine Ohrfeige verpasst. Der alkoholisierte 49-Jährige fiel gegen einen Spülschrank und zog sich einen Riss der Milz zu, was zu schweren inneren Blutungen und binnen kurzer Zeit zum Tod des Familienvaters führte. Wie ein Gutachter erläuterte, war die Milz aufgrund einer Tumorerkrankung erheblich vorgeschädigt. Oberstaatsanwalt Marcus Preusse hatte auf eine Bewährungsstrafe von 22 Monaten plädiert, Verteidigerin Monika Wicher auf Freispruch.

Der Vorsitzende Richter Wolfgang Rosenbusch sprach von einem „sehr unglücklichen Geschehensablauf“ und verglich die geschädigte Milz des Opfers mit einem Aneurysma, der oft lebensbedrohlichen Aussackung eines Blutgefäßes. Auch hier könne ein Schlag oder ein Sturz fatale Folgen haben. Nichtsdestotrotz müsse sich der Angeklagte die Tat zurechnen lassen: Wenn man jemanden schlage, könne immer Schlimmeres passieren als beabsichtigt. Die Kammer ging aber von einem minderschweren Fall aus und beließ es bei einer Bewährungsstrafe. Ariel K., so erklärte Rosenbusch, hätte sogar noch etwas glimpflicher davonkommen können – wenn er die Tat nicht geleugnet und ein Geständnis abgelegt hätte.

Zu den Bewährungsauflagen für den Täter gehört die Zahlung von 200 Euro an einen bei der Tat anwesenden 40-Jährigen, der auch zwei Faustschläge abbekam und das Sterben seines Freundes mitansehen musste. „Er hat noch immer damit zu tun, das schreckliche Geschehen zu verarbeiten“, sagte Nebenkläger-Anwalt Bastian Quilitz. Außerdem soll K. der Ehefrau des Opfers ein Schmerzensgeld von 3000 Euro zahlen, in monatlichen Raten à 100 Euro.

Der Täter hatte den beiden Männern in jener Nacht in der Wohnung einer Bekannten aufgelauert und sie ohne jegliche Vorwarnung geschlagen. Hintergrund seines Wutausbruchs waren Streitigkeiten um den Verkauf einer Mobiltelefon-Karte.

Von Michael Zgoll

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